Vortag der Museumspädagogin Gudrun Blohberger und der Zeithistorikerin Lisa Rettl
Anschließende Vorstellung des Buches „Peršman“
Herausgegeben von Gudrun Blohberger und Lisa Rettl
Wallstein Verlag, Göttingen 2014
Eisenkappel – Moringen: Seit 1943 wurden junge Kärntner Slowenen aus dem Raum Bad Eisenkappel in das Jugendkonzentrationslager Moringen deportiert. Sie standen im Verdacht, den Partisanenwiderstand in den Südkärntner Bergen unterstützt zu haben. Der Peršmanhof als zentraler Stützpunkt der Widerstandsbewegung wurde am 25. April 1945 zum Schauplatz eines der letzten NS-Verbrechen. Eine kleine Gruppe von Angehörigen des SS-und Polizeiregiments 13 ermordete die am Hof lebende Familie: vier Erwachsene und sieben Kinder. Jahrzehntelang blieb das Verbrechen ein Tabu. Der Hof als Erinnerungsort – heute eine der wichtigsten Erinnerungsstätten an den NS-Terror in Kärnten – avancierte in den Nachkriegsjahrzehnten vor allem zu einem Spielball politischer Interessen im Minderheitenkonflikt zwischen deutschsprechender Mehrheit und slowenischer Minderheit.