Gabriele Hannemann erzählt die Überlebensgeschichte der Malka Rosenthal
Nur eine Stunden täglich konnte sie ihr Verließ verlassen. Das Fass stand in der Scheune eines polnischen Bauernhofes, wo sich die siebenjährige Jüdin Marisha vor den Schergen der deutschen Wehrmacht verbergen musste. Die Soldaten hatten den Bruder und die Mutter erschossen, während der Vater mit der Tochter fliehen konnte. Im Winter brauchten sie einen Unterschlupf, den die Bauern nur dem Kind gewährten – in einem Fass in ihrer Scheune.
„Marisha – das Mädchen aus dem Fass“, heißt ihr Buch, das die Hamburger Autorin Gabriele Hannemann am Sonntag, den 9. Oktober um 15 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök vorstellen wird. Hannemann hat die Geschichte der heute 82 Jahre alten Malka Rosenthal in einer Sprache aufgeschrieben, die – wie ihre Kritiker sagen – auch neun- und zehnjährige Kinder verstehen, ohne von dem tragischen Lebenslauf der Marisha traumatisiert zu werden.
Es war ein Leben, das mit einer glücklichen Kindheit begann. Es wurde zerstört, als die Deutschen die Familie ins Ghetto trieben und nur Marisha - monatelang - in dem Fass überlebte. Malka Rosenthal sagt, sie habe trotz Verfolgung und Ermordung ihrer Familie den Glauben an die Menschheit nie verloren – ihre Retter, die polnische Bauernfamilie, wurde von Israel als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Interessierte sind zu dieser Buchvorstellung mit Lesung in die Gedenkstätte Ahrensbök eingeladen. Im Anschluss ist es möglich, mit Gabriele Hannemann über ihre Recherchen und ihr Buch zu sprechen.