Mit der Ausweitung des Arbeitseinsatzes sowjetischer Kriegsgefangener zum „Großeinsatz“ ab Oktober 1941 wurden die Gefangenen vermehrt in Arbeitskomman-dos in Dithmarschen eingesetzt. Sie sollten auch für die Zwecke der Luftwaffe ab Winter 1941 in Gudendorf herangezogen werden. Ab Frühjahr 1944 nutzte die Wehrmacht dieses Lager und richtete dort neben dem Gefangenenlager ein erweitertes Krankenrevier für sowjetische Kriegsgefangene und „Italienische Militärinternierte“ ein.
Besonders der Winter 1941/42 war gekennzeichnet durch ein Massensterben sowjetischer Kriegsgefangener im gesamten Deutschen Reich. Ab 1942 wurde eine Fläche gegenüber des Gefangenenlagers der Luftwaffe als Begräbnisplatz für sowjetische Kriegsgefangene genutzt. In den 1950er Jahren wurde dieser Ort auf Beschluss der Landesregierung zum zentralen Begräbnisplatz für Umbettungen von verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen. Mit dem Ausbau und einem neuen Denkmal wurde die Gedenkstätte in Gudendorf zum zentralen Erinnerungsort im Land an diese Opfergruppe von NS Verbrechen. Der Vortrag widmet sich dieser Geschichte.
Verena Meier studierte u.a. Geschichte in Heidelberg und Jerusalem. Sie arbeitete z.B. in der Gedenkstätte Grafeneck und im Landesarchiv Sachsen-Anhalt. Sie ist außerdem im Vorstand des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI ehrenamtlich tätig. Seit August 2018 ist sie Doktorandin an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. 2021 legte sie die Studie „Das Lager und die Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene in Gudendorf“ vor.