Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen verschärften die Nationalsozialisten die Verfolgung der Juden in Europa. Seit 1939 wurden in Polen und später in anderen besetzten Ländern Gettos für die jüdische Bevölkerung eingerichtet.
Im Getto Litzmannstadt - wie Lodz von den deutschen Besatzern 1940 umgenannt wurde - drängten die Nationalsozialisten im Frühjahr 1940 über 160.000 Juden zusammen. Im Herbst 1941 wurden weitere 20.000 Juden aus verschiedenen westeuropäischen Städten nach Litzmannstadt deportiert. Über 4.000 Berliner wurden in vier Transporten in das Getto abgeschoben. Hinzu kamen noch 5.000 Roma aus dem Burgenland. Mehrere Zehntausend Menschen starben bis Sommer 1944 an Hunger und Krankheiten im Getto, eine große Anzahl wurden ab Dezember 1941 im nahegelegenen Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Nur wenige Informationen von den katastrophal schlechten Lebensbedingungenim Getto Litzmannstadt drangen nach außen.
Einige jüdische Photographen machten im Auftrag des Litzmannstädter Judenrates viele Tausend Bilder von nahezu allen Bereichen des Gettolebens. Diese fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich sind heute im Staatsarchiv Lodz. Eine Auswahl dieser Abbildungen wurde von der Stiftung Topographie des Terrors mit knappen historischen Informationen erläutert für diese Ausstellung zusammengestellt.
Die Photographien dokumentieren nicht nur die beispiellosen Verbrechen der Nationalsozialisten. Sie präsentieren zugleich auch ein unbekanntes Panorama einer Zwangsgemeinschaft, in der die Menschen um ihr Überleben kämpften, ohne ihre Würde und ihre Menschlichkeit zu verlieren.
Zur Ausstellung liegt eine gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor.
Kuratoren: Dr. Ingo Loose, Dr. Thomas Lutz
Gestalter: Kurt Blank-Markard