„Das abenteuerliche Leben des Alfred Silbermann“

Vortrag/Vorlesung
1. April 2011
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Alfred Adler Institut, Neue Kantstrasse 4, 14057 Berlin
Veranstalter: DGIP Grünberg

Szenisches Erinnern der Shoah 


„Die Spätfolgen des extremen Traumas und dessen Auswirkungen auf die zweite

Generation sind nur zu verstehen, wenn man sie in ihrer gesellschaftlich-sozialen Dimension analysiert. Klassisches Vorgehen im üblichen psychoanalytischen Setting wäre folglich als „therapeutisches Agieren von Abwehr“ zu bezeichnen.

Am Beispiel der Kurzanalyse eines Überlebenden und dessen Beziehung zu seinem Sohn in häuslicher Umgebung wird dargelegt, wie sich die psychischen Folgen von Extremtraumatisierungen und vor allem die unbewussten Tradierungen von Gewalterfahrungen in die

zweite Generation hinein vorrangig in unbewussten „Szenen“ vollziehen. Über frühere Konzepte der Szene hinausgehend werden hier die alltäglichen Beziehungen, die häuslichen Verhältnisse und eine gelebte Abschottung von einer „deutschen“ Alltagswirklichkeit in das unbewusst agierende Erinnern mit einbezogen. Folgen von Extremtraumatisierungen im Rahmen der Shoah „übertragen“ sich oft sogar bevorzugt auf Realitäten, die über bloß Interpersonelles, über Gruppendynamik weit hinausgehen.“ (Dr. Kurt Grünberg)


Der Landesverband der DGIP Berlin lädt herzlich ein zu diesem Vortrag mit Dr. Kurt Grünberg und anschließender Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Gerhard Baader am 01.04.2011 um 19.00 Uhr im Alfred Adler Institut, Neue Kantstrasse 4, 14057 Berlin.


 

Kostenbeitrag: 10 Euro / ermäßigt für Ausbildungskandidaten und Studierende 7 Euro



Dr. phil. Kurt Grünberg, Dipl.-Psych., Dipl.-Päd., Psychoanalytiker (DPV/IPA), ist seit 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sigmund-Freud-Instituts und in eigener Praxis niedergelassen. Er ist Gründungsmitglied des Frankfurter Treffpunkts für Überlebende der Shoah.

Prof. Dr. Gerhard Baader ist emeritierter Professor für Geschichte der Medizin am Institut für Geschichte der Medizin ZHGB Charité Berlin. Er wurde 1928 in Wien geboren, musste von 1942-1944 Zwangsarbeit leisten und war 1944/45 im Arbeitslager. 1948-1952 Studium der Klassischen Philologie, Germanistik, Linguistik und Geschichtswissenschaft an der Universität Wien. Arbeitsschwerpunkte ab 1980 sind insbesondere die Medizin im Nationalsozialismus und ihre medizinischen Implikationen sowie Medizin und Judentum. Er ist stellvertretender Vorsitzender von Child Survivors Deutschland.

Für organisatorische stehen (katha.schulz@gmx.de) und

Dipl.-Psych. Doreen Röseler (droeseler@freenet.de) zur Verfügung.