Die Rassenideologie der Nazis stempelte die sowjetischen Kriegsgefangenen als "Untermenschen" ab. Über die Hälfte von ihnen überlebte die deutsche Gefangenschaft nicht. Sie hatten nach Juden, Sinti und Roma die schlechtesten Arbeits- und Lebensbedingungen. Wer die Sterbelager der Wehrmacht und die Zwangsarbeit in Deutschland überlebte, wurde in der Sowjetunion erneut diskriminiert. Vom Gesetz zur Errichtung der Stiftung EVZ wurden sie aufgrund ihres Kriegsgefangenenstatus bei der Entschädigung nicht berücksichtigt.
KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. übermittelte bisher an über 7.200 Betroffene in Ländern der ehemaligen Sowjetunion Spendengeld von Bürgern und Bürgerinnen als Geste der Anerkennung erlittenen Unrechts. Zugleich erhielten sie einen persönlichen Brief, in dem der Verein um Erfahrungsberichte und damit um Hilfe bei der Geschichtsaufklärung bat. Die Antworten der ehemaligen Kriegsgefangenen werden von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. fortlaufend übersetzt und veröffentlicht.
Anlässlich des 72. Jahrestages des Überfalls auf die UdSSR erinnern die Stiftung EVZ und der Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V mit einer Lesung aus diesen „Freitagsbriefen“ an individuelle Schicksale sowjetischer Kriegsgefangener.
PROGRAMM
Begrüßung
Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung EVZ
Kurzvorträge
Dr. Hilde Schramm, Beiratsmitglied, KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.:
Bürgerschaftliches Engagement für „vergessene“ NS-Opfer und die Widersprüche zur Entschädigungspolitik
Eberhard Radczuweit, Geschäftsführer, KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.:
Gesten der Anerkennung erlittenen Unrechts und ihre Wirkung auf die nicht Entschädigten
Dmitri Stratievski, Historiker, KONTAKTE-KOHTAKTbI e. V.:
Über die Korrespondenz mit ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen und ihren Familien
Stehempfang
Anmeldung bis zum 11. Juni 2013 erbeten