Christen jüdischer Herkunft unter nationalsozialistischer Herrschaft

Vortrag/Vorlesung
26. April 2012
19:30 - 00:00 Uhr
Ort: Jüdisches Museum Westfalen
Veranstalter: Jüdisches Museum Westfalen

Referent: Prof. Dr. Hans-W. Schmuhl (Bielefeld)

Die NS-„Judenpolitik“ war durch eine Einheit der Verfolgung, nicht der Verfolgten gekennzeichnet. Die antijüdischen Gesetze und Willkürmaßnahmen trafen gleichermaßen Glaubensjuden, Judenchristen, Atheisten und Agnostiker jüdischer Herkunft – Christen jüdischer Herkunft waren in den Augen der damaligen Machthaber Juden wie alle anderen auch.

Diese Gruppe saß also in der Zeit des NS-Regimes zwischen allen Stühlen: Die jüdischen Kultusgemeinden betrachteten sie als Abtrünnige, und auch die jüdischen Dissidenten, häufig auf der politischen Linken heimisch, standen ihnen distanziert gegenüber. Viele Protestanten und Katholiken schließlich sahen in den Christen jüdischer Herkunft Mitschwestern und Mitbrüder „auf Bewährung“.

Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl lehrt Geschichte an der Universität Bielefeld. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. die Geschichte des Nationalsozialismus, insbesondere der „Rassenkunde“, „Eugenik“ und „Euthanasie“ und die Diakoniegeschichte. Der Vortrag bündelt erste Ergebnisse eines Forschungsprojektes der Evangelischen Kirche von Westfalen.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Dorsten

Veranstaltungsort: Jüdisches Museum Westfalen

Gebühr: 5 € (für alle)