Die Ausstellung "Carlo Mierendorff - Atmosphäre Weimar" in der Gedenkstätte KZ Osthofen wird bis zum 11. September verlängert
Zum Jubiläumsjahr "200 Jahre Rheinhessen" zeigte die Landeszentrale für politische Bildung (LpB ) gemeinsam mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. vom 10. Mai bis 17. Juli in der Gedenkstätte KZ Osthofen (Ziegelhüttenweg 38) bei Worms die Ausstellung "Carlo Mierendorff - Atmosphäre Weimar".
Aufgrund des großen Interesses und hoher Nachfrage wird die Ausstellung in Osthofen noch bis zum "Tag des offen Denkmals" am 11. September 2016 verlängert. Am Sonntag, 11. September, gibt es zum Abschluss zusätzlich um 16 Uhr eine Sonderführung durch die Ausstellung.
Carlo Mierendorff (1897-1943),
Schriftsteller, Politiker und Widerstandskämpfer, bekämpfte schon lange vor 1933 antisemitische und republikfeindliche Tendenzen. Er mischte sich ein und nahm kein Blatt vor den Mund, was ihm den Spitznamen "Herr Vielgeschrey" einbrachte. Am 13. Juni 1933 wurde er bei einem konspirativen Treffen in Frankfurt festgenommen. Bis Anfang 1938 dauerte seine qualvolle Odyssee durch die Konzentrationslager Osthofen, Börgermoor, Lichtenburg und Buchenwald. 1938, endlich wieder auf freiem Fuß, setzte er den Kampf für ein Ende der Diktatur und einen demokratischen Neuaufbau fort.
Pfingsten 1943 forderte er im Aufruf zur "Sozialistischen Aktion" die Schaffung einer überparteilichen Volksbewegung zur "Ausrottung des Nationalsozialismus und seiner Lügen mit Stumpf und Stiel". Er starb bei einem Luftangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943.
Zur Ausstellung
Entlang Mierendorffs Biographie wird die Atmosphäre im Rheinhessen der 1920/30er Jahre deutlich. Politischer Umbruch, Arbeitslosigkeit, Inflation, Massenarmut, Antisemitismus, Nationalsozialismus, aber auch "Goldene Zwanziger Jahre", Expressionismus, Dadaismus, Bauhaus sind nur einige Schlagworte, die diese Zeit charakterisieren.
In der Kinoinszenierung in der Ausstellung ist bis zum 11. September statt der Filmcollage mit Filmen der Weimarer Zeit der Dokumentarfilm "Deckname Friedrich" zu sehen, der anhand von Dokumenten und Zeitzeugen das Leben und Wirken von Carlo Mierendorff zeigt.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Fachbereich Kinder und Jugend im Zentrum Bildung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, dem Institut für Film-, Theater und empirische Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Stadt Worms und der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt/W. Sie ist vom 10. Mai bis 17. Juli 2016 in der Gedenkstätte KZ Osthofen zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos!