Ausstellung mit Werken von Bil Spira (1913-1999)
Ausstellungseröffnung:
30.09., 19.30 Uhr - "Der Lebensretter mit dem Zeichenstift –
Einführung in Leben und Werk von Bil Spira"
Vortrag: Dr. Oliver Bentz, Speyer'
Lesung aus den Lebenserinnerungen Bil Spiras: Hermann Schmidt, Wien
Bil Spira: Leben Und Werk
Als Wilhelm Spira (1913-1999) in eine jüdische Familiein Wien hineingeboren wird, zeichnete Spira schon während seines Studiums an der Wiener Kunstgewerbeschule für die Presse und schuf Bühnenbilder für Kabaretts. Rasch gehörte er zum engen Kreis der lebendigen Wiener Kunstszene und pflegte Freundschaften mit Literaten wie etwa Jura Soyfer, dessen Werke er auch illustrierte.
Nachdem Hitler-Deutschland 1938 in Österreich einmarschiert war, musste Bil Spira nach Paris fliehen. Im Exil arbeitete er für französische und schweizer Zeitschriften.
Mit seinen ebenfalls emigrierten berühmten Künstlerkollegen wie Franz Werfel, Egon Erwin Kirsch, Joseph Roth oder Friedrich Torberg traf er regelmäßig in den Pariser Emigranten-Cafés zusammen und zeichnete diese Literaten in ihren typischen Posen.
Der Lebensretter mit dem Zeichenstift
Als Nazideutschland 1940 Frankreich angriff, floh Bil Spira in den Süden des Landes. Dort begann er, auch im Auftrag einer amerikanischen Hilfsorganisation für von den Nazis verfolgte Flüchtlinge Pässe und Visa zu fälschen. Vom einem Spitzel verraten, durchlief er ab 1942 eine Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager. Von der Roten Armee aus dem Lager Theresienstadt befreit, kehrte Bil Spira nach Paris zurück.