Bewachung und Ausführung. Alltag der Täter in nationalsozialistischen Lagern

Buchpräsentation
21. August 2012
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Stiftung Topographie des Terrors
Veranstalter: Stiftung Topographie des Terrors

Buchpräsentation: Angelika Benz und Marija Vulesica, Berlin

Die KZ-Wachmannschaften in der zweiten Kriegshälfte. Genese und Praxis

Kurzvortrag: Stefan Hördler, Wien

Moderation: Dr. Thomas Lutz, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium

Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg

Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Metropol Verlag)

Das unterste Glied innerhalb des nationalsozialistischen Lagersystems, die große Gruppe der Wachmannschaften, fand in der NS-Täterforschung bisher kaum Berück­sichtigung. Die Autoren des von Angelika Benz und Marija Vulesica herausgegebenen Tagungsbands Bewachung und Ausführung. Alltag der Täter in national-sozialistischen Lagern (2011) untersuchen, wer die Menschen waren, die Gefangene in Lagern unterschiedlichen Typs innerhalb des Deutschen Reichs wie auch in besetzten oder mit dem NS-Regime kollaborierenden Ländern bewachten, die Mordbefehle ausführten, aber auch eigeninitiativ und willkürlich Menschen töteten. Aufgezeigt wird, wie das Wachpersonal der Zwangslager rekrutiert wurde und wie der Dienstalltag der Wachmänner und -frauen aussah.

Angelika Benz, 1981 geboren, absolvierte ein Studium der Neueren Deutschen Geschichte und Neueren Deutschen Philologie und promoviert am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin über das SS-Ausbildungslager Trawniki. Zu ihren Veröffentlichungen gehört Der Henkersknecht. Der Prozess gegen John (Iwan) Demjanjuk in München (2011).

Marija Vulesica, 1978 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Sie studierte Geschichte, Ost- und Südosteuropäische Geschichte sowie Politikwissenschaft. Ihre Dissertation Die Formierung des politischen Antisemitismus in den Kronländern Kroatien-Slawonien 1879–1906 erscheint im Sommer 2012.

Stefan Hördler, 1977 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und war 2010 wissenschaftlicher Leiter des Interviewprojekts „SS-Personal Mauthausen“. Er studierte Neuere und Neueste Geschichte sowie Philosophie. Im Frühjahr 2012 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Studie Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr promoviert.

Thomas Lutz ist Gedenkstättenreferent der Stiftung Topographie des Terrors.