Berlin Transit

22. März 2012 -
15. Juli 2012
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Jüdisches Museum Berlin
Veranstalter: Jüdisches Museum Berlin

Berlin war als Drehscheibe zwischen Ost und West bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts, vor allem aber nach dem Ersten Weltkrieg, Zufluchtsort und Zwischenstation für Zehntausende von Juden aus Osteuropa. Die meisten flüchteten vor Krieg, Revolution oder Pogromen aus den Gebieten des ehemaligen russischen Reiches und der Habsburgermonarchie Richtung Westen.

Vielfältig vernetzt und in mehreren Sprachen zu Hause, bewirkten die Einwanderer eine Blüte jüdischer Kultur in Berlin. Viele der jüdischen Migranten lebten im Scheunenviertel, andere in Charlottenburg, das aufgrund des hohen russischen Bevölkerungsanteils auch »Charlottengrad« genannt wurde.

Die kulturgeschichtliche Ausstellung nimmt die vielfältigen Lebenswelten der osteuropäischen Juden im Berlin der Weimarer Republik in den Blick und präsentiert eine Fülle unbekannten Materials: Literarische und autobiografische Texte in den Originalsprachen Russisch, Jiddisch, Hebräisch und Deutsch werden zu Gehör gebracht, die weithin bekannten Fotos aus dem Scheunenviertel einer fotokritischen Analyse unterzogen und neu interpretiert. Ein Zyklus eindrucksvoller Pogromzeichnungen von Issachar Beer Ryback ist seit 1924 erstmals wieder in Berlin zu sehen, seine avantgardistischen Berliner Gemälde treten in einen beziehungsreichen Dialog mit Gemälden Leonid Pasternaks und Skulpturen Naum Gabos.

Eine Ausstellung der Stiftung Jüdisches Museum Berlin in Kooperation mit dem Forschungsprojekt »Charlottengrad und Scheunenviertel. Osteuropäisch-jüdische Migranten im Berlin der 1920/30er Jahre« am Osteuropa-Institut, Freie Universität Berlin.

Im Epilog der Ausstellung werden die Besucher eingeladen, sich im Stadtraum auf Spurensuche nach den weitgehend vergessenen Orten der osteuropäisch-jüdischen Migration zu begeben.

 

Laufzeit der Ausstellung 23. März 2012 bis 15. Juli 2012,

täglich 10 bis 20 Uhr, montags 10 bis 22 Uhr

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9-14, 10969 Berlin, Altbau 1. OG

Eintritt 4 Euro, erm. 2 Euro

oder als