Zu den außergewöhnlichen, in Hamburg lebenden Zeitzeuginnen gehört die Schriftstellerin Gerda Zorn, geb. 1920. In der Weimarer Zeit ging sie in Berlin zur Schule, im Nationalsozialismus begann die Berufstätigkeit. Der Liebe wegen zog sie in den 1950er-Jahren von Ost-Berlin/DDR in die Bundesrepublik und seit den 1960er-Jahren lebt sie in Hamburg. Zu keiner Zeit war die selbstbewusste Frau mit Berliner Charme und Witz bequem. Im Nationalsozialismus führte die Weigerung, dem BDM beizutreten, zu Repressionen – in der DDR war es ein Kinobesuch in Westberlin. In der Bundesrepublik schloss sie sich der Friedensbewegung und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes an; ihr besonderes Interesse galt der Erforschung des Widerstands im Nationalsozialismus. Mit ihrem 1965 erschienenen Buch „Stadt im Widerstand“ über den Widerstand in Hannover und den weiteren Publikationen wie „Frauen gegen Hitler“ und „Rote Großmütter. Gestern und heute“ leistete Gerda Zorn eine Pionierarbeit. 2008 erschienen in zweiter, erweiterter Auflage im Berliner Verlag trafo ihre autobiografischen Erinnerungen „Wiederkehr des Verdrängten“. Die Autorin und Journalistin Gerda Zorn im Gespräch mit dem Historiker Herbert Diercks