Ausstellung „Haymatloz – Exil in der Türkei 1933-1945“

Ausstellung
9. August 2012 -
21. September 2012
11:00 - 19:00 Uhr
Ort: Hamburg - Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühnerposten 1
Veranstalter: Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Es wird viel über türkischstämmige Migranten und Migrantinnen in Deutschland geschrieben und diskutiert. Dass die Türkei in den Jahren von 1933 bis 1945 selbst zum Zufluchtsort für deutsche Emigranten wurde, ist allerdings weniger bekannt. Tatsächlich waren es damals nur an die 1000 Menschen, die in der Türkei Zuflucht fanden. Viele von Ihnen kamen jedoch auf Einladung der türkischen Regierung, um als Wissenschaftler, Intellektuelle und Künstler an der gesellschaftlichen und kulturellen Modernisierung der türkischen Republik mitzuwirken.

Mit der Ausstellung „Haymatloz“des aktiven Museums Berlin e.V. wollen der Verein diversity united e.V.und die Bücherhallen Hamburg die Geschichten dieser Emigranten wieder in Erinnerung rufen. Thematisiert werden dabei nicht nur die Biografien prominenter Exilanten wie Paul Hindemith, Bruno Traut oder Ernst Reuter sondern auch das „unbekannte Exil“ derjenigen, die unter weniger privilegierten Voraussetzungen in die Türkei kamen. Die historischen Hintergründe werden ebenso beleuchtet wie die nicht immer einfachen Bedingungen des Exils.

Die Ausstellung, die vom 09. August bis zum bis 21. September 2012 in der Zentralbibliothek der Bücherhallen am Hühnerposten zu sehen sein wird, wird mit der Historikerin und Turkologin Corry Guttstadt eröffnet. Corry Guttstadt ist Verfasserin des Buches“ Die Türkei, die Juden und der Holocaust“ und hat eingehend nicht nur über das deutsche Exil in der Türkei, sondern auch über die türkischen Juden und Jüdinnen geforscht, die während der Nazizeit in Europa lebten.

Das Projekt „Haymatloz“ versteht sich als Beitrag, die Erinnerung an die Shoa in der Einwanderungsgesellschaft durch neue Perspektiven auf Geschichte zu verbreitern. Alle Interessierten sind also herzlich eingeladen, die Ausstellung sowie die Eröffnungsfeier mit Corry Guttstadt am 09. August 2012 um 19:30 Uhr zu besuchen.

Eröffnungsfeier am 09. August 2012 um 19:30 Uhr mit der Historikerin und Turkologin Corry Guttstadt.

Die Türkei verhielt sich im zweiten Weltkrieg neutral und trat erst 1945 in den Krieg ein. Wie war ihr Verhältnis zu Deutschland in den Jahren 1933-1945? Wie beeinflusste dieses Verhältnis den Umgang mit deutschen Emigranten? Wie stand die Türkei der jüdischen Minderheit im eigenen Land gegenüber? Welche Rolle spielte der kemailistische Nationalismus dabei? Wie regaierte die Türkei auf die Verfolgung der türkischen Juden während der Shoa?

Wir freuen uns auf die Analyse der politischen Bedingungen der damaligen Türkei durch Corry Guttstadt, deren Forschungsinteresse der Situation von Juden in der Türkei sowie dem Schicksal türkischer Juden während des Holocaust gilt. Corry Guttstadt ist Mitglied des aktiven Museums Berlin e.V. Ihre Arbeit wurde vom Center for Advanced Holocaust Studies des USHMM in Washington und der Fondation pour la mémoire de la Shoa gefördert. Zu ihren Publikationen zählt unter anderem die Studie “Die Türkei, die Juden und der Holocaust” (2008).

Veranstaltungsort: Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühnerposten 1. Geöffnet von Mo-Sa von 11:00 - 19:00 Uhr