Erste Ausstellung in Kemna
Bis heute erinnert nur ein Mahnmal an die Leiden der rund 3.500 Inhaftierten des Bergischen KZ Kemna, das von Juli 1933 bis Januar 1934 bestand. Mit dem neuen Gedenkort auf dem Fabrikgelände, das die evangelische Kirche in Wuppertal gekauft hat, soll sich das ändern.
„Es spielt nicht nur für unsere Region, sondern für ganz NRW eine besondere Rolle, denn Kemna war das einzige der rund 70 frühen KZ-Lager, das es im Bereich unseres heutigen Bundeslandes gab“, erklärt Superintendentin Ilka Federschmidt. Die evangelische Kirche habe damals versäumt, Partei für die Inhaftierten zu ergreifen und eine beschämende Rolle in Kemna gespielt, so die Superintendentin. „Aus dieser Verantwortung heraus haben wir die Initiative für die Entstehung eines neuen Gedenkortes in NRW ergriffen.“
In einem ersten Schritt ließ die evangelische Kirche das Fabrikgebäude, das in den letzten 90 Jahren gewerblich genutzt und mehrfach umgebaut wurde, bauhistorisch untersuchen.
Am 23. April, wird es zum ersten Mal eine öffentliche Ausstellung im Hauptgebäude des ehemaligen KZ Kemna geben. Unter dem Titel „Auftakt des Terrors“ beschäftigt sie sich mit der Geschichte der frühen Konzentrationslager von den Voraussetzungen in der Weimarer Republik bis zur Auflösung der Lager.
Die Wanderausstellung wurde von der Arbeitsgemeinschaft „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ gestaltet, in der 17 Gedenkstätten aus elf Bundesländern zusammenarbeiten. Gefördert wird sie durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.
Neuauflage des Zeitzeugenberichts
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung präsentiert der Wuppertaler Historiker Dr. David Mintert die überarbeitete Neuauflage des „Kemna-Berichts“ von Fritz Brass der Begegnungsstätte Alte Synagoge. Der überzeugte Sozialdemokrat war von Oktober 1933 bis Januar 1934 Häftling im Wuppertaler Lager. Seine Erinnerungen, die er bereits im August 1934 niederschrieb, sind eine der wertvollsten Quellen zur Geschichte des KZ Kemna.
„Bis das Fabrikgelände zu einem historischen Gedenkort mit Raum für Ausstellungen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen geworden ist, liegen noch einige Jahre und viel Arbeit vor uns“, betont Superintendentin Ilka Federschmidt. „Aber wir hoffen auf breite Unterstützung der Politik und der Menschen, die in unserer Region leben.“
Anmeldungen bis zum 5. April unter superintendentur@evangelisch-wuppertal.de
15:00 Uhr: Ankommen
15:15 Uhr: Begrüßung (Superintendentin Ilka Federschmidt)
15:30 Uhr: Einführungsvortrag
16:30 Uhr: Vorstellung der überarbeiteten Neuausgabe des Augenzeugenberichtes von Fritz Braß (Dr. David Mintert)
17:00 Uhr: Führungen durch das Gebäude und Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung
18:00 Uhr: Ende der Veranstaltung