1940 wurde eine SS-Sondereinheit aufgestellt, benannt nach ihrem mehrfach vorbestraften Führer Oskar Dirlewanger. Ihr gehörten zunächst Wilddiebe, mit Disziplinarstrafen belegte SS-Angehörige sowie sowjetische Hilfskräfte an. Aus dem kleinen Kommando wurde im Laufe des Krieges ein Bataillon, dann ein Regiment und im Juli 1944 die Sturmbrigade Dirlewanger. Die SS-Einheit verübte an ihren Einsatzorten in der Sowjetunion, Polen, Ungarn und in der Tschechoslowakei zahlreiche Grausamkeiten.
In der zweiten Kriegshälfte wurden auch als sogenannte „Asoziale“ und „Kriminelle“ in Konzentrationslager eingewiesene Häftlinge zu dieser Sondereinheit eingezogen. Im Oktober 1944 begannen Zwangsrekrutierungen deutscher politischer Häftlinge, die gegen Partisanen kämpfen mussten. Viele von ihnen versuchten, zur Roten Armee überzulaufen.
Anfang November 1944 rekrutierte die SS zwangsweise 72 deutsche politische Häftlinge des KZ Neuengamme für den Kriegseinsatz, darunter mehrere Hamburger wie den Schriftsteller Heinrich Christian Meier oder den Elektrotechniker Walther Lüders, die sich beide am Widerstand beteiligt hatten und vor ihrer Überstellung in das KZ Neuengamme in Fuhlsbüttel inhaftiert waren.
Vortrag und Gespräch mit dem Historiker Dr. Hans-Peter Klausch, Oldenburg, Autor des Buches „Antifaschisten in SS-Uniform“. – Foto oben: Walther Lüders, um 1937, seit 1944/45 verschollen.
Weitere Informationen: herbert.diercks@bksm.hamburg.de, Telefon: 0 40 – 4 28 13 15 17