
Filmvorführung und Diskussion
mit Podiumsgästen und Publikumsgespräch im Anschluss
"Animationsreihe über Geschichten von Flucht und Verfolgung vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart"
Projekt mit Überlebenden der NS-Zeit und Jugendlichen
Am 1. September 2023, 17:00 - 19:00 Uhr, Eintritt frei
Filmhaus Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln
Am 1. September 2023 jährt sich der Weltfriedenstag. Vor 84 Jahren begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Weltfriedenstag erinnert jährlich an den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die heutige Situation in Europa macht diesen Tag aktueller denn je. Zum diesjährigen Weltfriedenstag lädt der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. herzlich zur Präsentation von drei animierten Dokumentarfilme nach den Geschichten der Überlebenden der NS-Zeit ein.
Drei Zeitzeug:innen teilen ihre Kindheitserlebnisse während des Krieges. Sie erzählten ihre bewegenden Geschichten den jungen Projektteilnehmer:innen, um das Bewusstsein für die Konsequenzen von Krieg und Antisemitismus zu schärfen. Die jungen Menschen bereiteten daraufhin die Geschichten auf und es entstanden drei Animationsfilme.
Die Zeitzeug:innen Marina Sagsaganska, Tamar Dreifuss und Richard Reinisch erzählen darin von ihren Lebensgeschichten, ihren Fluchterfahrungen, den tragischen Verlusten und den unerwarteten Wundern, die sie erfahren haben. Diese Filme sind nicht nur eine Zeitreise in die Vergangenheit, sondern auch ein Aufruf an uns alle, die Lektionen aus der Geschichte zu lernen und aktiv gegen Krieg, Antisemitismus und Fremdenhass einzutreten.
MARINA. DER KRIEG WAR FÜR MICH NIE ZU ENDE
2023, 8 Minuten
Marina Saksaganska erlebte den Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion und die darauffolgende Gewalt, Verschleppung und Ermordung unzähliger Menschen. Als Jüdin war sie täglich der unbeschreiblichen Angst vor Verrat ausgesetzt und harrte mit ihrer Schwester oft tagelang ohne Essen in Verstecken aus. Ihre Mutter wurde bereits früh, beim Versuch Essen zu besorgen, gefangen und ermordet. Nur durch viel Glück und die Hilfe von Menschen, die ihr Schutz boten, konnte sie überleben und sich schließlich, nach der Befreiung durch die Rote Armee, nach dem Krieg ein neues Leben aufbauen.
DIE WUNDERBARE RETTUNG. Die Geschichte von Tamar Dreifuß
2023, 15 Minuten
Tamar Dreifuss erlebte den Überfall der Wehrmacht auf Litauen, überlebte das Getto von Wilna und das Lager Tauroggen. Auf der Flucht, in den Lagern und in Verstecken wurde sie Zeugin von Massenerschießungen, Verschleppungen und Deportationen sowie der kompletten Zerstörung und Vernichtung der großen jüdischen Gemeinde von Wilna. Ihr Vater und ihre Großmutter fielen den Morden der Nazis zum Opfer. Nachdem ihre Mutter mit ihr aus dem Durchgangslager fliehen konnte, überlebten die beiden in zahlreichen Verstecken, immer in Angst, verschleppt zu werden. Nach dem Krieg lebte Tamar zuerst in Israel und anschließend wieder in Deutschland. Ihre Erinnerungen verarbeitete sie in einem Kinderbuch, welches 2010 erschien.
RICHARD REINISCH, MEINE FLUCHTGESCHICHTE
2023, 9 Minuten
Richard Reinisch kann auf eine Kindheit zurückblicken, die geprägt ist von Flucht, Gewalt und Schmerz. Der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen und anschließend auf die Sowjetunion zwangen den jungen Richard zu einer nicht enden wollenden Flucht durch Polen, die Sowjetunion und zuletzt bis nach Budapest. Sein Vater wurde von der Gestapo ermordet, seine Mutter traf er nach dem Krieg in Israel wieder. Nur durch viele Zufälle, Hilfe und unbeschreibliches Glück überlebte er, kehrte später nach Deutschland zurück und kann heute seine Lebensgeschichte erzählen.
Das Animationsprojekt wurde vom Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. in Kooperation mit dem Flüchtlingszentrum „Fliehkraft“, Gesamtschule IGIS und Aktive Schule Köln durchgeführt.
Gefördert von: Aktion Mensch e.V., Rhein Energie Stiftung Jugend | Beruf Wissenschaft, LAG NRW.
FOTOS: https://drive.google.com/drive/folders/1qh00ZBC8jBw7qBo2WkVAcpebUwNyoSJy?usp=sharing
Kontakt:
info@nsberatung.de
Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.
Genovevastraße 72 51063 Köln
+49 (0)221 17 92 94 0