Als Häftling in Fuhlsbüttel: Jean Le Bris

Vortrag/Vorlesung
27. September 2011
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel
Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Besatzung Frankreichs – Widerstand – Deportation – Engagement nach 1945

Jean Le Bris war 16 Jahre alt, als deutsche Truppen im Juni 1940 Frankreich besetzten. Zusammen mit seinem älteren Bruder engagierte er sich in seiner bretonischen Heimat in der Résistance. Seine Widerstandsgruppe half jungen Männern, dem Zwangsarbeitsdienst (Service du Travail Obligatoire, STO) durch Vermittlung gefälschter Papiere zu entgehen.

Im Februar 1944  gelang es der Gruppe, über 40.000 Akten der STO in Quimper zu vernichten, jedoch wurde die Aktion verraten: Jean Le Bris wurde mit seinem Bruder und drei weiteren jungen Männern verhaftet und im August 1944 in das KZ Neuengamme deportiert.

Jean Le Bris ist der einzige der Gruppe, der die Deportation überlebte. Nach acht Monaten in den Außenlagern Husum-Schwesing, Hamburg-Dessauer Ufer und Hamburg-Fuhlsbüttel wurde er schwer krank im „Auffanglager“ Sandbostel befreit und kehrte nach Frankreich zurück.

Jahrzehntelang engagierte sich der Architekt Jean Le Bris im französischen und internationalen Überlebendenverband der ehemaligen Häftlinge des KZ Neuengamme. Er war maßgeblich an der Errichtung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und ihrer Umgestaltung im Jahre 2005 beteiligt. Jean Le Bris lebt mit seiner Frau in Dijon.


Ein Vortrag (mit Filmausschnitten, Fotomaterial und Dokumenten) der Hamburger Historikerin Christine Eckel.

Ort: Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933 – 1945 - Suhrenkamp 98, 22335 Hamburg (S/U-Bahnhof Ohlsdorf (S1/ U1))