Alles wieder gut?

11. April 2015
17:00 - 00:00 Uhr
Ort: Deutsches Nationaltheater, Theaterplatz 2, 99423 Weimar
Veranstalter: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

70 Jahre nach der Befreiung des KZ Buchenwald. Eine Nacht im Deutschen Nationaltheater Weimar / ab 16.00 Uhr / Deutsches Nationaltheater Eine Veranstaltung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und des Deutschen Nationaltheaters Weimar mit dem Imre Kertész Kolleg Jena, der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, der Stadt Weimar und weiteren Partnern


Am 19. April 1945 schworen die befreiten Häftlinge auf dem ehemaligen Appellplatz des Konzentrationslagers Buchenwald, für "eine neue Welt des Friedens und der Freiheit" zu kämpfen. Viele Überlebende setzten sich zeitlebens für die Verwirklichung dieser Ziele ein. 70 Jahre später fragen wir nach dem Stand der Dinge: im offenen Gespräch mit ehemaligen Häftlingen des KZ Buchenwald, darunter Éva Pusztai aus Ungarn und anderen Zeitzeugen; mit einem Podium zur Gegenwartsdiagnose, moderiert von der Journalistin Liane von Billerbeck, mit dem serbischen Schriftsteller und Diplomaten Ivan Ivanji, dem Politikwissenschaftler Prof. Hajo Funke, der Regisseurin Mo Asumang und Stiftungsdirektor Prof. Volkhard Knigge. Ein weiteres Gespräch zum NSU-Prozess mit Wolfgang Schorlau, Prof. Barbara John und Prof. Fabian Virchow fragt nach der Bedeutung von Alltagsrassismen in der Gegenwart. Die Begegnungen und Diskussionen werden gerahmt durch Ausstellungen, Musik der Contemporary Klezmer Band Kolsimcha und musikalische Interventionen von Studierenden der Hochschule Franz Liszt, Weimar mit Jazzmusik, die im Geheimen im Konzentrationslager Buchenwald entstanden ist, sowie Ausschnitte aus aktuellen Stücken des Deutschen Nationaltheaters Weimar.

Die offene Veranstaltung richtet sich an ein breites, interessiertes Publikum unterschiedlichen Alters. Der Eintritt ist frei!

 

Aus dem Programm:

16.00 UhrE-Werk:

Gastspiel "Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" von Sönke Neitzel und Harald Welzer, Schauspiel Hannover, Regie Thomas Dannemann

 

ab 17.00 Uhr


Einlass ins Große Haus

Musik im Foyer: "Schumu-Big Band" der Hochschule für Musik Weimar mit Swing aus den 1930er/40er Jahren

 

17.30 bis 18.30 UhrZeitzeugencafé im Foyer

als Ort der Begegnung in dem moderierte Gespräche mit Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald in ungezwungener Atmosphäre möglich sind. Begleitet werden diese Gespräche von Studierenden der Universität Jena.

 

ab 18.30 Uhr   


Einlass zur Großen Bühne

 

19.00 bis 20.45 Uhr Große Bühne:

Podium "Alles wieder gut? 70 Jahre nach der Befreiung des KZ Buchenwald"

In einem Podiumsgespräch mit Mo Asumang (Filmregisseurin), Prof. Dr. Hajo Funke (Politikwissenschaftler), Ivan Ivanji (Überlebender und Schriftsteller, Serbien), Prof. Dr. Volkhard Knigge (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora) und Liane von Billerbeck (Moderation) wird gefragt nach den Erfahrungen der Zeitzeugen vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen. Das Podium wird eingeleitet durch einen Kurzauftritt von Jonas Schlagowsky mit dem Monolog des „Mephisto“ aus dem aktuellen DNT-Repertoire.

Mephisto-Monolog: Jonas Schlagowsky

Podium: Mo Asumang, Prof. Dr. Hajo Funke, Ivan Ivanji, Prof. Dr. Volkhard Knigge

Moderation: Liane von Billerbeck

 

20.45 bis 23.00 UhrStationen im Haus

(einige Angebote bereits ab 17.00 Uhr)

Live-Sendung von Radio Lotte zur Situation von Flüchtlingen in Weimar und andernorts

Das Bürgerradio "Radio Lotte" ist mit einer mobilen Sendestation den gesamten Abend vor Ort, führt Interviews mit unterschiedlichen Akteuren und lädt zu Gesprächen und Diskussionen ein.

Moderation: Fritz von Klinggräf, Ronald Hirte

Vor der Studiobühne: Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung Nürnberg; es werden Führungen angeboten

Im Foyer: Kleine Lesung aus "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute"

Stände verschiedener sozialer, politischer und pädagogischer Projekte – bürgerschaftlichen Initiativen, die sich für die Rechte von Flüchtlingen oder sich in der politischen Bildung einsetzen wird ein öffentliches Forum geboten, in dem sie sich präsentieren können.

 

22.00 Uhr


Von der Ausgrenzung bis zum NSU-Terror – Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft und rechte Gewalt

Das Podiumsgespräch richtet den Blick auf die Situation heute: Der Krimiautor Wolfgang Schorlau, der zu den Hintergründen des NSU-Terrors recherchiert hat, Barbara John, die als Ombudsfrau der Bundesregierung die Familien der Opfer betreut hat, und Prof. Fabian Virchow, Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus an der FH Düsseldorf, sprechen über den NSU-Terror und die Frage nach der Bedeutung und Wirkung von Alltagsrassismus.

Podium: Prof. Barbara John, Wolfgang Schorlau, Prof. Dr. Fabian Virchow

Moderation: Dr. Raphael Utz, Imre Kertész Kolleg Jena

 

23.00 UhrGroße Bühne:

Konzert der Schweizer Contemporary Clezmer Band Kolsimcha (Die Stimme der Freude)