Alles »Versöhnungstheater«? Künstlerische Zugänge in der bildenden Erinnerungsarbeit

Vortrag/Vorlesung
17. März 2023
18:15 - 19:45 Uhr
Ort: Kleiner Saal im Theater der Jungen Welt, Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig; Online (Livestream)
Veranstalter: Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft

Format: digitale Keynote von Max Czollek mit anschließendem Fachgespräch auf dem Podium
Podiumsteilnehmer:innen: Mai-An Nguyen (Leiterin der Theaterpädagogik der Schaubühne Berlin), Martina Droste (Leiterin des Jungen Schauspiels Frankfurt), Thomas Blum (Theaterpädagoge des Theaters der Jungen Welt Leipzig) und beteiligte Jugendliche
Moderation: Dr. Sonja Begalke (Fachreferentin der Stiftung EVZ)
Zeit: 18:15-19:45 Uhr am Freitag, den 17. März 2023 
Ort: Kleiner Saal im Theater der Jungen Welt Leipzig (Anmeldung unter erforderlich)

Wer nicht vor Ort sein kann, kann sich via Livestream über den Youtube-Kanal der Stiftung EVZ dazuschalten.

Erinnerungskultur im Theater

Von manchen wird die deutsche Erinnerungskultur als ritualisiert und starr kritisiert und neue Wege für ein lebendiges Erinnern an das NS-Unrecht und den Holocaust werden gefordert: geschichtsbewusst, sensibel für die Kontinuitäten – personell und in den Köpfen – und aktivierend für ein demokratisches und humanistisches Handeln in der Gegenwart. 

In seiner aktuellen Streitschrift „Versöhnungstheater“ etwa analysiert der Autor und Lyriker Max Czollek, dass die deutsche Erinnerungskultur mit ihrer Versöhnungsrhetorik dazu diene, dass sich Deutschland als gutes und geläutertes Land neu erfinden könne. Dieses positive Selbstbild Deutschlands, dass sich so mustergültig an den Holocaust erinnere, ziele dabei auf ein Aussöhnen mit der eigenen deutschen Vergangenheit und nicht auf ein aufrichtiges Erinnern an die Opfer und ein entschiedenes Handeln in der Gegenwart, dass sich diese Katastrophe nicht wiederholt. Und so stehe die deutsche Vergangenheit auch nicht als Ressource für eine demokratische, plurale Gegenwart, „sondern als Warnung davor, wie schlimm die Dinge werden können, wenn wir nicht aufpassen.“ 

Wie kreieren die Theaterprojekte der Bildungsagenda NS-Unrecht eine lebendige und empathische Erinnerungskultur? Sind sie ihrem eigenen Anspruch gerecht geworden mit künstlerischen Zugängen Menschen zu erreichen, die sich eher nicht für die komplexe NS-Geschichte und den Holocaust interessieren? Inwiefern haben die Projekte zu einem aufrichtigen, lebendigen und kritischen Erinnern beigetragen, welches deutlich macht, dass mit der Vergangenheit auch die Zukunft die Gesellschaft verhandelt wird? Und wie wichtig ist es, dass Jugendliche aktiv teilnehmen, d.h. auch bei der Entwicklung der Stücke mitgestalten können und in ihrer Vielfalt wahrgenommen und gestärkt werden? 

Darüber soll mit den Theaterschaffenden Mai-An Nguyen (Leiterin der Theaterpädagogik der Schaubühne Berlin), Martina Droste (Leiterin des Jungen Schauspiels Frankfurt), Thomas Blum (Theaterpädagoge des Theaters der Jungen Welt Leipzig) und beteiligten Jugendlichen diskutiert werden. Max Czollek wird das Fachgespräch mit einer digitalen Keynote einleiten. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Sonja Begalke (Fachreferentin bei der Stiftung EVZ).

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Theater der Jungen Welt Leipzig durchgeführt. Für eine Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung unter erforderlich. Das TDJW lädt zudem zu einem Fachtag  im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Projektes MIRROR // MIRROR ein, der zugleich weitere Projekte aus dem Cluster „Bilden in kulturellen Räumen“ aus dem Förderprogramm Bildungsagenda NS-Unrecht der Stiftung EVZ vorstellt. Informationen zu Inhalt und Anmeldung finden Sie im Programm. 

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