Ágnes Heller: Die Welt der Vorurteile

Lesung
24. November 2015
19:00 - 00:00 Uhr
Ort: Alte Synagoge Essen
Veranstalter: Alte Synagoge Essen

Programmflyer als Download (PDF)



Ágnes Heller

Die Welt der Vorurteile

Geschichte und Grundlagen für

Menschliches und Unmenschliches

Die ungarische Philosophin Ágnes Heller

war immer eine Außenseiterin: als Jüdin,

Philosophin, Marxistin und Emigrantin.

Vorstellung und Moderation:

Dr. Uri Robert Kaufmann, Alte Synagoge


Die Philosophin Agnes Heller gilt als

Gewissen Ungarns. Sie überlebte den

Holocaust und war Opfer jahrzehntelanger

Repressionen durch das kommunistische

Regime. Die letzten Jahre trat sie immer

wieder als scharfe Kritikerin der Orban-

Regierung auf. Jetzt hat die 85-Jährige

ein neues Buch herausgebracht.

Ágnes Heller greift zurück bis in die Antike,

um zu zeigen, unter welchen Umständen

Vorurteile entstehen können. Sie fragt

nach gesellschaftlichen und psychologischen

Voraussetzungen und analysiert die

grundlegenden Vorurteile der Moderne:

rassische, ethnische und religiöse Vorurteile,

Klassenvorurteile, Vorurteile gegen

Frauen und sexuelle Vorurteile. Von

Sokrates bis Shakespeare, von Leibniz

über Weber bis Foucault und Luhmann

führt uns die Grande Dame der Philosophie

vor Augen, was sie auch persönlich

im 20. und 21. Jahrhundert erlebt hat

und noch erlebt: einen ganzen Kosmos

von Vorurteilen.

Agnes Heller, Jahrgang 1929, ist Schülerin

von Georg Lukács. Gemeinsam mit ihrer

Mutter entging sie dem Holocaust in

Budapest nur knapp, ihr Vater und viele

Verwandte wurden ermordet. Sie beteiligte

sich aktiv an der ungarischen Revolution

von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung

emigrierte sie 1977 als Professorin

für Soziologie nach Melbourne.

1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah

Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie

an der New School for Social Research

in New York. Ágnes Heller lebt heute in

Budapest.

Veröffentlichungen:

(Eine Auswahl in deutscher Sprache)

Die Welt der Vorurteile,

Edition Konturen, 2015

Der Mensch der Renaissance,

Suhrkamp Verlag, 1988

Der sowjetische Weg: Bedürfnisdiktatur

und entfremdeter Alltag, Hamburg 1983

Theorie der Gefühle, Hamburg 1980

Eine Reservierung wird empfohlen:

Tel.: 0201 82070-0

E-Mail: post@heine-buch.de

oder via Facebook

Der Eintritt ist frei.