Die Ausstellung »Affecting Memory« gewährt einen Blick auf ausgewählte internationale Positionen der performativen Aktionskunst, die sich mitihren multiplen Perspektiven radikal von traditionellen Mahn- und Denkmalsvorstellungen löst.
Gezeigt wird eine performative Gedenkkultur als Bewegung, die sich eigenständig in Form von partizipativen Prozessen, temporären Interventionen und politischen Performances entwickelt hat. Die Frage, wie Kunst gesellschaftlich fruchtbar werden, Heilungsprozesse anstoßen und politisch Einfluss nehmen kann, steht dabei im Fokus der Auseinandersetzung zwischen einer alternativen antifaschistischen Nachkriegsgedenkkultur und der gegenwärtig postkolonial geprägten globalen Gedenkkultur. So werden zu dieser derzeit weitgehend von Trauerarbeit bestimmten Erinnerungskultur Alternativen angeboten, in denen Ironie, Humor und Subversion eine konstruktive und entpolarisierende Rolle spielen, um emotional aufgeladene Problemfelder von Erinnerungen neu zu erschliessen und anders zu denken,
Angesichts der Enttäuschung, die die derzeitig wieder zunehmende Anzahl von Konflikten und Kriegssituationen. mit sich bringt, wird offensichtlich, dass viele Aspekte einer nationalen oder militaristischen Erinnerungskultur, dringend überdacht werden müssen. Der Kanon an Gedenkzeichen kann inmitten von Polarisierung, Desinformation und weltweit steigenden Spannungen, nur mit Skepsis und Frustration betrachtet werden.
Die acht an der Ausstellung »Affecting Memory« beteiligten Künstlerinnen und Künstler- C£cile Belmont, Nezaket Ekic, Wolfram Kastner, Margarete Rabow, Ute Reeh, Maya Saravia, Santiago Sierra und Roberto Uribe- bringen unsere gewohnte Art der Erinnerung »in Bewegungs, wenn sie einerseits auf andere Arten von Emotionen rund um die Konflikte der Vergangenheit abzielen und andererseits typische Repräsentationen von Erinnerung »verän- dern«, in dem sie andere Materialitäten, andere Körper sowie andere Arten der Aufzeichnung und Übermittlung von Erinnerung anbieten.
Eröffnung
Donnerstag, 16. Juni 2022 | 18 Uhr
Begrüßung: Cornelia Rößler
Vorstand Deutscher Künstlerbund
Einführung: Oscar Ardila und Stefan Krüskemper
Ausstellungkuratoren
Kuratorenführung
Donnerstag, 30.Juni 2022 | 17 Uhr
Donnerstag, 21. Juli 2022 | 17 Uhr
mit Oscar Ardila und Stefan Krüskemper
Aktionstag
Donnerstag, 01. September 2022 | 17 bis 21 Uhr
Performances mit den Künstler'innen
Nezaket Ekici | Wolfram Kastner | Roberto Uribe
Vortrag und Gespräch der Kuratorin und Autorin Paz Gueara, Haus der Kulturen der Welt und Archive in Berlin, mitden Ausstellungskuratoren Oscar Ardila und Stefan Krüskemper (in englischer Sprache)
Treffpunkt: Deutscher Künstlerbund
Ausstellungsdauer: 17. Juni bis 09. September 2022
Sommerschließzeit: 02. bis 12. August 2022
Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenfrei.