Am 18. Oktober 1941, vor 75 Jahren, verließ der erste Berliner »Osttransport« mit 1.089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung »Litzmannstadt« (Łódz´). Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit ab. Ziele der Transporte waren Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Minsk, Kowno, Riga, Piaski, Warschau, Theresienstadt, Sobibor, Rasik, Auschwitz und Sachsenhausen. Auch die jüdische Berliner Fotografin Yva, eigentlich Else Neuländer-Simon, wurde mit ihrem Mann Alfred Simon am 13. Juni 1942 mit dem 15. Osttransport in die Vernichtungslager Sobibor oder Majdanek deportiert und dort ermordet. Es gab für diesen Deportationszug keine Transportlisten. Deshalb sind sowohl Todesort sowie Todesdatum des Ehepaares nicht nachgewiesen. Insgesamt wurden bis zu sechs Millionen Kinder, Frauen und Männer Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden Europas, darunter mehr als 50.000 aus Berlin.
PROGRAMM
Begrüßung
Uwe Neumärker, Mitglied der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Grußworte
Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages
Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin (angefragt)
Gedenkrede
Horst Selbiger (*1928 in Berlin), ehemaliger Zwangsarbeiter und Überlebender
des Holocausts, Gründungsmitglied von Child Survivors Deutschland e.V. Arbeiten von Studierenden der Universität der Künste Berlin, entstanden im Rahmen eines interdisziplinären Seminars, in dem sie sich u. a. mit Biografien
deportierter KünstlerInnen auseinandersetzten – Konzept und Kuration:Roman Kroke; Projektkoordinator: Henning Wehmeyer
Musikalische Umrahmung durch den Geiger Dragan Cordes
Am Ende der Veranstaltung werden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt.Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.