mit Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller (Universität Jena)
und Dr. Andrea Zemskov-Züge (OWEN Berlin e.V.)
Am 27. Januar 1944 endete nach 900 Tagen die Belagerung Leningrads (heute St. Petersburg) durch die Wehrmacht. Bis heute ist die Erinnerung an Hunger, Kälte, Sterben und Überleben in das Gedächtnis der russischen Bevölkerung eingebrannt. Stand in der sowjetischen Zeit das zum heroischen Kampf stilisierte Ausharren in der Belagerung im Mittelpunkt der Erinnerung, sind es in jüngerer Zeit die menschlichen Tragödien und Opfer. Allein auf dem Piskarjowskoje-Friedhof sind 470.000 Tote beigesetzt, wobei die Gesamtzahl der Opfer auf über eine Million Menschen geschätzt wird. Die überlebenden „Blokadniki“ genießen bis in unsere Tage höchstes Ansehen.
Aus Anlass des 80. Jahrestags des Endes der Leningrader Blockade soll eine Bilanz der historischen Aufarbeitung des Ereignisses gezogen werden. Die Veranstaltung möchte einen Bogen schlagen von der Erinnerung an das Ereignis in der Zeit der Sowjetunion bis zur Beschäftigung mit der Leningrader Blockade im gegenwärtigen Russland.
Zur Geschichte der Leningrader Blockade hat das Museum verschiedene Publikationen veröffentlicht. U.a. das Museumsheft Die Blockade Leningrads in Selbstzeugnissen der Familie Mojshes, welches Sie für 8,00 Euro erwerben können.