Viele der jüdischen Menschen, die ab 1941 aus dem deutschen Reichsgebiet in das besetzte Polen verschleppt wurden, sind in den Vernichtungslagern der „Aktion Reinhardt“ ermordet worden. Einige wurden direkt von ihren Wohnorten aus in diese Mordstätten
gebracht, auch aus Düsseldorf. So machte etwa am 15.6.1942 ein Transport mit 1.003 Menschen am Düsseldorfer Hauptbahnhof Halt, bevor dieser dann über Lublin/Majdanek nach Sobibór geleitet wurde.
Andere, wie die 942 Menschen, die sich im April 1942 zum Abtransport am Schlachthof einfinden mussten, wurden erst an Orten wie Izbica, in sogenannten Transitghettos, monatelang festgehalten und anschließend in die Todeslager deportiert. Diese Zwangstransporte jähren sich in diesem Frühjahr und Sommer zum 80. Mal, genau wie die beiden Deportationen in das Ghetto und KZ Theresienstadt, die im Juli 1942 über den Düsseldorfer Schlachthof stattgefunden haben. Wir möchten mit unserer Vortragsreihe an diesehistorischen Ereignisse erinnern.
Alle Veranstaltungen sind in Präsenz geplant. In den Räumlichkeiten der Hochschule gilt Maskenpflicht. Bitte beachten Sie aktuelle Hinweise auf unserer Homepage.
Der Eintritt ist frei. Vor jeder Veranstaltung gibt es die Möglichkeit an einer (kostenfreien) Führung am Erinnerungsort Alter Schlachthof teilzunehmen. Wir beginnen jeweils um 18:00 Uhr an Gebäude 1. Für den Besuch der Ausstellung gilt die Maskenpflicht.
Mit zwei jüdischen Großmüttern galten sowohl Werner als auch Lore Gabelin aus Krefeld in den Augen der Nazis als „Halbjuden“. Am 17. September 1944 wurde das Ehepaar von der Gestapo festgenommen und am nächsten Tag mit dem letzten Transport über den
Düsseldorfer Schlachthof über ein Arbeitslager in Berlin in das Ghetto und KZ Theresienstadt deportiert. Lore Gabelin war damals hochschwanger und brachte ihren Sohn Thomas am 21.12.1944, im Krankenhaus des Ghettos in der Kaserne Hohenelbe, zur Welt.
Vater, Mutter und Sohn überlebten Theresienstadt mit viel Glück, im Gegensatz zu vielen anderen Verwandten, die von dort aus nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden. Sie kehrten nach Krefeld zurück.
Thomas Gabelin, Psychologe, lebt auch heute noch in Krefeld. Als Zeitzeuge berichtet er von den Erfahrungen seiner Familie in der NS-Zeit.