70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald

Gedenkveranstaltung
11. April 2015
Ort: Gedenkstätte Buchenwald
Veranstalter: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

13:30

"Meine Gravuren bilden das gesamte Lager ab". Pierre Provost, ein Résistant im Konzentrationslager Buchenwald

Ausstellungseröffnung / Gedenkstätte Buchenwald, Ehemaliges Desinfektionsgebäude

Sonderausstellung 11.04. - 30.08.2015

Der Franzose Pierre Provost (1895 – 1986), 1944/45 als politischer Häftling im KZ Buchenwald, schuf unter den Bedingungen des Lagers etwa 50 Gravuren und plastische Objekte. Das konspirative Widerstandsnetzwerk schirmte ihn dabei ab. Aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung versammelt eine Ausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald die wichtigsten dieser Zeugnisse von Kreativität und Selbstbehauptung. Sie stammen aus dem Nachlass Provosts, der im Musée de la Résistance nationale in Champigny-sur-Marne, Frankreich, aufbewahrt wird, ergänzt durch Dokumente aus Familienbesitz.

Pierre Provost, Feinpräzisionsmechaniker, suchte in der künstlerischen Bearbeitung des Metalls eine Ergänzung zu seinem Beruf. Im KZ Buchenwald war er dem Arbeitskommando „Mibau“ zugeteilt. Dort nutzte er sein spezielles Wissen zur Sabotage der Herstellung von Raketensteuerungselementen. Heimlich gravierte er auf gefundene und bearbeitete Materialien wie 5 Reichsmark Münzen oder Löffel Lagermotive und symbolische Darstellungen, fertigte Medaillen und Plaketten. Darunter waren einige Arbeiten für Mithäftlinge zum Dank für solidarisches Verhalten. Auch Fundholz eines Gewehrkolbens, eines Schirmgriffs oder auch von der Goethe-Eiche verwendete Pierre Provost für seine Gravuren. Die Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April 1945 erlebte er als Mitglied der "Französischen Befreiungsbrigade". Mit etwa 50 Gravuren, Vorzeichnungen und drei Notenheften mit Skizzen kehrte er im April 1945 nach Frankreich zurück.

Eine Ausstellung der Association Française Buchenwald Dora und Kommandos und des Musée de la Résistance nationale, Champigny-sur-Marne, mit besonderer Unterstützung von Gisèle Provost, Tochter des Künstlers


15:00

Einweihung der Installation zu den Außenlagern des KZ Mittelbau-Dora

an der ehemaligen Bahnhofsrampe in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Das Hauptlager Dora war das Zentrum eines weit verzweigten Netzes von KZ-Außenlagern, das sich über den gesamten Südharz erstreckte. Im Oktober 1944 fasste das SS-Wirschaftsverwaltungs-Hauptamt die 39 Außenlager zum selbstständigen KZ Mittelbau zusammen, in dem die SS Anfang 1945 über 40.000 Menschen gefangen gehalten hielt. In den meisten Mittelbau-Lagern wurden die Häftlinge gezwungen, weitere Stollenanlagen voranzutreiben. Ein Großteil dieser unterirdischen Anlagen wurde nie fertig gestellt. Vorgesehen waren sie für Flugzeugwerke des Junkers-Konzerns und für die Untertage-Verlagerung der Mineralölindustrie. In der Nähe der Baustellen richtete die SS Außenlager ein. Die größten KZ-Außenlager entstanden in der Nähe von Nordhausen in den Gemeinden Ellrich, Harzungen und Rottleberode.

Das Projekt „Installation Außenlager“ wurde durch den Beirat ehemaliger Häftlinge der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora initiiert. Entstanden ist ein Informations- und Erinnerungsort, der die mörderische Zwangsarbeit auf den Baustellen der Mittelbau-Lager in den Mittelpunkt stellt. Die Bergsicherung Ilfeld GmbH hatte anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens um Spenden für dieses Projekt gebeten, mit denen es 2015 realisiert werden konnte.

Auch im Namen der ehemaligen KZ-Häftlinge danken wir allen Spendern.

Gestaltung: Sehen und Verstehen Peter Götz, München


 

15:15Schweigeminute zum Zeitpunkt der Befreiung des KZ Buchenwald vor 70 Jahren


Individuelles Gedenken / Gedenkstätte Buchenwald, ehemaliger Appellplatz

Schweigeminute für alle Opfer des KZ Buchenwald

Begrüßung: Rikola-Gunnar Lüttgenau, Stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora