Im Spanischen Bürgerkrieg kämpften franquistische Putschisten mit der Unterstützung des faschistischen Italiens und des nationalsozialistischen Deutschlands gegen Antifaschist*innen aus der ganzen Welt. Rund 40.000 Freiwillige kämpften in den Internationalen Brigaden auf der Seite der Republik. Ernest Hemingway, George Orwell, André Malraux und andere Schriftsteller*innen engagierten sich auf Seiten der Republik und prägten mit ihren Berichten die Sicht der Zeitgenoss*innen. Im Zuge der Blockkonfrontation des Kalten Krieges wurde die Bürgerkriegserfahrung allerdings zunehmend ideologisiert und geschichtspolitisch instrumentalisiert. Die europäische Erfahrungsgemeinschaft integrierte sich zudem in die jeweiligen nationalen Erinnerungsgemeinschaften ihrer Herkunftsländer. Die Stiftung Ettersberg und die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen greifen diese zentrale europäische Erfahrung des 20. Jahrhunderts auf und beleuchten die Internationalen Brigaden in erinnerungskultureller Dimension.
Zum einen wird der Rolle der ehemaligen Spanienkämpfer*innen bei der Konstruktion der jeweiligen nationalen Gedächtnisse nachgegangen, zum anderen werden die nationalen sowie die europäischen Repräsentationen der Interbrigadist*innen näher beleuchtet. Anschließend soll die Frage diskutiert werden, welche Rolle die Internationalen Brigaden im heutigen europäischen Gedächtnis einnehmen können.
Tagungsgebühr: 20€ (ermäßigt 10€)
Anmeldung bis 21.10.2022