„2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß“ Die Gegenwart der Vergangenheit in einer deutschen Familie

Film
12. November 2014
20:30 - 00:00 Uhr
Ort: GOLEM, Große Elbstraße 14, 22767 Hamburg
Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Seit 1941 war Hanns Ludin Gesandter des nationalsozialistischen Deutschland in der Slowakei und dort unter anderem zuständig für die Deportation der slowakischen Juden. Nach Kriegsende zunächst auf der Flucht, stellte er sich den Alliierten. Ludin wurde in der Slowakei zum Tode verurteilt und im Dezember 1947 in Bratislava hingerichtet.

Malte Ludin, jüngster Sohn von Hanns Ludin, zeigt in seinem dokumentarischen Film den Einfluss der Täterschaft seines Vaters auf dessen Witwe, die Kinder und Enkelkinder noch 60 Jahre nach der Befreiung und präsentiert ihre unterschiedliche Einschätzung

Hanns Ludins als Held, Märtyrer oder Verbrecher.

Der hochemotionale innerfamiliäre Umgang mit der Täterschaft Hanns Ludins schwankt zwischen Verdrängung, Verleugnung, Anklage und der Sehnsucht nach Entschuldung. Das beeindruckende binnenfamiliäre Psychogramm zeigt eindrucksvoll, wie unlösbar deutsche Identitäten mit den NS-Verbrechen verbunden sind.

Thomas Käpernick von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme wird in den 85-minütigen Dokumentarfilm einführen.