Projektbeschreibung:
Tagungsort.Hotel Erbprinz, Schweriner Str. 38, 19288 Ludwigslust..Nachdem wir schon seit einigen Jahren nur noch in Ausnahmefällen mit Zeitzeug-Innen der NS-Diktatur zusammenarbeiten können, werden die historischen Orte des Unterdrückungssystems die zentralen Zeugen für den Terror. Die Standorte der ehemaligen KZ-Außenlager, die es in Mecklenburg-Vorpommern gab, sind heute zumeist kaum noch erkennbar und nur spärlich durch Gedenktafeln, Steine oder anderes markiert. Ihr bloßes, nicht bestreitbares Vorhandensein genügt aber offensichtlich nicht, um die Erinnerung im notwendigen Maß zu bewahren; die Aktivitäten von Neonazi-Gruppen sowie der NPD und ihre Attraktivität zeigen das.überdeutlich. Um so wichtiger ist die Arbeit mit den historischen Orten – und dabei kommt es ganz entscheidend auf die Art der Arbeit damit an: Wie werden die Orte präsentiert, wer nutzt sie, welche Wirkungen können beobachtet bzw. erwartet werden, wie nachhaltig sind sie?..Solche Fragen der Präsentation historischer Orte und der Arbeitsformen sind auch das Thema des Landesgedenkstättenseminars in Ludwigslust. Es geht um eine kritische Bilanz der bisherigen gedenkstättenpädagogischen Routine. Es zeichnet sich ab, dass es nicht nur die Zäsur gibt, die eine Arbeit ohne ZeitzeugInnen bewirkt, sondern auch einen Übergang zu neuen gedenkstättenpädagogischen Grundkonzeptionen, der „klassische“, gewohnte Formen in den Hintergrund drängt oder gleich ganz ablöst und verabschiedet...Programmablauf..Freitag, 20. Juni 2008..10:30 Uhr Begrüßung: Udo Michallik, Staatssekretär MBWK;.Hans-Jürgen Zimmermann, Bürgermeister, Ludwigslust..11:00 Uhr Einführung Prof. Dr. M. Pfüller (Politische Memoriale): Neue Zeiten – neue Formen für das Gedenken in Gedenkstätten und an historischen Orten?..12:00 Uhr Clemens Heinrichs, (Gedenkstätte Oberhausen): Stufen des Wandels von Gedenkstätten am Beispiel der Gedenkhalle Oberhausen..13:00 Uhr Mittagessen..14:00 Uhr Exkursion nach Ludwigslust, Neustadt-Glewe und Wöbbelin..17:30 Uhr Podiumsdiskussion zu der aktuellen Situation der besichtigten Gedenkorte..18:30 Uhr Abendessen..19:00 Uhr Filmangebot: „Und am Ende kommen Touristen“..Samstag, 21. Juni 2008..9:00 Uhr Dr. Matthias Heyl (Gedenkstätte Ravensbrück): Tradition und Wandel im Mainstream der Gedenkstättenarbeit – ist eine „neue Pädagogik“ notwendig oder unausweichlich?..10:00 Uhr Julia Franz (Anne Frank Zentrum Berlin): Ergebnisse der Arbeit mit neuen Medien..11:00 Uhr Arbeit in Workshops zu ausgewählten Aspekten neuer pädagogischer Ansätze in der Gedenkstättenarbeit und –pädagogik:..Workshop 1 – Pädagogische Materialien zur Vorbereitung und Durchführung von Gedenkstättenbesuchen..Ulrike Maschner (Neubrandenburg).Ramona Ramsenthaler (Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin)..Die wenigen baulichen Überreste und Spuren sollten mit Fragestellungen erschlossen und diskutiert werden. Wie können solche, den Gedenkstättenbesuch unterstützende Materialien aussehen? Im Workshop werden Erfahrungen bei der Entwicklung solcher Materialien und ihrer Anwendung in der pädagogischen Praxis vorgestellt...Workshop 2 – Gedenkorte und „per-formances“ – was geht, was geht nicht?..Julia Franz (Anne Frank Zentrum)..Um das Interesse der BesucherInnen an den Gedenkorten und an der Sache zu wecken, „inszenieren“ inzwischen viele Orte eine Vielzahl von „Ereignissen“: Theaterstücke, szenische Lesungen, Kunstinstallationen usw. Manchmal regen sich Zweifel und Widerspruch, wenn die Orte und die „performances“ nicht zueinander zu passen scheinen, wenn die Würde des Ortes oder die der Opfer verletzt scheinen. Neben den gelungenen Beispielen soll es in dieser Gruppe insbesondere auch um die Grenzen der künstlerischen Arbeit gehen...Workshop 3 – Abkehr vom Text und „iconic turn“..Prof. Dr. Matthias Pfüller (Politische Memoriale e. V. M-V)..Die Kritik an der Textlastigkeit vieler Ausstellungen ist alt und bekannt. Immer mehr „bewegte Bilder“ treten an die Stelle von Texten, also Filme, PC-generierte Bildfolgen (z. T. auch in Touch-screen-PCs integriert) und schließlich Material aus dem Internet, das bereits bestimmte Stilmerkmale aufweist. In der Gruppe soll darüber diskutiert werden, welche Folgen diese Entwicklung bisher hatte und welche weiteren Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten sich abzeichnen...13:00 Uhr Mittagessen..14:00 Uhr Vorstellung der Diskussionsergebnisse der Workshops..15:00 Uhr Abschlussrunde..16:00 Uhr Ende des Seminars..Übernachtung:.Im Hotel Erbprinz, Schweriner Str. 38 und.im Hotel de Weimar, Schloßstraße 15..Teilnahmegebühr:.35,- € (bei Übernachtung im EZ),.25,- € (bei Übernachtung im DZ),.15,- € ohne Übernachtung.(Ermäßigung auf vorherige Anfrage) ..Wir bitten um Anmeldung bis.13. Juni 2008!
Kontakt
Politische Memoriale e. V. M-V
Severinstraße 6
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