Projektbeschreibung:
Im Zuge des nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungskrieges wurden Millionen von Menschen nach Deutschland zwangsverschleppt, ausgebeutet und ihrer individuellen Selbstbestimmungsrechte beraubt. Die gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Themas in Deutschland hat zwar bereits in den achtziger Jahren begonnen. Trotzdem bedurfte es noch einer breiten, international geführten Debatte Ende der 1990er Jahre über die Entschädigung überlebender Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, um diesem historischen Faktum eine größere gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu widmen. .Dabei spielte die Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Jahre 2000, die seitdem Zahlungen an inzwischen über 1,6 Millionen Menschen in mehr als 90 Ländern geleistet hat, eine wichtige Rolle. Der Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung hat darüber hinaus mehr als 2000 internationale Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern finanziell gefördert und einen reichen Bestand von lebensgeschichtlichen Interviews mit früheren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern erheben lassen. Die Errichtung eines der Stiftung Topographie des Terrors angeschlossenen Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide, das nach langjährigem bürgerschaftlichen Engagement entstanden ist, ist ein weiterer Ausdruck dieser stärkeren gesellschaftlichen Wahrnehmung. .Während sich die Erinnerungs- und Bildungsarbeit zum Thema NS-Zwangsarbeit bisher stark auf die Perspektive der Überlebenden konzentrieren konnte, so stehen wir heute an der Schwelle von der Zeitgeschichte zur Geschichte, wo immer weniger Zeitzeugen für Begegnungen und Zeugnisablegen zur Verfügung stehen...Die Stiftung Topographie des Terrors und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ werden vom 30. August bis 1. September 2007 in Berlin eine Tagung veranstalten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Schicksal der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während der NS-Zeit zukünftig in der Bildungsarbeit vermittelt werden kann, nicht zuletzt unter der besonderen Berücksichtigung der zunehmenden Differenzierung der biographischen, sozialen und nationalen Hintergründe junger Menschen..Als Grundlage für die Diskussion soll ein möglichst breiter und vielfältiger Überblick über die Bildungsarbeit, die in den letzten Jahren zu diesem Themenbereich im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat, gegeben werden. Dies soll in der Form von Arbeitsgruppen (Möglichkeit zur Vorstellung und Diskussion von Projekten und Materialien) und eines die ganze Tagung begleitenden „Markts der Möglichkeiten“ (mit Infoständen) geschehen...Dieser „Call for Projects“ dient der Vorbereitung des Tagungsprogramms und richtet sich an alle Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen, die in den letzten Jahren Projekte zur Zwangsarbeit in der NS-Zeit durchgeführt haben. ..Sie können Vorschläge für eine maximal 20-minütige Präsentation in einer Arbeitsgruppe oder für eine Präsentation auf dem „Markt der Möglichkeiten“ zu folgenden Schwerpunkten einreichen: .1. Bildungsarbeit mit Zeitzeugenbegegnungen, Spurensuche.2. Bildungsarbeit mit autobiographischen Zeugnissen von Überlebenden (Tagebücher, Memoiren, Briefen u.ä.) und anderen zeitgenössischen Unterlagen .3. Bildungsarbeit mit künstlerischen Zeugnissen ehemaliger Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen (z.B. Werke der bildenden Kunst, Musik, Literatur).4. Bildungsarbeit mit lebensgeschichtlichen Video- und Audiointerviews etc..5. Allg. Aufarbeitung von Archivalien, Nachlässen und anderen zeitgenössischen Dokumenten.6. Künstlerische und mediale Formen der Aneignung und Vermittlung, wie z.B. Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Kunstprojekte, Dokumentar- oder Spielfilme etc..7. Erfahrungen in der Bildungsarbeit mit neuen Medien, auch interaktiv und mit dem Internet.8. Bildungsarbeit mit Ausstellungen, Gedenkorten, Gedenktafeln in der Lokal- und Regionalgeschichte u.ä..9. Bildungsangebote für spezielle Lerngruppen wie z.B. Berufsschulgruppen und Lehrlinge, deutsche und ausländische Migranten, internationale Gruppen etc..Ausgehend von den eingereichten Vorschlägen werden wir den Markt der Möglichkeiten planen und die Arbeitsgruppen strukturieren, um so eine intensive Diskussion zu ermöglichen. ..Wir bitten alle Interessenten, ihr Projekt bis 15. April 2007 auf maximal einer DIN A 4 mit folgenden Angaben einzureichen:.- Präsentation für.a) Markt der Möglichkeiten oder .b) Arbeitsgruppe.- Welchem Schwerpunkt dieser Ausschreibung ist Ihr Projekt zuzuordnen?.- Kurze Darstellung, warum das Projekt für die künftige Bildungsarbeit besonders geeignet ist..- Hinweise zu den medialen Formen, mit denen das Projekt vorgestellt wird (eventuell Flyer, Publikationen etc. mit einsenden)...Vorschläge sind zu richten an:.Stiftung Topographie des Terrors.Gedenkstättenreferat.Stresemannstraße 111.10963 Berlin.030/254509-20.tagung@topographie.de..Die Auswahl erfolgt im April. Die Einladung mit dem Tagungsprogramm wird im Mai 2007 versandt. .Falls Sie kein Projekt vorstellen möchten, jedoch Interesse an dieser Tagung haben, können Sie sich bereits den Termin vormerken. Anmeldungen für die einfache Tagungsteilnahme werden erst nach Versand des Tagungsprogramms entgegen genommen. .Aktuelle Informationen über die Tagung finden Sie ab April unter www.topographie.de
Kontakt
Stiftung Topographie des Terrors
Gedekstättenreferat
Stresemannstr. 111
10963 Berlin
Tel.: 030 - 25 45 09-20
eMail: tagung@topographie.de