Projektbeschreibung:
Berlin, 1. September 2008. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" startet am heutigen Jahrestag des Kriegsbeginns die Förderung von 13 internationalen Forschungsprojekten, die sich mit der NS-Zwangsarbeit befassen. Ziel des Förderprogramms „Dokumentation der Zwangsarbeit als Erinnerungsaufgabe“ ist, bisher unbekannte Aspekte der NS-Zwangsarbeit und die Situation in den ehemals besetzten Ländern zu untersuchen. .. ..„Die Zahlungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter waren eine humanitäre und materielle Geste der Anerkennung des Unrechts jedem Einzelnen gegenüber. Das jetzt gestartete Forschungsprogramm hat eine Würdigung der NS-Opfer, vor allem in den früher besetzten Gebieten, zum Ziel. Es soll zudem zu einem besseren Verständnis des Gesamtsystems der NS-Politik zur Zwangsarbeit beitragen.“, erklärt Vorstandsmitglied Günter Saathoff... ..Die Stiftung sieht sich auch nach Ende der Auszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter ihrem Auftrag verpflichtet, die Erinnerung an nationalsozialistisches Unrecht wach zu halten. „Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verpflichtet uns zum Jahrestag des Kriegsbeginns auch, uns heute für Völkerverständigung und Menschenrechte einzusetzen", bekräftigt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Martin Salm... ..Im Laufe der Auszahlungen wurde deutlich, dass rund 12 Millionen Zwangsarbeiter nicht nur in das Deutsche Reich deportiert, sondern auch in großer Zahl in ihrer Heimat inhaftiert und zur Arbeit gezwungen wurden. Über die historischen Umstände der NS-Zwangsarbeit in den besetzten Gebieten ist bis heute noch wenig bekannt. So sollen im Rahmen des Forschungsprogramms u.a. die Zwangsarbeit von Kindern im besetzten Polen, die deutsche Rekrutierungspraxis von Zwangsarbeitern im Baltikum oder das Schicksal der in die heutige Westukraine verschleppten Roma erforscht werden. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich die Zwangsarbeit auf den weiteren Lebensweg der Opfer nach ihrer Rückkehr in die Heimat ausgewirkt hat... ..Die Förderung des Programms beläuft sich auf eine Gesamtsumme von 900.000 Euro. Die Forschungsprojekte wurden von einer international besetzten Expertengruppe zur Förderung empfohlen und sollen im Jahre 2010 abgeschlossen sein. Durchgeführt werden sie u.a. von historischen Instituten, Gedenkstätten und Nationalarchiven in Deutschland, Tschechien, Großbritannien, Belarus, Israel und Rumänien....Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" unterstützt internationale Projekte in den Bereichen Auseinandersetzung mit der Geschichte, Handeln für Demokratie und Menschenrechte sowie humanitäres Engagement für Opfer des Nationalsozialismus. Seit Gründung der Stiftung im Jahr 2000 konnten bereits etwa 1.500 Projekte gefördert werden...
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