Russische und deutsche Jugendliche auf gemeinsamer Spurensuche in der Gedenkstätte Augustaschacht

16. August 2013

Aus Sankt Petersburg, Vologda, Regensburg und Leverkusen sind einige der 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des deutsch-russischen Sommerlagers in der Gedenkstätte Augustaschacht angereist. Bereits zum achten Mal kommen junge Menschen in Zusammenarbeit mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ins Osnabrücker Land, um zwei Wochen vom 16. - 26. Juli 2013 bei der Erforschung der Geschichte des Augustaschachtes mitzuhelfen. Sie sind zwischen 15 und 24 Jahren alt, und suchen unter Leitung der Stadt- und Kreisarchäologie nach Spuren des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Ohrbeck, einem KZ der Gestapo. In diesem Jahr sind die Grabungen auf das in der Nachkriegszeit abgerissene Nachbargebäude des Augustaschachtes konzentriert. In dem Gebäude, das im vorletzten Jahrhundert einen Dampfkessel beherbergte, wohnten während des Zweiten Weltkrieges deutsche Familien in Nachbarschaft zu den Zwangslagern im Augustaschacht. In Workshops, Exkursionen und einem Zeitzeugengespräch mit einem Osnabrücker, der als Jude in der Sowjetunion den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung der deutschen Besatzungsmacht überlebt hatte, vertiefen die Teilnehmer des Sommerlagers die durch die Grabungen aufgeworfenen Themen. Auf diese Weise können sie auch ihre eigenen Familiengeschichten und aktuellen Lebenserfahrungen einbringen.

Die Grabungen werden vom 29. Juli bis zum 7. August 2013 von 15 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workcamps von Service Civil International in der Gedenkstätte Augustaschacht fortgesetzt. Neben jungen russischen und deutschen Freiwilligen werden auch Teilnehmer aus Kirgisistan, Spanien, Italien und Taiwan erwartet. Das deutsch-russische Sommerlager und das Workcamp werden von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, der Stadt Georgsmarienhütte, dem Haus Ohrbeck, dem Lions Club Osnabrück und von engagierten Bürgern gefördert und von der Bildungswerkstatt Georgsmarienhütte und dem Deutschen Roten Kreuz in Holzhausen unterstützt.