Recherche nach NS-Raub- und Beutebüchern im Bestand der Göttinger Universitätsbibliothek

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
16. September 2009

Projektbeschreibung:

Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.beschäftigt sich seit dem 1. September 2008 mit der systematischen.Ermittlung von NS-Raub- und Beutegut in ihren Beständen. Im Rahmen eines.Vorprojekts, das durch das Präsidium der Universität Göttingen sowie aus.Eigenmitteln der Bibliothek finanziert wurde, konnte eine erste.Bestandsaufnahme der Buchbestände vorgenommen werden. Dabei wurden.sämtliche 100.000 Eintragungen in den Zugangsbüchern von 1933 bis 1950.geprüft, um den Umfang verdächtiger Erwerbungen festzustellen. Aufbauend.auf diese ersten Ergebnisse wurde ein detailliertes Projektkonzept.erarbeitet. Unter dem Titel "Ermittlung und Restitution von NS-Raubgut.der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen" wird.seit dem 1. Juni 2009 vom Institut für Museumsforschung der Staatlichen.Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) ein Projekt über.einen Zeitraum von einem Jahr mit Mitteln aus dem Haushalt des.Kulturstaatsministeriums gefördert. Das Projekt, an dem Wissenschaftler.und Bibliothekare der SUB beteiligt sind, kooperiert mit einem parallel.laufenden Forschungsprojekt des Seminars für Deutsche Philologie, in dem.mehrere tausend Erwerbungen für die germanistische Seminarbibliothek.während des Dritten Reiches geprüft werden. ..Nach den bisherigen Untersuchungen ist davon auszugehen, dass die.Bibliothek in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig Bücher in.ihre Bestände aufnahm, die zuvor von den Nationalsozialisten.beschlagnahmt worden waren. Mittlerweile sind im Rahmen des Projektes an.der SUB Göttingen rund 7.000 Werke als eventuelle Raub- oder Beutebücher.in einer Datenbank erfasst worden. Sie werden derzeit auf mögliche.Provenienzeinträge hin untersucht. Begleitend werden in verschiedenen.Archiven genauere Informationen über die jeweilige Art und die Umstände.der Erwerbung gesucht. Ziel des Projektes ist neben der Ermittlung von.Raub- und Beutegut auch die Vorbereitung und Durchführung einer.Restitution der unrechtmäßig erworbenen Bücher an ihre ursprünglichen.Eigentümer bzw. deren Rechtsnachfolger. Zusätzlich sollen bei allen.unrechtmäßig erworbenen Büchern im Bibliothekskatalog Hinweise auf die.Umstände der Erwerbung und ggf. vorhandene Provenienzeinträge gegeben.werden. Informationen über die Ziele des Projektes, aktuelle Ergebnisse.und die bereits als Raub- und Beutegut ermittelten Bücher werden auch,.sowie gesicherte Ergebnisse vorliegen, über die Website des Projektes.(http://www.sub.uni-goettingen.de/ebene_1/1_geschichte_raubgut.htm.de).öffentlich zugänglich gemacht. Daneben werden kontinuierlich die.neuesten Forschungsergebnisse in Vorträgen und begleitenden.Publikationen vorgestellt. Generell dient das Forschungsprojekt als.Grundlage für eine weiterführende wissenschaftliche Beschäftigung mit.der Geschichte der Universitätsbibliothek und ihrer Erwerbungspolitik in.der Zeit des Dritten Reiches.

Kontakt

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Dr. Silke Glitsch

37070 Göttingen

Tel.: 0551-3922456

eMail: glitsch@sub.uni-goettingen.de