Museen und Ausstellungen in den deutsch-polnischen Beziehungen

Inter Finitimos. Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte
15. Dezember 2012

Museen und Ausstellungen begleiten seit Jahrzehnten die deutsch-polnischen Beziehungen. Sie versuchen, sie zu visualisieren, sie nahezubringen, aber auch einen kulturellen Hintergrund für die Politik zu bieten. Sie ermuntern zu Debatten, können aber auch zu Auseinandersetzungen führen.

Zurzeit beobachten wir in der „Museums-Industrie“ einen enormen Boom. Es entstehen neue Museen sowohl in Polen als auch in Deutschland, und es kommen ständig neue Initiativen hinzu. Es scheint, als ob eine Art Drang existiere, manche Themen in die Museumslandschaft und damit in das kollektive Gedächtnis zu übernehmen. In den letzten Jahren wurde in der Bundesrepublik eine Reihe von wichtigen Ausstellungsinstitutionen eröffnet, die sich in unterschiedlichem Umfang und Kontext mit polnischen Themen sowie den deutsch-polnischen Beziehungen beschäftigen. Außerdem wurden einige ältere Ausstellungen in Gedenkstätten modernisiert. Ähnliche Tendenzen lassen sich auch in Polen beobachten. Einige Projekte wurden schon realisiert, andere sind in Vorbereitung. Die Entstehung mancher Museen ruft Diskussionen hervor, und zwar nicht nur in Polen. Es scheint, als ob das Museum des Warschauer Aufstands und das Projekt des Museums der polnischen Westgebiete, das in Breslau entstehen soll, die meiste Aufmerksamkeit weckt. Außerdem wird bestimmt sowohl der Bau des Danziger Museums des Zweiten Weltkrieges als auch des Warschauer Museums der Geschichte der polnischen Juden noch wiederholt in die Debatten zurückkehren.

Die neueste Ausgabe unseres Jahrbuchs möchten wir bereits bestehenden Museumsprojekten und Ausstellungen, die sich mit dem deutsch-polnischen Verhältnis beschäftigen, wie auch den erst entstehenden Vorhaben widmen. Sollte das dort präsentierte Bild des Nachbarn einer Annäherung dienen oder andere Ziele verfolgen? Vereinfachen oder verzerren sogar die Museen und Ausstellungen durch ihre populärwissenschaftliche Überlieferung die Geschichte, oder werden sie zu einem der wichtigsten Instrumente ihrer Popularisierung? Wie sieht die Zukunft der historischen Museen aus? Fördern wir damit den Friedhofsbau, wie ein polnischer Minister einst sagte? Hat der Bau solcher großen und kostspieligen Vorhaben überhaupt einen Sinn im Zeitalter des Internets und der virtuellen Welt?

Wir laden dazu ein, uns Beiträge zu diesem Themenschwerpunkt zuzuschicken und an der Diskussion teilzunehmen.

Außerdem veröffentlicht „Inter Finitimos – Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte“ Originalbeiträge aus dem Bereich der Kulturwissenschaften, in denen eigene Forschungsvorhaben und Projekte (Staatsexamens-, Magisterarbeiten, Dissertationen, Habilprojekte) vorgestellt oder markante Thesen vertreten werden, die zur wissenschaftlichen Diskussion anregen. Der Umfang der Beiträge sollte 15.000 Zeichen (mit Leerzeichen) nicht übersteigen. Hinweise zur Gestaltung des Manuskriptes finden Sie auf unserer Webseite www.interfinitimos.de.

Interessenten werden gebeten, ihre Beiträge und Themenvorschläge mit der Redaktion abzusprechen.

Textvorschläge für das Jahrbuch 10 (2012) bitte in Form von Dateien und in deutscher oder polnischer Sprache an:

infos@<wbr></wbr>interfinitimos.de

Einsendeschluss für die Beiträge ist der 15. Dezember 2012.

Inter Finitimos. Jahrbuch zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte

Pod red. Peter Fischer, Basil Kerski, Isabel Röskau-Rydel, Krzysztof Ruchniewicz, Sabine Stekel, Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e.V., Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Wrocław/Breslau / Centrum Studiów Niemieckich i Europejskich im. Willy’ego Brandta Uniwesytetu Wrocławskiego

 

Kontakt:

Prof. Dr. habil. Krzysztof Ruchniewicz

Direktor und Lehrstuhlinhaber für Zeitgeschichte

Willy Brandt Zentrum für Deutschland und Europastudien der Universität Wroclaw

ul. Strażnicza 1-3

PL-50-206 Wroclaw

Tel. +4871/3759501

Fax:+4871/3279361

e-Mail: ruchniewicz@<wbr></wbr>wbz.uni.wroc.pl

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