Lern- und Gedenkort Hotel Silber ist ein Erfolg der Jusos

Jusos Baden-Württemberg
1. Februar 2016

Im Januar 2011 veröffentlichte der damalige Juso-Landesvorsitzende Frederick Brütting eine Pressemitteilung, in der er deutlich vor einem geplanten Abriss des sogenannten „Hotel Silber“ warnte. Er sagte damals: „Die schwarz-grüne Koalition im Stuttgarter Gemeinderat möchte zu Gunsten der Profit-Interessen des Breuninger-Konzerns ein Mahnmal an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten abreißen.“

Nach jahrelangem Einsatz stellt sich rund fünf Jahre später die Situation gänzlich anders dar. Der Abriss wurde abgewendet und heute wurden die Verträge zur Ausgestaltung eines Lern- und Gedenkortes in der Dorotheenstraße 10, der ehemaligen Württembergischen Zentrale der Gestapo, unterzeichnet. Der beharrliche Einsatz für den Erhalt hat sich schlussendlich ausgezahlt. Maßgeblich hierfür war eine Nebenabsprache im Grün-Roten Koalitionsvertrag 2011, in der die SPD, maßgeblich vorangetrieben von den Jusos, damals den Erhalt des historischen Ortes festschreiben konnte.

In einem bundesweit einmaligen Prozess entsteht an der Stelle, an der großes Unrecht und vielfaches Leid über viele Menschen gebracht wurde, nun ein lebendiger Lern- und Gedenkort. Einmalig daran ist, dass die Konzeption gemeinsam mit dem landeseigenen Haus der Geschichte und einem bürgerschaftlich organisierten Verein erfolgt, eine gewinnbringende Partnerschaft von Bürgerschaft und staatlichen Institutionen.

„Ein Blick in die Vergangenheit hilft uns dabei, manche Entwicklungen in der Gegenwart zu verstehen. Daher müssen wir Geschichte lebendig halten und deutlich machen, dass Faschismus und rechtes Gedankengut, leider kein Thema von gestern ist, sondern leider aktueller den je“ kommentiert der heutige Juso-Landesvorsitzende Leon Hahn, die Unterzeichnung der Vereinbarungen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist es wichtig, sich die Geschichte wieder ins Bewusstsein zu holen und Folgerungen für die Gegenwart zu ziehen. Bis Ende 2017 soll nun ein lebendiger und moderner Lern- und Gedenkort entstehen, nicht zuletzt ein Erfolg der Beharrlichkeit und des Engagements der Jusos Baden-Württemberg.

Ziel muss eine öffentliche Gedenkstätte werden, die Stuttgart bisher in einem angemessenen Umfang fehlt. Dabei sollen alle Interessensgruppen einbezogen werden. „Wir möchten auch im weiteren Prozess anregen, Interessengruppen und interessierte BürgerInnen, wie zum Beispiel den „Cluster – Das Streben nach Exzellenz bei der Vermittlung der Werte der Demokratie und der Menschlichkeit“ miteinzubeziehen“ macht die stellvertretende Landesvorsitzende, Daria Becker deutlich. „Es gibt vielfältige Sichtweisen und historische Erkenntnisse über das grausame Wirken der Nazis rund um das Hotel Silber. Es sollten möglichst alle Sichtweisen miteinfließen dürfen, um eine würdige Gedenkstätte zu schaffen“, macht auch Leon Hahn abschließend deutlich.

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