Konferenz - Bundeswehr und Gedenkstätten von den 1950er Jahren bis zur Gegenwart. Bestandsaufnahme und Perspektiven

Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, ..KZ-Gedenkstätte Neuengamme, ..KZ-Gedenkstätte Dachau, ..Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, ..Stiftung Topographie des Terrors Berlin
17. September 2007

Projektbeschreibung:

Die Tagung thematisiert die historische Bildung von Bundeswehrangehörigen an Gedächtnisorten zum Nationalsozialismus vor dem Hintergrund vergangener und gegenwärtiger geschichtspolitischer Entwicklungen und daraus resultierender Veränderungen von Gedenkstätten und Bundeswehr. Von Interesse ist einerseits, wie sich Gedenkstättenbesuche und allgemeiner die Auseinandersetzung mit Zweitem Weltkrieg und Nationalsozialismus in der historisch-politischen Bildung der Bundeswehr bis heute entwickelt haben, andererseits, welche Ziele, Konzepte und Erfahrungen Gedenkstätten verfolgen und inwieweit die Bundeswehr als Besuchergruppe hierbei eine Rolle spielt...Es geht besonders um die Erfassung von aktuellem Bildungsverständnis, Bildungsanspruch und den daraus abgeleiteten Bildungszielen, die von Seiten der Bundeswehr an einen Gedenkstättenbesuch und an die Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalsozialismus herangetragen werden; Traditionsverständnis, Traditionspflege und das Konzept der Inneren Führung bilden einige dieser Auseinandersetzung zugrunde liegende Faktoren, weiterhin sind der Auftrag der politischen Bildung in der Bundeswehr und zuletzt die konkreten Erwartungen und Ziele, die mit einem Besuch der Gedenkstätte verbunden sind, von Bedeutung...Bildungsverständnis, -anspruch und die daraus abgeleiteten Bildungsziele der Gedenkstätten als Verknüpfung von Gedenk- und Lernorte bilden hierzu das Gegenstück: Es soll problematisiert werden, ob und welche Herausforderungen an Besucher dadurch gestellt sind, dass an Gedenkstätten die Geschichte des Nationalsozialismus und der spätere Umgang mit dieser Geschichte unter der Perspektive der Opfer/Überlebenden betrachtet wird. Vor dem Hintergrund dieser Perspektivenfrage sollen Bildungsziele und Möglichkeiten der Vermittlung sowie die gesellschaftliche Funktion der Gedenkstätten im Rahmen der Erinnerungs- und Geschichtspolitik, auch im Hinblick auf die Debatte der Viktimisierung der Deutschen behandelt werden...Die Perspektive der Überlebenden und die Perspektivgebundenheit der KZ-Gedenkstätten mit den Konzepten des "Bürgers in Uniform" und der Inneren Führung zu verknüpfen und von hier aus eine Brücke hin zur Sensibilisierung für Menschenrechte zu schlagen ist ein wichtiges Ziel dieser Tagung. Gerade in Zeiten der vermehrten Auslandseinsätze und den Überlegungen der Bundeswehr zu einem Mahnmal für die eigenen Gefallenen ist die Reflexion über die Bedeutung der nationalsozialistischen Zeit und der wertgebundenen Traditionsbildung wichtig...Zunächst wird eine Annäherung an die jeweiligen Positionen und Zielsetzungen hinsichtlich der historisch-politischen Bildungsarbeit von Gedenkstätten und Bundeswehr angestrebt. Der Entwicklung und dem Austausch von Konzepten dient ein feld- und praxisbezogener Teil. Abschließend sollen mögliche Perspektiven und Themenfelder für die zukünftige Bildungsarbeit von Bundeswehr und Gedenkstätten vorgestellt werden. Ziel der Tagung ist der Aufbau von Kooperationen und langfristiger gemeinsamer Projekte.. . ..Donnerstag, 11. Oktober 2007..13.00 Uhr.Eröffnung durch Prof. Dr. Hans Christoph Zeidler (Präsident der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) / Dr. Detlef Garbe (Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme)..Sektion 1.Bildungsverständnis, Bildungsanspruch und Bildungsziele der Bundeswehr vor dem Hintergrund vergangener und gegenwärtiger geschichtspolitischer Entwicklungen..Leitung: Prof. Dr. Bernd Wegner (Helmut-Schmidt-Universität).13.30 Uhr Dr. Martin Kutz (ehemaliger wissenschaftlicher Direktor FüAk BW Hamburg).Die historisch-politische Bildungsarbeit in der Bundeswehr.14.05 Uhr Guido Mathes, wiss. Ang. (Zentrum Innere Führung, Strausberg).Aspekte der historisch-politischen Bildung in der Inneren Führung.14.40 Uhr Dr. Jörg Hillmann, Fregattenkapitän (Brüssel).Die Auseinandersetzung mit Krieg und Nationalsozialismus und die Bildungsziele in der Bundeswehr am Beispiel der Marine.15.15 Uhr Dr. Heiner Möllers, OTL (Luftwaffenamt Köln).Die historisch-politische Bildungsarbeit in der Luftwaffe: Bildungsverständnis, Bildungsanspruch und Bildungsziele.15.50 Uhr Reinhard Egge, OTL a.D. (Gegen Vergessen/Für Demokratie e.V.).Die kleinen Gedenkstätten vor Ort und die Aufgabe der historisch-politischen Bildung – Erfahrungen eines Offiziers des Heeres.16.25 Uhr Diskussion.16.40 Uhr Kaffeepause..Sektion 2.Bildungsverständnis, Bildungsanspruch und Bildungsziele der Gedenkstätten vor dem Hintergrund vergangener und gegenwärtiger geschichtspolitischer Entwicklungen..Leitung: Dr. Christel Trouvé (Stiftung Topographie des Terrors Berlin).17.00 Uhr Prof. Dr. Bernd Faulenbach (Ruhr-Universität Bochum).Phasen der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der historisch-politischen Bildung.17.40 Uhr Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig).Vom Gedenk- zum Lernort. Zum Wandel im Selbstverständnis der Gedenkstätten seit den 1950er Jahren.18.20 Uhr Dr. Harald Schmid (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/Universität Hamburg).Geschichte als Affirmation? Historische Legitimation von Auslandseinsätzen und die Funktion von Gedenkstätten..Freitag, 12. Oktober 2007..Sektion 3.Erfahrungen und Probleme der historisch-politischen Arbeit mit Bundeswehrgruppen in der Sicht von Gedenkstätten und Bundeswehr..Leitung: Jens Michelsen (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).09.00 Uhr Peter Koch (KZ-Gedenkstätte Dachau).Vorstellung des Projekts zur empirischen Annäherung an die Erwartungshaltungen der BW-Besuchergruppen. Zur historisch-politischen Bildungsarbeit an Gedenkstätten.09.40 Uhr Dr. John Zimmermann, OTL (Offiziersschule der Luftwaffe Fürstenfeldbruck,.Militärgeschichtliches Forschungsamt Potsdam).Modelle der Multiplikatorenausbildung innerhalb der BW und die Bedeutung der historisch-politischen Bildung im Rahmen der Offiziersausbildung.10.20 Uhr Dr. Dr. Wolf-Dieter Mattausch (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin).Pädagogische Arbeit mit Bundeswehrgruppen am Erinnerungsort von Täterschaft.11.00 Uhr Jan Effinger (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Lüneburg).Integrierendes Gedenken an Soldaten und NS-Opfer? Zur historisch-politischen Bildungsarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.11.40 Uhr Diskussion..12.00 Uhr Mittagessen..13.00 Uhr Bustransfer zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme..Sektion 4.Bestehende und anzustrebende Praxis der historisch-politischen Bildungsarbeit in Bundeswehr und Gedenkstätten, Planungsschritte für eine inhaltliche Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätten und einzelnen Bereichen der Bundeswehr.14.00 Uhr Dr. Detlef Garbe (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme als Gedenk- und Lernort..Gruppe A.Leitung: Dr. Alexander Schmidt (KZ Gedenkstätte Flossenbürg).14.40 Uhr Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.Führung durch die Studienausstellung „Dienststelle KZ-Neuengamme: Die Lager-SS“ und Diskussion ihres pädagogischen Ansatzes.15.40 Uhr Kaffeepause.16.00 Uhr Daniel Gaede (KZ-Gedenkstätte Buchenwald).Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen – wie lässt sich der Besuch sinnvoll einbetten, welche Hilfestellungen gibt es? Praxiserfahrungen aus Buchenwald.17.00 Uhr Peter Koch (Gedenkstätte Dachau).Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen im Rahmen von Lehrgängen. Anregungen aus der Praxis..Gruppe B.Leitung: Dr. Oliver von Wrochem (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg).14.40 Uhr Kaffeepause.15.00 Uhr Sabine Bergmann (Gedenkstätte Bergen-Belsen/Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten) / Jens Nagel (Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain/Stiftung Sächsische Gedenkstätten).Zum Umgang mit der lokalen und temporalen Parallelität von Kriegsgefangen- und Konzentrationslager in der pädagogischen Arbeit mit soldatischen Besuchern: Bergen-Belsen und Zeithain.16.00 Uhr Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.Führung durch die Studienausstellung „Dienststelle KZ-Neuengamme: Die Lager-SS“ und Diskussion ihres pädagogischen Ansatzes.17.00 Uhr Gerhard Wolf (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin).Erfahrungen mit Bundeswehrgruppen bei Seminaren zur Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“..Gruppe C.Leitung: Dr. Christl Wickert (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen).14.40 Uhr Marco Kühnert (KZ-Gedenkstätte Neuengamme).An welche Themen lässt sich sinnvoll anknüpfen? Perspektivität und Geschichtserfahrung am Beispiel des Lernortes Neuengamme.15.40 Uhr Dr. Katharina Hoffmann (Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg) / Thomas Fischer, Hauptmann (Kaufering, Welfenkaserne).Erfordernisse und Probleme bei der Umwandlung von militärischen Stützpunkten in Gedenkorte. Wie sollte die historisch-politische Bildung darauf reagieren? Bunker Valentin u.a. Beispiele.16.40 Uhr Kaffeepause.17.00 Uhr Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.Führung durch die Studienausstellung „Dienststelle KZ-Neuengamme: Die Lager-SS“ und Diskussion ihres pädagogischen Ansatzes..18.00 Uhr Präsentation und Diskussion der Gruppenergebnisse im Plenum..19.00 Uhr Abendessen in Neuengamme..20.00 Uhr Bustransfer zum Hotel..Samstag, 13. Oktober 2007..Sektion 5: Perspektiven..Leitung: Prof. Dr. Stephan H. Lindner (Universität der Bundeswehr München).09.00 Uhr Dr. Nina Leonhard (Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr).Berufliche Selbstbilder der Soldaten – Ergebnisse einer qualitativen Studie.09.40 Uhr Dr. Jan Erik Schulte (Ruhr-Universität Bochum).Bildungsarbeit am Täterort: Probleme und Chancen einer musealisierenden Präsentation.von Täterobjekten im Kontext der Bildungsarbeit mit Soldaten.10.20 Uhr Kaffeepause.10.40 Uhr Dr. Oliver von Wrochem (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg).Zur Integration von Besuchen in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in das Studium an der Helmut-Schmidt-Universität.11.20 Uhr Dr. Detlef Bald (München).Bundeswehr und Tradition im 21. Jahrhundert..12.00 Uhr Tagungsreflexion.Dr. Astrid Messerschmidt (TU Darmstadt) / Andreas Prüfert (European Consulting, München) Moderation: Dr. Oliver von Wrochem (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)..13.00 Uhr Ende der Tagung ..Deadline 30.09.2007

Kontakt

Helmut Schmidt Universität Hamburg

Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften

Dr. Oliver von Wrochem

Holstenhofweg 85

22043 Hamburg

Tel.: 040/6541 2625

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