Kunstprojekt zur Erinnerung an jüdische Nachbarn in München-Maxvorstadt,
die von den Nazis deportiert und ermordet wurden.
Mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland begann sofort die Verfolgung jüdischer Nachbarn in München.
Mit dem Pogrom vom 9. November 1938 fand die Verfolgung jüdischer Menschen einen grauenhaften Höhepunkt.
Die jüdischen Nachbarn in der Münchner Maxvorstadt waren dieser Verfolgung ungeschützt ausgesetzt,
wurden von den Nazis und ihren Helfern entrechtet, beraubt, in Konzentrationslager deportiert,
vertrieben und/oder ermordet
In diesem Erinnerungsprojekt werden auf den Gehsteigen vor Wohnhäusern
weiße Koffer zur Erinnerung an jüdische Bewohner aufgestellt.
Die Koffer stellen einen öffentlich gut wahrnehmbaren Bezug zu den jüdischen Familien und Personen her,
die dort lebten und die vor der Deportation ihr Hab und Gut auf die Maße eines Koffers reduzieren mussten.
Gemeinsam mit heutigen Bewohnern des Stadtquartiers, mit Schülern, Kirchengemeinden,
und/oder anderen Interessierten werden Namen, Biografien und Fotos der ehemaligen Nachbarn
erforscht und öffentlich gezeigt.
Die Koffer werden weiß gefasst, wetterfest beschichtet und mit Namensanhängern versehen,
die mit der letzten Wohnadresse, dem Todesdatum und -ort beschriftet sind.
Daneben wird eine Informationstafel aufgestellt und mit kurzen Biografien und Porträtfotos bedruckt.
Die Installationen werden im Juni 2016 an fünf Orten errichtet und bleiben bis zum 20. November stehen.
Standorte: Karlstraße 49, Odeonsplatz 1, Richard-Wagner-Straße 11, Schellingstraße 9, Steinheilstraße 20
Rundgänge zu Wohnorten jüdischer Menschen werden angeboten.
Interessierte sind ebenso herzlich wie dringend zur Mitarbeit eingeladen!
Für die öffentlichen Denkzeichen werden noch ein paar alte Koffer benötigt.
Wir bitten, alte nicht mehr benötigte Koffer uns dafür zur Verfügung zu stellen.
(Kontakt: s. unten)
Mitveranstalter sind der Bezirksausschuss 3, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München,
die Anita-Augspurg-Berufsoberschule, die Kirchengemeinde St. Markus.
Weitere Unterstützer sind erwünscht.
Kontakt:
Wolfram P. Kastner Ingrid Reuther
Institut für Kunst und Forschung Tel. 089 – 157 24 95
Trivastraße 7, D-80637 München
Tel. 089 - 157 32 19
Anhang
Foto Infotafel Schellingstraße 9 (jpg)