Gesucht: Teilnehmer für Spurensuche in Deutsch-Belarussischem Spurensuche-Projekt

Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit
7. Januar 2016

Seit November 2015 ist auf dem Gelände des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit eine internationale Jugendbegegnungsstätte eröffnet. Mit einem vielfältigen Programmangebot möchte sie einen Rahmen schaffen, in dem junge Menschen aus verschiedenen Ländern sich begegnen und ins Gespräch kommen. Unser nächstes Projekt  ist Spurensuche mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aus  Belarus (Weißrussland). Dieses Programm bietet den deutschen und belarussischen Schüler/innen eine der letzten Gelegenheiten zu einzigartigen Gesprächen und Begegnungen mit den Zeitzeugen der NS-Gewaltherrschaft und ermöglicht die Erkundung der Geschichte der Zwangsarbeit und des Zweiten Weltkrieges sowie deren Folgen.

Als Teilstaat der UdSSR war Belarus von den Folgen der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik besonders betroffen. Die deutsche Besatzung kostete im heutigen Belarus zwischen 1941 und 1944 mehr als drei Millionen Menschen das Leben. Mehr als 400.000 Männer, Frauen und Kinder wurden zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt. Die Auswirkungen der Zwangsarbeit auf die Gesellschaft und vor allem auf die Betroffenen selbst  waren und sind immens. 

Im ersten Teil des Projektes (voraus. im April 2016) werden 3 Zeitzeugen und Zeitzeuginnen aus Belarus, die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Berlin leisten mussten, mit Angehörigen nach Berlin eingeladen. Begleitet werden sie von belarussischen Schüler/innen, die sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und die Reise dokumentieren wollen. Die belarussischen Schüler/innen haben lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeitern geführt und über die Ergebnisse den deutschen Schüler/innen berichtet. Die deutschen Schüler/innen bereiten die Spurensuche vor. 

Im zweiten Teil (voraus. im Oktober 2016) treffen wir uns mit den ehemaligen Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen in ihrer belarussischen Heimat. Die Idee, mit den Schüler/innen nach Belarus zu fahren, entstand im Dialog mit den ehemaligen Zwangsarbeitern, die sich wünschten, dass die deutschen Partner auch ihre Heimatorte kennenlernen sollten. Aus diesem Grund werden ehemalige Zwangsarbeiter an ihren Wohnorten aufgesucht, um mit ihnen über ihr Leben nach dem Krieg zu sprechen und ihre gegenwärtige Lebenssituation kennenzulernen.

Für dieses Projekt suchen wir 6 historisch-politisch engagierte Jugendliche (Jahrgangsstufe 10-11) mit einer/m begleitenden Lehrer/in. Die Schüler/innen werden vom Dokumentationszentrum vorbereitet.  Der Großteil der Kosten wird übernommen.

 

Kontakt:

Tatsiana Vaitulevich

Telefon: 030-6390 28824

Email: vaitulevich(at)topographie.de

Weitere Informationen