Erinnerung an Roma-Genozid in Polen

Jugendselbstorganisation von Roma und nicht-Roma Amaro Drom e.V.
13. August 2013

Vom 31. Juli bis zum 4. August wird die Veranstaltung „Dik i na bistar“ in Krakau und Auschwitz-Birkenau stattfinden. Das internationale Romanetzwerk ternYpe versammelt dazu ungefähr 420 junge Erwachsene aus ganz Europa. In interaktiven Workshops, Gesprächen mit Zeitzeug_innen und einer Konferenz mit Politiker_innen werden sich die Teilnehmer_innen mit den Themen Roma-Genozid im Zweiten Weltkrieg und Kontinuitäten von Antiziganismus heutzutage auseinandersetzen. Höhepunkt der Veranstaltung wird eine Feier zum Gedenken an den Roma-Genozid sein, die am 2. August in Auschwitz-Birkenau abgehalten wird. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Martin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments.

Emran Elmazi, Vorsitzender des Vereins Amaro Drom e.V., erklärt: „Zu einem Zeitpunkt, in dem die letzten Zeitzeugen dieser historischen Periode zu verschwinden drohen, ist es wichtig, unsere Strategien und Methoden bezüglich der Holocausterziehung zu verbessern. Wir stehen ein für eine europaweite offizielle Anerkennung des Roma-Genozids sowie für die Ernennung des 2. August als offiziellem Gedenktag des Roma-Genozids im Zweiten Weltkrieg.“

Am 2. August 1944 wurden alle im so genannten „Zigeunerblock“ inhaftierten Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet von den Nazis. Die Zahl der Opfer belief sich auf 2897 und ist damit eine der wenigen genau bekannten Zahlen über ermordete Sinti und Roma während des Zweiten Weltkrieges. Im Jahr 2011 wurde der 2. August von der polnischen Regierung zum offiziellen Gedenktag des Roma-Genozids erklärt.

Bereits ab Mittwoch, den 24. Juli, werden bei der internationalen Jugendbegegnung „Pravde Jakhenca“ 60 junge Menschen aus Albanien, Mazedonien, Deutschland und Polen gemeinsam eine Woche lang mit künstlerischen Mitteln in Zywiec (Polen) zu den genannten Themen arbeiten. Dieses Projekt wird gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“.

Durch das Spielen eines Theaterstückes, graphischen Ausdruck in Graffiti und Cartoons sowie das Erschaffen von Skulpturen werden sich die Jugendlichen diesen schwierigen Themen widmen, ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken. Ihre eigenen persönlichen Erfahrungen von Diskriminierung, aber auch zukunftsoptimistische Hoffnungen sollen ebenfalls verarbeitet werden. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden sie anschließend bei „Dik i na bistar“ einfließen lassen.

Wir setzen uns zum Ziel, das Bewusstsein über den Roma-Genozid sowie die Mechanismen von Antiziganismus und Rassismus in Europa zu erweitern. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und die Kooperation von Roma und nicht-Roma Jugendlichen werden wir das kollektive Gedächtnis und den Respekt für Menschenrechte stärken. Wir werfen ein Licht auf den vergessenen Roma-Genozid mit seinen 500000 Opfern und thematisieren die Kontinuitäten von sozialer Exklusion und Antiziganismus als Konsequenzen der Nicht-Anerkennung und Unkenntnis des Roma-Genozids.

Wenn Sie sich weitergehend mit unserer Arbeit beschäftigen möchten, besuchen Sie unsere Websites oder kontaktieren Sie uns per E-Mail oder telefonisch.

Internet

www.amarodrom.de

www.ternype.eu

www.2august.eu

Quelle: Pressemitteilung der migrantischen Jugendselbstorganisation von Roma und nicht-Roma Amaro Drom e.V. vom 24.7.2013