Dokumentationsprogramm „Polnische Staatsbürger – Opfer und Verfolgte unter der deutschen Besatzung“

Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“
17. November 2009

Projektbeschreibung:

Sehr geehrte Damen und Herren, ..seit langem engagieren Sie sich – ähnlich wie auch unsere Institution – in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs. Wie Sie vielleicht wissen, ist die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung„ eine Institution, die seit nunmehr 17 Jahren im Dienste europäischer Verständigung im Allgemeinen und deutsch-polnischer Aussöhnung im Besonderen arbeitet. Vor diesem Hintergrund ist das Engagement zugunsten der in Polen noch lebenden NS-Opfer und das Wachhalten der Erinnerung an das geschehene Unrecht ein Eckpfeiler unserer Arbeit. ..Seit Mai dieses Jahres realisieren wir das Dokumentationsprogramm „Polnische Staatsbürger – Opfer und Verfolgte unter der deutschen Besatzung„. Das Projektziel – geleitet von der Motivation, einen virtuellen Ort sowohl der individuellen Erinnerung wegen zu schaffen, indem jedes Opfer mit seinem Namen benannt wird, als auch um eine effizientere Quellenrecherche zu ermöglichen – stellt die Erarbeitung einer Datenbank dar. In dieser werden alle bis heute bekannten aber verstreuten Informationen über NS-Opfer aus Polen gesammelt und in aufbereiteter Form – gemäß den geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen – der Öffentlichkeit über unsere Projektinternetseite (http://www.straty.pl) frei zugänglich gemacht. ..Schätzungen zum quantitativen Ausmaß von Mord, Verfolgung und Zwangsarbeit durch das NS-Regime stehen vor schwierigen Herausforderungen. Die Zentralisierung wesentlicher Informationen kann hier einen fundierten Beitrag zur Bezifferung polnischer Opfer darstellen und schließt somit eine strukturelle Lücke in der wissenschaftlichen Untersuchung der NS-Verbrechen. ..Beim Gelingen dieses großen Vorhabens sind wir auf breite gesellschaftliche Mitwirkung angewiesen. Über eine Eingabemaske auf der Projekthomepage kann jeder die Datenbank um persönliche Informationen von polnischen NS-Opfern erweitern. Um die Bereitschaft der Teilnahme an dem Projekt zu stärken, haben wir begonnen, öffentlichkeitswirksam über das Projekt zu informieren und fordern die Menschen im In- und Ausland zur Beteiligung auf, denn nicht nur das Gedenken an die verstorbenen Opfer des Zweiten Weltkriegs, sondern auch das Wissen um die gemeinsame Geschichte ist von vitalem Interesse für jeden Einzelnen. Beteiligte und Adressaten der Initiative sind zunächst Schulen, Gemeinden, Kirchen, Vereine, Medien und Opferverbände der NS-Diktatur. ..Des Weiteren sind wir auch auf Unterstützung und Kooperation mit Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Archiven als Institutionen und Träger konkreter Erinnerungsarbeit angewiesen. Unter unseren Partnern befinden sich bereits namhafte Museen, Gedenkstätten und Archive aus ganz Europa. ..Wie können Sie uns helfen? .Relevant für unsere Arbeit am Projekt sind sowohl Informationen zum Umfang Ihrer Archivbestände (Häftlings- und Zwangsarbeiterlisten, Todesbücher und weitere Materialien) als auch Ihrer Sekundärliteratur (z.B. allgemeine Monographien, lokale oder firmenbezogene Forschungspublikationen usw.), sowie materielle Quellen (Grabsteine, Gedenktafeln) vor allem zu Daten, die in digitalisierter Form vorliegen. Dabei interessieren uns jegliche Daten und Fakten zu polnischen Staatsbürgern – im Sinne der Grenzen von 1939, d.h. unabhängig von ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit, z.B. Juden, Belarussen, Ukrainer, Roma, Deutsche u. a., die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden sind. Für unser Projekt sind insbesondere solche Daten wichtig, wie: Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Repressionserfahrungen und Verfolgungsgeschichte der betroffenen Person. ..Die im Entstehen begriffene Datenbank bietet Ihrer Institution verschiedene Vorteile. Zum einen gleichen wir unsere bereits reichlich vorhandenen Datensätze mit den Ihrigen ab und können Sie diesbezüglich bei der Vervollständigung und Berichtigung von Daten unterstützen. Nicht selten liegen die Verfolgungsgeschichten von NS-Opfern aufgrund häufigeren Wechsels des Inhaftierungs- bzw. Einsatzortes lediglich in fragmentierter Form vor, sodass einzelne Archive jeweils nur über einen kurzen Zeitausschnitt verfügen. In diesem Zusammenhang bietet die Datenbank unschätzbare Erleichterung im gegenseitigen Datenaustausch und wissenschaftlicher Recherchearbeit, denn die Projektpartner bekommen zu Informationen der Datenbank Zugangsoptionen. ..Im Downloadbereich wird eine Liste unserer Partner zur Verfügung stehen. Gleichzeitig verweisen wir selbstverständlich bei jedem durch Ihre Mithilfe erarbeiteten Datensatz auf Ihre Institution als Quelle. ..Ihre Unterstützung unseres Projekts würde sehr helfen, die Schicksale der polnischen Bürger, die Opfer des NS-Terrors geworden sind, zu zentralisieren und ihnen damit einen Platz im kollektiven Gedächtnis zu geben, sodass ihre Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Darüber hinaus entsteht zum ersten Mal eine kompakte Internetseite, die um eine ausführliche Bibliografie zur Thematik der NS-Opfer aus Polen ergänzt wird. Mit Ihrer Hilfe schließen wir gemeinsam die Lücken in der Geschichte und arbeiten zusammen für deutsch-polnische Versöhnung. Über eine Antwort wären wir ausgesprochen dankbar. ..Mit freundlichen Grüßen ..Dariusz Pawlos .Vorsitzender des Vorstandes .der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung„.

Kontakt

Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“

Sekretariat des Vorstands

ul. Krucza 36

00-921 Warszawa

Tel.: +48-22-695 99 41

Fax: +48-22-629 52 78

eMail: dpawlos@fpnp.pl