Kurzinhalt
Ein anderer Widerstand:
Die Weiße Rose - die erste dokumentarische Gesamtdarstellung der Widerstandsarbeit der Münchner Studenten in den Kriegsjahren 1942 und 1943: Gefährten, Freundinnen und Geschwister erzählen, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden, manche, die niemand vorher gefragt hat.
Die ersten Gespräche für den Dokumentarfilm wurden im Jahr 2000 geführt, ein Teil der Zeitzeugen lebt nicht mehr. Ihr unwiederbringliches Zeugnis macht die Widerstandsarbeit der Freunde begreiflich und verwandelt die Heldengestalten in politische Menschen. Eindrücklich und mit einer feinfühligen
Ästhetik sind die Selbstaussagen der Beteiligten und Originaldokumente kombiniert. Ihre zum Teil unveröffentlichten Jugendfotos, Fotos von den Tatorten, Gestapobeamten, Richtern und dem Henker fügen sich zu einem authentischen Portrait der Weißen Rose jenseits von Legenden.
Zu den Zeugen
Der Widerstand der Weißen Rose wird häufig nur mit den Geschwistern Scholl gleichgesetzt, doch waren Menschen in ganz Deutschland aktiv. Gegen Eroberungs- und Vernichtungskrieg, gegen den Hagel der Nazipropaganda verteilten sie sechs Flugblätter, verfasst von Hans Scholl, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber. Die Weiße Rose - das war ein Freundeskreis von zumeist jungen Menschen aus der bürgerlichen Gesellschaft, die sich erhoben und das Unrecht in ihren Flugblättern laut anprangerten, Flugblätter, die zum sofortigen Ende des Krieges aufriefen und zum Sturz des Regimes. Die Aufrufe wurden als Schwerverbrechen gewertet, die führenden Mitglieder, die Verfasser der Flugblätter und ihre engsten Helfer Sophie Scholl, Willi Graf und Christoph Probst wurden 1943 zum Tod verurteilt. Laut Volksgerichtshof handelte es sich um "den schwersten Fall hochverräterischer Flugblattpropaganda, der sich während des Krieges im Altreich ereignet hat. Aus diesem Grunde und wegen der Persönlichkeit der Täter hat das Verfahren erhebliches Aufsehen erregt".
Fünf dieser Akteure, die im Zweiten Weiße Rose Prozess des Volksgerichtshofs angeklagt waren, erleben wir im Film. Es sind die Geschwister Hans Hirzel und Susanne Zeller-Hirzel, es sind Franz J. Müller, Heiner Guter und die Freundin von Hans Scholl, Traute Lafrenz-Page. Diese Widerstandskämpfer haben noch Zeugnis abgelegt über das mutige Verhalten der Ermordeten, ihr Auftreten vor Gericht, über die Wesenszüge der Toten, und besonders über ihre eigenen Motive, „Nein!“ zu sagen. Sie sprechen offen über ihre Gefühle, ihre Ängste und Taten und sie stellen den zum Teil falschen Gestapoprotokollen, den verlogenen Rechtfertigungen der Nachkriegszeit, die wohlbehalten in unseren Archiven liegen, ihre Sicht der Dinge entgegen. Möglicherweise eine subjektive Sicht.
Drei weitere Mitglieder aus dem Freundeskreises der Weißen Rose, die kurzfristig in Gestapohaft waren, berichten über die Ermordeten und wie sie deren Widerstandsarbeit unterstützen. Es sind Lilo Fürst-Ramdohr, die den Gestapoverhören standhielt und entlassen werden musste, es sind Jürgen Wittenstein und Nikolay Hamazaspian. Diese Freunde und Freundinnen halfen bei der Flucht Alexander Schmorells, informierten die Familien und unterstützten sie.
Chronisten der Weißen Rose sind auch die Familienmitglieder, wie die damals 12-jährige Tochter von Professor Huber, Birgit Weiß-Huber, die die Verhaftung ihres Vaters mit ansehen musste, und die Schwester von Hans und Sophie Scholl, Elisabeth Hartnagel, die die Radikalisierung ihrer Schwester Ende 1942 miterlebte und so uneingeweihte Zeugin der Widerstandsarbeit ihrer Geschwister wurde.
Chronistin ist die Schwester von Willi Graf, Anneliese Knoop-Graf, die Hans Scholl kurz bei der Gestapo sah und die Untersuchungs- und Sippenhaft ertrug. Der Halbbruder Alexander Schmorells, Erich Schmorell und der Halbbruder Christoph Probsts, Dieter Sasse, erzählen von Oppositionsgeist und der Kriegsgegnerschaft der beiden Freunde. Christoph Probsts Frau, Herta Siebler-Probst, erinnert sich an die Empörung ihres Mannes über die Vernichtung von Tausenden von Soldaten in Stalingrad. Die Tochter Professor Hubers spricht über den letzten Besuch bei ihrem Vater. Sie alle erfahren nach dem Tod ihrer Angehörigen die Demütigungen der SS und die Kälte ihrer Mitmenschen.
Deutschland 2008 / Farbe / 35 mm / 1:1,85 / Dolby SR / 92 Minuten
Prädikat: "besonders wertvoll"
FSK: Freigabe ohne Altersbeschränkung
DIE WIDERSTÄNDIGEN – ZEUGEN DER WEIßEN ROSE ist in der basidvd edition des Basis-Film Verleihs erschienen.
Ausführliche Informationen zum Film und den Bestellwegen finden Sie unter www.basisdvd.de.
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