Wissenschaft und Forschung in der Gedenkstättenarbeit

04/2001Gedenkstättenrundbrief 100, S. 112-122
Herbert Obenaus

Die Verbindung der Gedenkstätten mit Wissenschaft und Forschung ist nicht selbstverständlich. Zwar gehört es inzwischen zu den etablierten Grundsätzen, dass Gedenkstätten mit wissenschaftlich ausgebildetem Personal und auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Fakten und Kenntnisse tätig sind. Nach wie vor ist jedoch die Position verbreitet, daß Gedenkstätten und Wissenschaft als getrennte Bereiche zu sehen seien. Gedenkstätten sollen, so heißt es nicht selten ausdrücklich, keine eigenständigen Forschungen treiben und keine Forschungseinrichtungen darstellen. Zugespitzt könnte das bedeuten, dass die Gedenkstätten und ihre Mitarbeiter das vermitteln, was andere erforscht haben.

Die so beschriebene Distanz zwischen Wissenschaft und Gedenkstätten hängt sicher mit der Aufgabenstellung der Gedenkstättenmitarbeiter zusammen; muss es ihnen doch vorrangig um die Information der Besucher gehen, sei es durch Ausstellungen, Filme, Gespräche oder Führungen. Zu den Besuchern gehören auch immer wieder ehemalige Insassen der Lager und ihre Nachkommen, die Auskünfte wünschen oder einfach Kontakt mit Menschen am Ort des Leidens und Sterbens suchen. Die einschlägige Literatur muss bereitgehalten, Vorträge müssen organisiert werden. Eine Gedenkstätte lebt von der Öffentlichkeit, sie hat eine Verpflichtung zur öffentlichen Wirkung. Die genannten Alltagstätigkeiten einer Gedenkstätte müssen mit dem vorhandenen Personal bewältigt werden – und da sind sicher Grenzen für Tätigkeiten gesetzt, die über die Dokumentation und Vermittlung hinausgehen, also die Aufgaben, die grundsätzlich auch jedem historischen Museum gestellt sind.

Doch wie ist es mit den Aufgabenstellungen einer Gedenkstätte und eines historischen Museums? Lassen sie sich einfach gleichsetzen? Die Problematik einer Gleichsetzung ergibt sich bereits aus dem zentralen Manko, dass es bis heute für viele der Konzentrationslager und der anderen Haft- und Zwangsarbeitslager, für die die Gedenkstätten die Erinnerungsarbeit leisten, noch keine historische Gesamtdarstellung gibt. Das gleiche gilt für die zahlreichen Außenlager, die während des Zweiten Weltkriegs zur Beschaffung von Arbeitskräften für die Rüstungsindustrie von den großen Konzentrationslagern eingerichtet wurden. Der weiteren Erforschung bedarf auch die Binnenstruktur der Häftlinge, die Rolle der Häftlingsgruppen und ihre Stellung in der Hierarchie der Lagerinsassen, schließlich auch die Bedeutung der Funktionshäftlinge. Die Gedenkstätten stehen damit vor der schwierigen Aufgabe, Geschichte vermitteln zu müssen, die noch längst nicht ausreichend erforscht ist.

Eine wichtige Rolle spielen immer noch, wenn auch abnehmend, die Kontakte mit früheren Häftlingen, deren mündliche Auskünfte und Berichte die vielfach systematisch zerstörte aktenmäßige Überlieferung ersetzen. Mit den Überlebenden müssen Kontakte gepflegt und Korrespondenzen geführt werden. Ganz anders ist die Situation in den Historischen Museen, für die es doch geradezu ein Prinzip ist, dass die Präsentation von Fakten und Figuren der Geschichte, abgesehen von Einzelfällen, auf einem stabilen wissenschaftlichen Kenntnisstand beruht. Von den Gedenkstätten muss man sagen, dass sie als wissenschaftliche Grundlage ihrer Erinnerungsarbeit häufig nur ein work in progress anbieten können.

Der Blick auf die Geschichte lehrt, dass nach der Befreiung der Konzentrationslager das Bedürfnis nach umfassender Dokumentation, nach einer Sicherung der Fakten ihre Vermittlung in der wieder hergestellten politischen und kulturellen Öffentlichkeit bei den Insassen der Lager eine elementare Bedeutung hatte. Der Augenblick der Befreiung war allenthalben mit einer starken Publizität verbunden, die große Zahl der toten und sterbenden Häftlinge, wie sie bei der Befreiung von Buchenwald am 11. April, von Bergen-Belsen am 15. April und von Dachau am 29. April 1945 von den alliierten Truppen angetroffen wurden, wirkte überall auf der Welt wie ein Schock und weckte starke Anteilnahme und ein intensives Interesse. In den Lagern gaben Häftlinge bereitwillig Informationen an die Journalisten oder an Besuchergruppen weiter: Die Verbrechen der Nationalsozialisten sollten bekannt werden, auch bei den Deutschen, die ihre Unwissenheit beteuerten und nun oft mit Nachdruck und Zwang an die Orte der Verbrechen geführt wurden.

Naheliegend war die Suche nach Zeugen für die Verbrechen, um mit ihrer Hilfe die Täter zu bestrafen. In Buchenwald wurde neben der Vorbereitung von Strafverfahren aber auch an einer historischen Dokumentation gearbeitet, mit deren Organisation interessanterweise die Abteilung für psychologische Kriegsführung des Alliierten Oberkommandos in Paris beauftragt war, zu deren Aufgaben die Aufklärung der deutschen Zivilbevölkerung über die nationalsozialistischen Verbrechen gehörte. Sie zog Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald heran, die unter der Leitung des seit September 1939 in Buchenwald inhaftierten österreichischen Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Eugen Kogon innerhalb von nur vier Wochen einen umfassenden Bericht über die Struktur des Lagers und seine Geschichte verfassten. Er war von den Berichten einzelner Häftlinge begleitet. Kogon war es schließlich auch, der aus der Dokumentation und den Berichten eine umfassende Darstellung erarbeitete und 1946 unter dem Titel »Der SS-Staat« veröffentlichte.1

Das System der Konzentrationslager, das hier von einem früheren Häftling und mit der Unterstützung von Mithäftlingen dargestellt wurde, bildete sicher einen besonderen Fall der Aufklärung über Vorgänge, die zumindest in ihrem Detail und in ihrer Komplexität oft nicht bekannt waren. Das Wissen um die Konzentrationslager, von denen in den Jahren der NS-Herrschaft immer Angst und Schrecken ausgegangen war, sollte jetzt endlich konkret werden, den vielfach unklaren Vorstellungen sollte nun die ganze Realität entgegengestellt werden.

Dennoch blieb die Aufklärung, die über die Konzentrationslager als Stätten der Verfolgung und des Terrors verbreitet wurde, zunächst äußerst begrenzt. In Buchenwald folgte der Befreiung im Jahre 1945 zunächst bis 1950 die Zeit des Speziallagers, in dem Belastete des NS-Regimes, aber auch anderweitig dem NKWD verdächtige Personen inhaftiert waren. Als das Lager Ende 1951 offiziell von der Sowjetunion an die Zivilverwaltung der DDR übergeben wurde, war das Häftlingslager von Buchenwald noch fast vollständig erhalten. Es wurde dann aber bis auf das Torhaus und die beiden Seitenflügel, zwei Wachtürme, die durch Stacheldraht mit dem Torhaus verbunden sind, sowie das Krematorium, ferner die Effektenkammer und die Häftlingskantine abgerissen. Der Vorgang lässt sich so interpretieren, dass eine »Minimierung der Relikte« den Weg zur Interpretation der Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald freimachte: Die Gedenkstätte wurde zur »Martyriumsstätte deutscher Kommunisten«, deren Zentrum das Krematorium, die Stätte der Ermordung von Ernst Thälmann bildete, der selbst aber nie in Buchenwald inhaftiert war.2 Am zehnten Todestag Thälmanns wurde 1954 die erste Ausstellung, das »Museum des Widerstands«, in der ehemaligen Häftlingskantine eröffnet, etwa ein Jahr vorher war ein erster Verwaltungsleiter für die Gedenkstätte eingestellt worden.3 Die Einrichtung eines »historischen Archivs« und einer »Forschungsabteilung« erfolgte 1971, seit 1976 erschienen im Rahmen der »Buchenwaldhefte« wichtige wissenschaftliche Untersuchungen zur Geschichte des Lagers.4

In Dachau wurde seit Spätherbst 1945 im Krematorium des Konzentrationslagers eine Ausstellung gezeigt, in der die Exzesse des Lageralltags mit dem Vollzug der Prügelstrafe und der Strafe des Baumhängens durch lebensgroße Puppen dargestellt wurden. Nachdem aber das 1945 für NS-Täter geschaffene Internierungslager Dachau in ein Wohnlager für Flüchtlinge umgewandelt worden war, wuchs in dieser Umgebung die Ablehnung der Ausstellung im Krematorium. Sie wurde im Mai 1953 schließlich geräumt. Aber auch die gemeinsamen Veranstaltungen von nichtkommunistischen und kommunistischen Häftlingen wurden in den fünfziger Jahren immer schwieriger. Nach welchen Spannungen mit staatlichen, kommunalen und kirchlichen Stellen es schließlich im Frühjahr 1965 doch zur Einrichtung einer Gedenkstätte auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Dachau und zur Beauftragung einer Gedenkstättenleiterin gekommen ist, hat Harold Marcuse bereits intensiv geschildert und braucht hier nicht wiederholt zu werden.5

Während allerdings 1958 in Buchenwald das große Mahnmal mit dem Turm auf dem Ettersberg eingeweiht wurde und darüber hinaus in der DDR die Einrichtung der Gedenkstätten Ravensbrück 1959 und Sachsenhausen 1961 folgte, dauerte es in der Bundesrepublik noch geraume Zeit, bis nach Dachau weitere Gedenkstätten eingerichtet wurden, die mehr boten als ein Denkmal und zudem mit wissenschaftlichem Personal ausgestattet waren. Für den 1966 beim früheren Konzentrationslager Bergen-Belsen eröffneten Ausstellungspavillon wurde nur eine Hausmeisterstelle eingerichtet. Darüber hinaus gab es erst beim früheren Konzentrationslager Neuengamme im Dezember 1980 mit der Einrichtung einer Stelle für wissenschaftliches Personal und im November 1981 mit der Eröffnung eines Dokumentenhauses eine erste »arbeitende Gedenkstätte«. Getragen war die Neueinrichtung von Gedenkstätten, in denen auch wissenschaftlich ausgebildetes Personal die Vermittlungsarbeit übernahm, in der Bundesrepublik der späten siebziger Jahre von einer Gedenkstättenbewegung, die das dialogische Prinzip und damit den Zusammenhang von wissenschaftlich-historischer Dokumentation und pädagogischer Vermittlung betonte.6

Mit dem Hinweis auf das dialogische Prinzip sind wir bei einer zentralen Problematik des Zusammenhangs zwischen Wissenschaft und Gedenkstättenarbeit. Die Umsetzung des dialogischen Prinzips ist ebenso wie die Frage nach der wissenschaftlichen Qualität der Vermittlungsarbeit vom Personal abhängig.

Insofern kann der Blick in das Handbuch der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus nur erstaunen, von dem 1987 zunächst ein Band für das Gebiet der Bundesrepublik und 1999 ein weiterer für das Gebiet der DDR erschien: die jeweils zur Verfügung stehenden Personalstellen werden nicht erwähnt.7 Dabei hängen die Wirkungsmöglichkeiten ganz wesentlich vom Personal ab, das in der Gedenkstätte tätig ist. Sicher haben Denkmäler eine wichtige Bedeutung für die Erinnerung, ihre Informationsmöglichkeiten sind aber immer begrenzt. Sie können zwar Fragen provozieren, die Antworten müssen aber woanders gegeben werden.

Es gehört also zu den Aufgaben der Gedenkstätten, auf die Fragen der Besucher kompetent antworten zu können. Das Personal der Gedenkstätten muss also nicht nur wissenschaftlich ausgebildet sein, sondern auch Kenntnisse in der Geschichte des Lagers haben, dessen gedacht wird. Der Prozess der historischen Erarbeitung – auf die Problematik eines work in progress wurde bereits verwiesen – muss in der Gedenkstätte ständig vorangetrieben werden.

Dabei ist interessant, dass schon die Existenz einer Gedenkstätte wichtige Kommunikationsmöglichkeiten schafft, die wissenschaftliche Arbeiten anregen. In Bergen-Belsen etwa wurde die grundlegende Arbeit von Eberhard Kolb 1962 veröffentlicht.8 Weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen blieben dann über Jahrzehnte aus, bis die 1990 neu eröffnete und mit wissenschaftlichem Personal besetzte Gedenkstätte eine neue Situation schuf, die Anregungen auch für neue wissenschaftliche Untersuchungen gab.

Was den Prozess der historischen Aufarbeitung angeht, den eine Gedenkstätte zu fördern hat, so gehört dazu wegen der allenthalben schlechten Quellenlage zweifellos die Sammlung von historischen Dokumenten, für die es auch geeignete Lagerräume geben muss. Es reichte deshalb sicher nicht aus, als 1985 im Programm der Neugestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen zwar ein »Leseraum mit kleiner Handbibliothek« genannt wurde, ein Raum für Sammlungen jedoch nicht vorgesehen war.9 Zur Dokumentationsarbeit gehört auch der Nachweis von Akten aus Archiven sowie eventuell die Bereitstellung von Kopien, die Aufschlüsse über die Geschichte des Lagers und seiner Häftlinge geben. Hier hat der bei der Landeszentrale für politische Bildung in Hannover Anfang der neunziger Jahre eingerichtete »Zentralnachweis zur Geschichte von Widerstand und Verfolgung 1933–1945 auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen« eine wichtige Aufgabe übernommen, indem er für alle Gedenkstätten im Lande Nachweise und in wichtigen Fällen auch Kopien von Archivalien bereithält.10

Zur Dokumentationsarbeit der Gedenkstätten gehört vor allen Dingen ein Verzeichnis der Häftlinge. Auf digitalisierter Grundlage kann es ständig erweitert werden, es bietet die Basis für Auskünfte, auf deren Grundlage frühere Häftlinge Renten- und Entschädigungsansprüche geltend machen können. Zugleich können diese Verzeichnisse Aufschlüsse über die Struktur der Häftlinge geben, z.B. über den Altersaufbau und einzelne Häftlingsgruppen. Seit 1995 wird an derartigen Verzeichnissen in Ravensbrück11, aber auch in anderen Gedenkstätten gearbeitet. Die digitale Erfassung kann auch die Grundlage für die Veröffentlichung in gedruckter Form bieten, wie das etwa mit dem Verzeichnis der Häftlinge von Bergen-Belsen 1995 erstmals geschehen ist.12 In der Gedenkstätte Buchenwald wird neben einem Verzeichnis der biographischen Daten über die Toten des Konzentrationslagers ein solches der etwa 7000 Fundstücke aus den archäologischen Grabungen zusammengestellt, wobei das »Inventar der Fundstücke« auch Abbildungen enthält.13 An einem digitalisierten Inventar ihrer Sammlungen arbeitet die Gedenkstätte Ravensbrück.14 Ganz wichtig erscheint auch die Erschließung der Interviews mit Zeitzeugen, die aus der Arbeit einer Gedenkstätte entstanden sind. Die Gedenkstätte Neuengamme hat daraus ein Findbuch zusammengestellt und veröffentlicht, in dem die Interviews auf zwei bis drei Seiten mit den jeweiligen Biographien skizziert worden sind.15

Zu den grundlegenden Dokumentationsarbeiten einer Gedenkstätte gehört sicher auch ein »Kalendarium der Ereignisse«, wie es erstmals von Danuta Czech für das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zusammengestellt worden ist.16 Ein derartiges Kalendarium kann durchaus das zentrale Nachschlagewerk für die Geschichte eines Konzentrationslagers werden.

Trotzdem hat es lange gedauert, bis nach Auschwitz von der Gedenkstätte Ravensbrück 1999 ein weiteres Kalendarium vorgelegt wurde.17 Die Arbeiten an einer solchen Publikation sind außerordentlich schwierig, da sie sich – gestützt besonders auf Zeitzeugenberichte und gerichtliche Zeugenaussagen – immer wieder mit den Problemen der Datierung und der unterschiedlichen Sichtweise der Beobachter auseinanderzusetzen haben. Außerdem müssen, worauf ein Rezensent des Ravensbrücker Kalendariums hinweist18, die strukturellen Bedingungen eines Konzentrationslagers bei der Anlage eines Kalendariums berücksichtigt werden. Zu diesen Bedingungen gehörte in Ravensbrück, dass das Lager eine nicht unerhebliche Zahl von männlichen Häftlingen hatte, die aber, weil nur das Frauenlager behandelt wurde, in verschiedenen Zusammenhängen unberücksichtigt blieben. Auch die nur begrenzte Dokumentation der Außenlager schränkt den Informationswert des Kalendariums ein. Darüber hinaus ist der Hinweis des Rezensenten sehr ernst zu nehmen, dass es ausgerechnet bei den Tarnnamen für die Transporte in die Gaskammer von Ravensbrück eine Konfusion gegeben hat, die die Aufnahme der Sache in eine inzwischen der Publikation beigefügte Errataliste notwendig machte. Nebenbei gibt der Fall Anlass, auf eine Dimension von Wissenschaft und Forschung in der Gedenkstättenarbeit hinzuweisen, die sicher überhaupt zur Erforschung der NS-Geschichte gehört, bei den Gedenkstätten als dem zentralen Ansatzpunkt für revisionistische Tendenzen aber besonders nahe liegt: wo immer die Gedenkstätten ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, arbeiten sie den revisionistischen Absichten gewisser gesellschaftlicher Gruppen in die Hände.

Alle genannten Arbeiten gehören zur laufenden Dokumentationstätigkeit der Gedenkstätten, ja, man könnte sie als wissenschaftliche Vorarbeiten, als Grundlagen für umfassende Darstellungen über die Geschichte der Konzentrationslager und ihrer Außenlager ansehen. Sie gehören sicher zur wissenschaftlichen Arbeit in jeder Gedenkstätte, weil sich in ihnen die Auswertung von Interviews sowie von schriftlichen Auskünften und Berichten, die lokale Überlieferung wie etwa Standesamtsregister, schließlich überhaupt die Kenntnis der lokalen und internationalen Situation eines Lagers miteinander verbinden lassen. Sicher ist von dieser Grundlage aus immer wieder auch der Weg zur Geschichte des Lagers möglich, dessen in der Gedenkstätte gedacht wird. Besonders bei kleineren Lagern geschieht das auch nicht selten, sei es durch die Anfertigung von Magister- oder Doktorarbeiten, sei es durch Auftragsarbeiten. Für die größeren Lager allerdings mangelt es oft an Gesamtdarstellungen oder Spezialuntersuchungen, sei es was die Geschichte einzelner Abschnitte der Lagergeschichte, bestimmter Häftlingsgruppen oder der Wachmannschaften und Lagerleitungen angeht. Hier und da bieten Aufsatzsammlungen eine Aushilfe, wie sie etwa 1987 aus Anlass der Einrichtung einer ständigen Ausstellung beim früheren KZ-Außenlager in Hamburg-Fuhlsbüttel, beim »Kola-Fu«19, oder 1994 aus dem gleichen Anlass beim Konzentrationslager Oranienburg entstanden sind.20 Wichtig sind auch die Schriftenreihen, die einzelne Gedenkstätten herausgeben. Die Frage bleibt aber, wie sich die für die Informationsvermittlung der Gedenkstätten nach wie vor unbefriedigende Situation der wissenschaftlichen Aufarbeitung verbessern läßt?

Die begrenzten personellen Ressourcen der Gedenkstätten, die den Mitarbeitern kontinuierliche Arbeiten in wissenschaftlichen Projekten nur unter Schwierigkeiten ermöglichen, sind bereits angesprochen worden. Allenfalls kommt es beim Aufbau von neuen Ausstellungen in den Gedenkstätten zur befristeten Einstellung von zusätzlichem Personal, zur befristeten Einrichtung von Forschergruppen.

Allerdings ist festzuhalten, dass es immer wieder zu Diskrepanzen im zeitlichen Ablauf der verschiedenen Arbeitsprozesse kommt. In der Regel reduziert sich die Zahl der Mitarbeiter nach der Fertigstellung der Ausstellungen zumeist wieder rapide, das für die Aufbauphase befristet zur Verfügung stehende Personal wird abgezogen oder entlassen, oft viel zu schnell und vor dem Abschluss wichtiger Recherchen und Forschungen. Zu beklagen ist auch die durch den Abbau immer wieder verursachte mangelhafte personelle Kontinuität.

Die positive Wirkung der Einrichtung von Forschergruppen und die Kooperation mit Institutionen der Forschung und Dokumentation beim Aufbau neuer Ausstellungen ist dennoch hoch einzuschätzen. So fand der Aufbau der ständigen Ausstellung über das Speziallager 2, Buchenwald, unter günstigen Bedingungen statt, weil durch ein parallel laufendes Forschungsprojekt auch die wissenschaftliche Aufarbeitung voranschreiten konnte. Seit 1993 basierten die Arbeiten auf der Kooperation zwischen dem Moskauer Archiv der Russischen Föderation, dem Historischen Institut der Universität Jena und dem Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen.21 Zwei Bände mit Forschungen gingen aus dem Projekt hervor, erschienen allerdings erst, als die Ausstellung 1997 eröffnet worden war.22 Als Beispiel für die gelungene Verbindung zwischen Forschung und Gedenkstättenarbeit kann auch die Ausstellung »Ein KZ wird geräumt« der Gedenkstätte Neuengamme gelten, die als Wanderausstellung gezeigt wird. Forschungsgruppen und ein sie begleitender Kontaktkreis von Wissenschaftlern bestanden während des Aufbaus der Ausstellung, eine wissenschaftliche Konferenz wird Ende August 2001 in Schwerin stattfinden.23

Auch die Erweiterung der Gedenkstätte Bergen-Belsen um die Schwerpunkte »Sowjetisches Kriegsgefangenenlager 1941–1944« und »Lager für Displaced Persons in Bergen-Belsen 1945–1950«, die seit dem Jahre 2000 läuft, ist im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Kooperationen geplant. Für die Beratung der neuen Ausstellungen zum Lager der sowjetischen Kriegsgefangenen und zum DP-Camp in Bergen-Belsen sind Beratungskontakte zu deutschen, polnischen, israelischen und amerikanischen Wissenschaftlern geknüpft worden. Eine internationale Expertenkommission wird gebildet, eine wissenschaftliche Konferenz geplant.

Für das Lager der sowjetischen Kriegsgefangenen in Bergen-Belsen, in dem während des Winters 1941/42 etwa 14000 Soldaten verhungert oder an Seuchen zugrundegegangen sind, laufen umfassende Erhebungen im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk, um die dort befindlichen Unterlagen der Wehrmachtsauskunftsstelle auszuwerten. Es geht darum, die Personalien der Gefangenen zu erheben, die während des Krieges in den Akten der deutschen Kriegsgefangenenverwaltung festgehalten worden sind, und zugleich aus den Akten Informationen über die Lagergeschichte zu gewinnen. Grundlage ist ein Projekt der Deutsch-Russischen Historikerkommission mit dem Titel »Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich 1941–1945«. Die Federführung hat die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft in Dresden übernommen.24 Der zeitliche Rahmen für die Materialerfassung in Podolsk musste allerdings weit gefasst werden, er wird deshalb wahrscheinlich mit den Ausstellungsplanungen in Bergen-Belsen nicht harmonieren können. Hier deutet sich eine Schwierigkeit an, die aber bei dem in der Gedenkstättenarbeit üblichen work in progress unausweichlich ist.

Einen besonderen Charakter hatte die Neugestaltung der Gedenkstätte Dachau, also der ältesten westdeutschen KZ-Gedenkstätte. Hier wurde die Chance der Freigabe der bis zum Beginn der siebziger Jahre noch vom amerikanischen Militär genutzten früheren Gebäude des Konzentrationslagers dafür genutzt, umfassende baugeschichtliche Untersuchungen durchzuführen und die historische Bausubstanz des Wirtschaftsgebäudes, des Jourhauses, des Bunkers und des Krematoriums zu sichern.

Grundgedanke der Neugestaltung war, den »›Weg der Häftlinge‹ als Leitlinie für den Weg der Besucher und die Abfolge der Ausstellung« zu rekonstruieren. Für die Ausstellung selbst wurden die Häftlingsbiographien »als wichtiges Element« hervorgehoben. Das Haus der Bayerischen Geschichte, dem die Neugestaltung der Ausstellungen übertragen worden war, zog dafür ein seit geraumer Zeit laufendes Zeitzeugenprojekt heran.

In hohem Maße konnte man für die Neugestaltung der Ausstellung aber auch auf die bereits in der Gedenkstätte gesammelten Dokumente und Häftlingsberichte sowie überhaupt auf die im Laufe der Zeit aufgebauten und dokumentierten Häftlingskontakte zurückgreifen – hier wirkten sich die günstigen Voraussetzungen aus, die für die Neubearbeitung einer Ausstellung dann bestehen, wenn sie sich auf die intensiven Vorarbeiten und die Sammlungstätigkeit einer seit längerer Zeit existierenden Gedenkstätte stützen können.25

Die genannten Projekte finden alle in den großen Gedenkstätten der Bundesrepublik statt. Die kleinen Gedenkstätten, die auf der Basis von Initiativen arbeiten, stehen vor der Situation, mit nur begrenzt und zumeist nicht auf Dauer angestelltem Personal, im übrigen aber mit ehrenamtlichen Kräften ihre Aufgaben wahrzunehmen. Vielfach wird die wissenschaftliche Aufarbeitung bei ihnen durch die begrenzte Zahl von Personalstellen gehemmt. Alles kommt dann für die Initiativen darauf an, dass sie wissenschaftlich und historisch ausgebildete Kräfte zur Mitarbeit gewinnen.

Viel hängt auch vom gesellschaftlichen Engagement ab, das allerdings in der Gedenkstättenbewegung, einer spezifisch westdeutschen Erscheinung, die auf dem Boden der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung im Gefolge der Studentenbewegung in Westdeutschland entstand, in erstaunlicher Fülle vorhanden war und auch heute noch wirkt. Selbst Schriftenreihen von hoher Qualität sind so möglich geworden, etwa durch das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager, das seit 1989 bereits 11 Bände mit wissenschaftlichen und dokumentarischen Texten veröffentlicht hat.26 Seit 1990 werden in Niedersachsen Aktivitäten von Gedenkstätteninitiativen durch einen Beschluss des Landtags aus öffentlichen Mitteln gefördert. Danach hat sich das Land zusammen mit kommunalen Stellen an der Finanzierung von Personalstellen bei drei von Initiativgruppen getragenen Gedenkstätten beteiligt – dem Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager in Papenburg, der Gedenkstätte Moringen für das dortige frühe Konzentrationslager und das 1940 eingerichtete »Jugendschutzlager« und der Gedenkstätte für das KZ-Außenlager Salzgitter-Drütte. Das Land fördert darüber hinaus durch Zuschüsse »Projekte der Gedenkstättenarbeit […], die der Aufklärung über die Verbrechen während der NS-Zeit dienen oder an die Opfer der Verfolgung und den Widerstand in Niedersachsen erinnern.«27

Schwieriger wird es, das deutet sich aus dem Gesagten schon an, den Alltag der Gedenkstätten mit Wissenschaft und Forschung zu verbinden. Gerade die wissenschaftliche Arbeit einzelner Mitarbeiter von Gedenkstätten fördert ja den Kontakt mit den Universitäten und anderen Einrichtungen der Scientific community. Notwendig ist es jedenfalls, dass die Mitarbeiter der Gedenkstätten am Diskussionszusammenhang der wissenschaftlichen Welt teilnehmen und dass diese Beteiligung bewusst von den Trägern und Leitungen der Gedenkstätten gefördert wird.

Das kann im Rahmen von Projektgruppen, aber auch von wissenschaftlichen Zeitschriften geschehen, unter denen vor allem die »Dachauer Hefte« zu nennen sind, die seit 1985 zahlreiche Beiträge nicht nur über das KZ Dachau, sondern auch über andere Lager gebracht haben. Wissenschaftler aus Universitäten und Gedenkstätten, aber auch immer wieder Zeitzeugen haben sich in dieser Zeitschrift geäußert. Seit 1994 gibt es die »Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland«, die sowohl durch den Namen der Zeitschrift als auch durch ihre Redaktionsmitglieder die Verankerung in einer regionalen Gedenkstättenlandschaft verdeutlichen. Beide Publikationen versuchen durch Themenschwerpunkte, etwa die Untersuchung der Funktionshäftlinge oder bestimmter Häftlingsgruppen, zu einer sachlichen Konzentration und Profilierung zu kommen. Zumindest auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Kommunikation hat schließlich im Laufe der Jahre der »GedenkstättenRundbrief« eine wichtige Funktion erlangt, der außer über den Alltag der Gedenkstätten sowie über Tagungen und Projekte immer auch über neue wissenschaftliche Arbeiten und Initiativen berichtet hat. Auch wissenschaftliche Texte wurden hier veröffentlicht, so die wichtige Untersuchung von Wolf Gruner über die Lager für die Zwangsarbeit deutscher und nichtdeutscher Juden.28

Das Resümée bleibt, dass die Stellung von Wissenschaft und Forschung in den Gedenkstätten unbefriedigend bleibt, zumindest längst nicht dem Bedarf an wissenschaftlicher Untersuchung und Darstellung entspricht. Das liegt einmal daran, dass die Vernichtung der lokalen Lagerregistraturen durch die SS, aber auch anderer einschlägiger Registraturen, die historische Arbeit außerordentlich erschwert hat. Andere Quellen, insbesondere die Oral history und die schriftlichen Berichte der Opfer, können nicht einfach als Ersatz angesehen werden, sondern verlangen jeweils nach der angemessenen wissenschaftlichen Auswertung.

Hinzu kommt, dass die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung allgemein und die Geschichte der Lager speziell sehr komplex ist. Die wissenschaftliche Untersuchung spiegelt diese Komplexität, sie ist thematisch stark ausdifferenziert, man möchte schon von Zersplitterung sprechen. Eine solche Charakterisierung soll Spezialuntersuchungen keineswegs in Frage stellen, stellen sie doch weiterhin eine wichtige Grundlage dar. Es bleibt zu hoffen, dass die außerordentliche Ausdifferenzierung der Untersuchungen und die fehlenden Gesamtdarstellungen für die Konzentrationslager, aber auch für andere Lager und Haftanstalten, als Provokation für das Bemühen um Gesamtdarstellungen und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Gedenkstätten und den vor allem an den Universitäten angesiedelten Forschern wirkt.

Nicht zu übersehen ist, dass es zwischen Universitäten und Gedenkstätten Animositäten und Distanzerfahrungen gibt, die oft aus den schwierigen Bedingungen der wissenschaftlichen Arbeit in den Gedenkstätten resultieren. Wenn man diese auf beiden Seiten bestehenden Vorbehalte mit der eingangs erwähnten und nach wie vor verbreiteten Position über die institutionelle Trennung zwischen der wissenschaftlichen Forschung und den Gedenkstätten zusammen sieht, so entsteht allerdings eine bedenkliche Konstellation, die der Gegensteuerung bedarf. Denn die Gedenkstätten bedürfen der ständigen Präsenz und des Engagements von Wissenschaft und Forschung, um den Verpflichtungen gerecht werden zu können, die sie mit dem Auftrag zur kontinuierlichen Erinnerungsarbeit übernommen haben. Zu überlegen ist, ob für eine derartige ständige Präsenz nicht Elemente der Stabilisierung und Kontinuität der wissenschaftlichen Arbeit gefunden werden können. Zu denken wäre an Kooperationsvereinbarungen zwischen Universitäten und Gedenkstätten. Sehr nützlich wäre auch die Einrichtung von Personalstellen für die wissenschaftliche Forschung in den Gedenkstätten. Realisieren lässt sich das allerdings wahrscheinlich nur, wenn Mäzenaten oder Stiftungen tätig werden.

1   Vgl. David A. Hackett, Der Buchenwald-Report. Bericht über das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar, München 1996, S. 37–40. In der Ostzone erschien 1946 unter Benutzung der im Buchenwald-Report veröffentlichten Häftlingsberichte folgende Publikation: KL Bu. Bericht des internationalen Lagerkomitees Buchenwald, Weimar 1946

2     Volkhard Knigge, Opfer, Tat, Aufstieg. Vom Konzentrationslager Buchenwald zur Nationalen

Mahn- und Gedenkstätte der DDR, in: Volkhard Knigge/Jürgen Maria Pietsch/Thomas A. Seidel, Das Buchenwalder Mahnmal von 1958, Spröda 1997, S. 45

3     Vgl. Heinz Koch/Bodo Ritscher/Wolfgang Röll/Christine Schäfer/Harry Stein, Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald. Wiederfinden und Bewahren, Weimar 1988, S. 83. Knigge, S. 46, 48

4     Koch u.a., S. 90, 95 f. Bis 1989 erschienen 33 Buchenwaldhefte.

5     Vgl. Harold Marcuse, Das ehemalige Konzentrationslager Dachau. Der mühevolle Weg zur Gedenkstätte 1945–1968, in: Dachauer Hefte 6, 1990, S. 182–205. Dazu auch Jürgen Zarusky,

Die KZ-Gedenkstätte Dachau: Anmerkungen zur Geschichte eines umstrittenen historischen Ortes,

in: Jürgen Danyel (Hrsg.), Die geteilte Vergangenheit. Zum Umgang mit Nationalsozialismus und Widerstand in beiden deutschen Staaten, Berlin 1995, S. 187–196

6   Vgl. Herbert Obenaus, Gedenkstätten in Niedersachsen,

in: Menora. Jahrbuch für deutsch-jüdische Geschichte 1997, S. 342–368, hier S. 343–345

7   Ulrike Puvogel/Martin Stankowski/Ursula Graf, Gedenkstätten für die Opfer des

Nationalsozialismus. Eine Dokumentation 1, 2. Aufl. Bonn 1995 (die 1. Aufl. erschien 1987);

Stefanie Endlich/Nora Goldenbogen/Beatrix Herlemann/Monika Kahl/Regina Scheer,

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation 2, Bonn 1999

8   Bergen-Belsen. Geschichte des »Aufenthaltslagers« 1943–1945, Hannover 1962

9     Vgl. Rolf Keller/Wolfgang Marienfeld/Herbert Obenaus/Thomas Rahe/Hans-Dieter Schmid/Wilhelm Sommer/Wilfried Wiedemann, Konzentrationslager Bergen-Belsen. Berichte und Dokumente (Bergen-Belsen Schriften), Göttingen 1995, S. 259

10    Vgl. Beschluss des Nds. Landtags, 17. 1. 1990, Drs 11/4871: Politische Unterstützung für die Arbeit und Finanzierung der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus in Niedersachsen

11    Linde Apel/Cord Pagenstecher/Bärbel Schindler-Saefkow, Datenbank-Projekte in der Mahn-

und Gedenkstätte Ravensbrück. Projekt »Gedenkbuch« – Die namentliche Erschließung von Häftlingslisten, in: GedenkstättenRundbrief 94/2000, S. 26–32. Eine besondere Datenbank

erfasst die jüdischen Häftlingsfrauen im KZ Ravensbrück. Erfassung der Häftlinge

des KZ Mauthausen seit 1996: Andreas Baumgartner, Forschungsprojekt »Erfassung aller

dokumentierten Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen«,

in: GedenkstättenRundbrief 90/1999, S. 28–33

12    Gedenkbuch. Häftlinge des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung. Gedenkstätte Bergen-Belsen 1995. Inzwischen wird an einer Erweiterung des Verzeichnisses gearbeitet.

13  Harry Stein/Jens Vehlhaber, Datenbankprojekte in der Gedenkstätte Buchenwald zur Geschichte des KZ Buchenwald 1937–1945, in: GedenkstättenRundbrief 87/1999, S. 29–36

14  Linde Apel/Cord Pagenstecher/Bärbel Schindler-Saefkow, Datenbank-Projekte in der Mahn-

und Gedenkstätte Ravensbrück, in: GedenkstättenRundbrief 94/2000, S. 26–36

15  KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.), Lebensläufe. Ein Archiv-Findbuch, Hamburg 1994

16  Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945, Reinbek 1989

17  Grit Philipp, Kalendarium der Ereignisse im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück 1939–1945, Berlin 1999

18 Veröffentlichung im Internet: Bernhard Strebel, Handbuch der Beliebigkeiten: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de

19  KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.), Gedenkbuch Kola-Fu, Hamburg 1987

20  Günter Morsch (Hrsg.), Konzentrationslager Oranienburg, Berlin 1994

(Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 3)

21  Dazu das Nachwort von Volkhard Knigge zu Bodo Ritscher, Spezlager Nr. 2 Buchenwald.

Zur Geschichte des Lagers Buchenwald 1945 bis 1950, 2. Aufl. Weimar-Buchenwald 1995, S. 266

22  Sergej Mironenko/Lutz Niethammer/Alexander von Plato (Hrsg.), Sowjetische Speziallager in Deutschland 1945 bis 1950 1–2, Berlin 1998. Ein 3. Band, der die Haftbedingungen behandeln soll, wird in Band 1, S. 14 f. angekündigt, ist aber bisher nicht erschienen.

23  Katharina Hertz-Eichenrode (Hrsg.), Ein KZ wird geräumt. Häftlinge zwischen Vernichtung

und Befreiung. Die Auflösung des KZ Neuengamme und seiner Außenlager durch die SS im Frühjahr 1945 1–2, Bremen 2000

24  Dazu existiert ein Vertrag zwischen der Stiftung und der Assoziation für internationale Zusammenarbeit bei der Pflege von Soldatengedenkstätten (Assoziation »Wojennyje Memorialy«) in Moskau vom 21. 9. 2000. Seitens der Stiftung sind die Länder Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und der Bund beteiligt. Dazu ein Bericht von Friedemann Kohler, Deutsch-russische Spurensuche nach

verschollenen Kriegsgefangenen, in: Hamburger Abendblatt, 21. 9. 2000

25  Vgl. Ludwig Eiber, Die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Annäherung an einen historischen Ort, in: Die Zukunft der Vergangenheit. Wie soll die Geschichte des Nationalsozialismus in Museen und Gedenkstätten im 21. Jahrhundert vermittelt werden? Nürnberg 2000

(Schriftenreihe des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, Band 1), S. 65–86

26  Die neueste Liste der Publikationen in DIZ Nachrichten 22, 2000, S. 61

27    Beschluss des Nds. Landtags, 17 .1. 1990: s. oben Anm. 10

28    GedenkstättenRundbrief 78, 79 und 80/1997, ferner ebd., 81/1998