»… und im Nachhinein ist man überrascht, wie viele Leute sich das auf die Fahnen schreiben und sagen, ich habe es gemacht.«[1]

Akteursperspektiven auf die Etablierung und Arbeit von Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen
09/2013Gedenkstättenrundbrief 171, S. 3-18
Heidi Behrens, Paul Ciupke, Norbert Reichling

Die wenigen existierenden Gedenkstätten zur NS-Herrschaft und deren Verbrechen führten in der frühen Bundesrepublik ein Schattendasein, aus dem sie erst in den letzten drei Jahrzehnten allmählich heraustraten. Erinnerung und Deutung dieser Verbrechen haben inzwischen, nach vielen Widerständen und Umwegen, in der politischen Kultur des vereinten Deutschlands den Stellenwert eines über die parteipolitischen Grenzen hinweg geteilten normativen Konsenses erlangt. Gemessen an dieser Bedeutung ist es erstaunlich, dass die Entwicklung der zumeist seit den 1980er Jahren entstandenen NS-Gedenkstätten in der zeit- und politikgeschichtlichen Forschung bisher kaum systematisch untersucht wurde. Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Geschichte der Gedenkstätten und ihre Akteure sind allenfalls in Ausschnitten vorhanden.[2]

Es fehlt insbesondere eine Perspektive auf die oftmals ausschlaggebenden zivilgesellschaftlichen Initiativen und Personen, deren Motive, Haltungen und Lernprozesse sowie ihre Einflüsse auf spätere Profilierungen der Orte. Man dürfe »die basisdemokratisch-dezentrale Struktur der Erinnerungskultur, aus der sich alles entwickelt hat, nicht vergessen«, so Jörg Skriebeleit, Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg.[3] Diese These, dass sich die Entstehung von NS-Gedenkstätten in hohem Maße bürgerschaftlichem Engagement verdankt, wurde am Beispiel Nordrhein-Westfalens in einer lebens- und engagementgeschichtlichen Befragung untersucht; außerdem fragten wir nach pädagogischen Ansätzen und Zielgruppenkonzepten sowie institutionellen Selbstverständnissen. Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2012 haben wir 15 Gespräche mit Exponentinnen und Exponenten aus der »Gründergeneration« der nordrhein-westfälischen Gedenkstätten und Erinnerungsorte geführt, sie transkribiert, redigiert und archiviert.[4]

Entsprechend der heterogenen Entwicklungen der politischen Kultur waren auch unter- schiedliche Milieus und Phasen zu beachten – antifaschistische Gruppierungen aus der politischen Linken, kirchliche und kirchennahe Initiativen, die alternativen Barfußhistorikerinnen und -Historiker aus Geschichtswerkstätten, Kommunalpolitik oder auch vereinzelte Intellektuelle und Publizisten ganz unterschiedlicher Herkunft.
Immerhin muss in Nordrhein-Westfalen ein Feld von mehr als 20 sehr spezifisch profilierten Einrichtungen berücksichtigt werden. In unser Sample haben wir ehemalige und noch aktive Leitungen, Frauen und Männer, Historiker und Pädagogen sowie »Laienexperten«, lokal und landesweit Engagierte, Praktiker und ihre politisch-gesellschaftlichen Begleiter in der jeweiligen Stadtgesellschaft oder Region, Vertreter großer und kleiner, früher und noch recht junger Institutionen, Großstädte und kleinere Orte einbezogen; auch eine weite geografische Streuung der Gesprächspartner war erwünscht.[5] Dass wir zudem das Spektrum der verschiedenen Trägersituationen – kommunale Einrichtungen, Trägervereine von Individuen sowie Körperschaften, Flankierung durch Fördervereine – beachtet haben, sei ebenfalls erwähnt.

Interviews führten wir mit Dr. Edna Brocke (ehem. Leiterin der »Alten Synagoge« Essen), Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel (Mitbegründerin des Jüdischen Museums Westfalen, Dorsten), Klaus Dietermann (Mitbegründer und Leiter des Aktiven Museums Südwestfalen, Siegen), Angela Genger (ehem. Leiterin der »Alten Synagoge« Essen sowie der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf), Dr. Eugen Gerritz (früherer Vorsitzen- der des Fördervereins der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer, Krefeld), Prof. Dr. Alfons Kenkmann (ehem. Leiter des Geschichtsorts Villa ten Hompel, Münster), Peter Klagges (Mitbegründer und Aktiver der Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A Hemer), Prof. Dr. Horst Matzerath (ehem. Leiter des NS-Dokumentationszentrums Köln), Gisela Rogge (Mitbegründerin der Geschichtswerkstatt Französische Kapelle Soest), Dr. Ulrike Schrader (Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal), Ernst Söder (Impulsgeber und Akteur für die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Dortmund), Michael-Ezzo Solf (politischer Unterstützer der Gedenkstätte »Landjuden an der Sieg« in Rosbach), Franz Tews (Initiator zeitgeschichtlicher Erinnerungszeichen und mit der VVN engagiert für eine Gedenkstätte in Duisburg) sowie Irmgard Wüllner (ehem. wissenschaftlich-pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus). Wir haben außerdem ein bereits im Jahr 2002 aus anderem Anlass geführtes Interview mit dem 2011 verstorbenen Leiter des Kreismuseums Wewelsburg, Wulff E. Brebeck, hinzugezogen.[6]

Aus dem angedeuteten Fragespektrum ergab sich eine methodische Mischung aus lebensgeschichtlichem Interview und Expertengespräch. In einigen Fällen haben wir weitere Dokumente und Materialien (Zeitungsausschnitte, Konzeptpapiere, frühe Veröffentlichungen etc.) von den Interviewten erhalten und in einem »Dossier« als Ausgangspunkt späterer Recherche und Dokumentation gesichert. Von allen Gesprächspartnern wurden Porträtfotos angefertigt bzw. erbeten, in einigen Fällen auch weitere Bilder zum Kontext, und mitarchiviert.

Biografische Motive und berufliche Wege

Die von uns befragten Personen, sechs Frauen und neun Männer, wurden zwischen 1935 und 1960 geboren. Die meisten von ihnen sind Kinder der 1940er Jahre; einige berichten von Erfahrungen mit dem Bombenkrieg und von Flucht und Vertreibung.
Zwei Interviewte haben beide Eltern oder ein Elternteil im Krieg verloren. Ihre politische Sozialisation erfuhren sie vor allem in der jungen Bundesrepublik. Nur bei zweien der Akteure gab es noch – wenn auch lediglich in einem geringen Ausmaß – NS-Einflüsse im Elternhaus und durch die Umgebung, und bei dreien ein bewusstes Wahr- nehmen des Kriegsendes. Eine Ausnahme bildet Edna Brocke; sie bezeichnet sich – 1943 in Jerusalem geboren – als »El-Alamein-Kind«, weil nach der deutschen Niederlage bei El Alamein 1942 die Okkupationsgefahr für Palästina gebannt war.

Zu den für Einige formenden Jugenderfahrungen gehört, dass in den Familien viel über Zeitfragen diskutiert wurde – »politisieren« und »analysieren«, »genau hingucken« und intensive Mediennutzung lauten die Stichworte. Gespräche über NS-Erfahrungen in der Familie allerdings scheinen ebenso selten gewesen zu sein wie eigene Gedenkstätten-Erlebnisse. Nahezu durchgängig finden wir ein freiwilliges Engagement vor, u.a. im kirchlichen Umfeld und in christlich geprägten Jugendgruppen. Christlichuniversale Familienwerte haben für einige der Interviewten eine große Rolle gespielt. Aufgewachsen in einem dezidiert politischen Milieu sind vor allem die Personen aus dem Umfeld der Arbeiterbewegung. Eine Sonderrolle nimmt hier Ernst Söder ein, der in Dortmund als Jugendsekretär des DGB, im örtlichen Jugendring und als Lokalpolitiker, auch unter Einfluss von linken Sozialdemokraten und Kommunisten, seit Mitte der 60er Jahre mit anderen ein besonderes Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus initiierte.

Oftmals wird das jüngere Interesse an den weißen Flecken der Zeitgeschichte als »Geschichtsbewegung« aufgefasst. Dazu passt der Befund, dass wir in der Gruppe der Interviewten bei jüngeren Jahrgängen auf lebhafte Teilnahme an den Ideen und Aktionen der sogenannten Neuen Sozialen Bewegungen, der Friedensbewegung ins- besondere, aber auch der Frauenbewegung und der Umweltbewegung in den 1970er und 1980er Jahren stoßen, hier und da auch der »alten« Jugendbewegung. Geschichtswerkstätten oder ähnliche bewegungsorientierte Gruppen als Initialzündungen finden wir im Übrigen in den Anfängen der Einrichtungen in Soest und Dorsten wieder; an anderen Orten waren solche Verbindungen für uns nicht erkennbar. Häufiger sind einzelne Lokal- und Regionalhistorikerinnen und -historiker mit Pionierarbeiten als anstoßgebend aufgetreten. Auch andere, klassische Formen des Engagements wie z.B. Betriebsratsarbeit oder die Gründung eines Berufsverbands werden von einzelnen Akteuren (hier A. Genger) als »Schule« späterer Interessenvertretung und Durchsetzungsfähigkeit auch im Gedenkstättenbereich angesehen.

Es gibt weitere, manchmal zufällig, aber nachhaltig wirkende Erlebnisse und Begegnungen wie z.B. Eindrücke von Israel-Reisen, eine jüdische Tante, das Engagement im christlich-jüdischen Dialog oder die Konfrontation mit dem allzu guten Gewissen von Tätern. Die Internationalität von Perspektiven könnte als Zusammenfassung für viele dieser Vorgeschichten des Engagements formuliert werden: Zu beobachten waren mehr oder minder intensive Auslandserfahrungen (in Frankreich, Belgien und Israel), aber auch internationale Jugendcamps und Besuche von Überlebenden – oder auch »nur« die allmähliche Wahrnehmung, wie stark europäische Geschichte in die Vergangenheit der jeweiligen lokalen Geschichtsorte verflochten ist.

Die parteipolitischen Präferenzen der bisherigen Interviewten liegen eindeutig bei »rot-grün«. Vier der befragten Personen sind Mitglieder der SPD, zwei davon auch intensiv kommunal- und landespolitisch engagiert. Weiteren kann man eine Nähe zur Sozialdemokratie unterstellen und einigen anderen eine gewisse Sympathie für die Partei der Grünen bzw. ein direktes Engagement. Ein Akteur ist Mitglied der CDU und dort ein ebenfalls sehr aktiver Landes- und Regionalpolitiker.

Bis auf zwei haben alle Gesprächspartnerinnen und -partner das Abitur abgelegt. Die Mehrheit studierte Fächer wie Geschichte, Politik und Pädagogik, einige zunächst mit der Absicht, einen Lehrberuf zu ergreifen. Später ergab sich dann manchmal die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Weiterqualifikation: Vier Interviewte sind promoviert und Edna Brocke ist mit zwei Ehren-Doktorgraden ausgezeichnet worden. Auffällig ist also die Nähe der vor allem sozial-, politik- und geisteswissenschaftlichen Ausbildungswege zu den vielfältigen öffentlichen Aufgaben von Gedenkstätten: nämlich zu gedenken, zu erinnern und zu bilden. Zwei der weiblichen Befragten, Angela Genger und Irmgard Wüllner, haben für ihre Arbeit wichtige Impulse durch das Studium bei Annette Kuhn[7] erhalten.

In der Schulzeit sind vor allem die jüngeren Jahrgänge mit NS-Themen in Berührung gekommen; Edna Brocke hingegen vermerkt, durch einen Geschichtslehrer polnischer Herkunft mit dem Thema »überfüttert« worden zu sein. Für Irmgard Wüllner und Eugen Gerritz waren Einflüsse eines kritischen und engagierten Geschichtslehrers sehr spürbar und auch ausschlaggebend für die Wahl des Studienfaches. Themen der NS-Geschichte spielten aber während des Studiums zumeist keine oder allenfalls eine untergeordnete Rolle. Klaus Dietermann jedoch schrieb seine Examensarbeit schon Anfang der 1970er Jahre über Juden im Siegerland, und die beiden späteren Hochschullehrer Alfons Kenkmann und Horst Matzerath haben im Rahmen ihrer Dissertationen ein vertieftes forschendes Verhältnis zum NS-Thema aufgebaut.

»Mein Gott … dieses Haus wäre doch was.«[8] – Ortsbezüge und Orte-Paradigmen

Für die Mehrzahl der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte steht die Arbeit an einem »historischen Ort«[9] im Zentrum ihres Selbstverständnisses. Darum ist es kein Zufall, dass im Vorfeld der meisten Gedenkstätteninitiativen entweder die Entdeckung eines originalen Ortes stand, mit dem sich die historischen Ereignisse verknüpfen lassen oder dass nach einem solchen gesucht wurde. Diese Suchbewegungen brachten, auch mit ihren Missverständnissen und Irrtümern, verstärkt Diskussionen darüber hervor, wessen Vergangenheit und welche Geschehenskomplexe in einem Gedenkort zu fokussieren seien. In den 70er und 80er Jahren wurde mitunter zunächst nach einem Ort geforscht, der ein unterschiedsloses Erinnern an ›alle Opfer‹ des Nationalsozialismus möglich machen sollte: »Ich begann darüber nachzudenken, ob sich nicht ein Ort finden lasse, aller Opfer des NS-Zeit gemeinsam zu gedenken. Und ich dachte laut darüber nach, ob nicht auch die Millionen umgekommener Soldaten zu den Opfern zu zählen seien« (Interview Gerritz, Z. 540 ff.). Dass aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Bunker als Erinnerungsorte ins Auge gefasst wurden, mag auch in der Logik dieser zunächst noch nicht sehr ausdifferenzierten Handlungsstrategie stehen. In Siegen arbeitet das Aktive Museum Südwestfalen allerdings sehr bewusst und gezielt in einem Bunker, mit dem das Grundstück der ehemaligen Synagoge überbaut worden war (und lehnte andere Bunker-Standorte ab). An mehreren Orten debattierte man als Alternative zu einer Gedenkstätte die Errichtung eines Mahnmals, so in Krefeld und Wewelsburg; die Diskussion führte dann mehrfach in die Dilemmata von Gewichtung und Hierarchie der Opfergruppen, auch in die Fallen der Aufrechnung von NS-Opfern und »deutschem Leiden«, und wurde in mehreren Städten zugunsten eines sachlich- dokumentierenden Ansatzes abgebrochen.[10]

In Dortmund gab es lange Auseinandersetzungen um das Gebäude der Steinwache, das frühere Gestapogefängnis. Als (unzugänglicher) Erinnerungsort entdeckt wurde dieses Haus bereits in den 1960er Jahren im Rahmen sogenannter alternativer Stadtführungen. Der Komplex sollte zunächst einem Parkplatz weichen, dann in ein Seminarhaus umgewandelt werden. Allerdings wollte die Stadtspitze den Teil des früheren Gefängnistraktes abreißen. Dagegen stellte sich vor allem der Jugendring: »Da haben wir gesagt, genau das Gegenteil, dann reißt lieber vorne ab, aber das Gefängnis muss erhalten bleiben. Da sind die Menschen gequält worden während des Dritten Reiches, und da soll die Ausstellung rein …« (Interview Söder, Z. 700 ff.). Und der originale Ort erwies sich auch hier als starkes Argument: »Ein authentisches Gebäude wie die Stein- wache gibt es nicht wieder, das muss bleiben« (Interview Söder, Z. 484). Eine emotionale Berührung durch »steinerne Zeugen« war von der Eröffnung bis weit in die 1990er Jahre hinein erwünscht: »Und wenn wir Besichtigungen gemacht haben und sind runter in den Keller gegangen, den Folterkeller, und haben den Leuten gesagt, guckt euch das mal hier an, nicht, ja, das erzeugt Betroffenheit« (Interview Söder, Z. 864).
Die Villa Merländer in Krefeld wurde mehr oder weniger zufällig entdeckt, ein Zeit- zeuge machte darauf aufmerksam, dass sich in dem Gebäude Wandbilder von Heinrich Campendonk, einem Vertreter des rheinischen Expressionismus und bis 1933 Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, befinden müssten. Diese wurden gefunden und freigelegt. »Und dann haben wir gedacht«, resümiert Eugen Gerritz, »mein Gott, Campendonk als Professor 1933 ›entartet‹ rausgeschmissen aus der Akademie, Merländer, von dem wir kein Bild hatten, rausgeflogen, in ein Judenhaus gebracht und dann abtransportiert worden, dieses Haus wäre doch was« (Interview Gerritz, Z. 577).

Doch der programmatisch viel beschworene Ortsbezug der Gedenkstätten war nicht immer gleich stark und konsequent: So kann gelegentlich ein relatives Desinteresse an der eigentlichen Hausgeschichte – z.B. in Essen in den ersten Jahren, in denen der Arbeiterwiderstand im Zentrum stand – beobachtet werden. In den meisten Fällen erweiterten sich die von außen oder selbst formulierten Aufträge der Einrichtungen über die Themen der direkten Hausvergangenheit hinaus zu universalisierten Botschaften der Humanität. Erst in den letzten Jahren und mit den in dieser Phase reformulierten oder revidierten Ausstellungen verstärkte sich der Mut zum exemplarischen Vorgehen, zur Arbeitsteiligkeit und zur Ortsspezifik der Ausstellungen (erneut) – wohl auch eine Folge der Einsicht, dass Kontextwissen über NS-Regime und Holocaust stärker vorausgesetzt werden kann als zu Anfang der 1980er Jahre.

Diese programmatischen und diskursiven Schleifen zeigen eine Ambivalenz oder Dialektik, die Wulff Brebeck schon 2002 in großer Klarheit reflektierte: »Man muss für die achtziger Jahre eine erstaunliche Diskrepanz feststellen zwischen dem, was man eigentlich gemeint hat zu den Fragen der Bearbeitung von Vergangenheit und Zukunftsentwicklung der Gesellschaft. Da hat man ja eigentlich immer sehr total gedacht, in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen. Es war im Grunde die Haupteinschätzung, dass sich Regionen, lokale Entwicklungen und so weiter gegenüber den Gesamtentwicklungen wenig durchsetzen könnten und eigentlich keine große Rolle spielen. Die Diskrepanz besteht darin, dass wir dann alle ›Grabe, wo du stehst‹ gemacht und versucht haben, die Potenziale des Ortes zu erschließen, ohne es wirklich theoretisch hinzukriegen, das miteinander auszutragen. Das waren zwei Dinge, die sind auseinandergelaufen. Gesiegt haben letztlich die Orte, würde ich mal sagen, das große Weltbild und die gesellschaftlichen Systemfragen zerbröselten dann – das Örtliche war greifbar und wurde ganz stark entfaltet und in allen Verästelungen, in vielen Personen zum beinahe ausschließlich Wichtigen. Die großen Weltbilder passten genau hier ans Ende des zwanzigsten Jahrhunderts und sind einfach passé. Man diskutiert kleinere Zusammenhänge, wird aber von internationalen Entwicklungen geprägt und gestaltet … Die Gedenkstätten gehen auch weiterhin in Richtung des jeweiligen historischen Ortes, auch die Öffentlichkeit nimmt viel mehr diese Orte wahr. Alle großen Vorhaben im Bereich von Ausstellungswesen haben irgendwie einen regionalen oder sogar lokalen Zug« (Interview Brebeck 2002, Z. 1057 ff.). Die spezifische Zeugnisqualität der Orte hat also die großen ideologischen Erzählungen weitgehend aus dem Feld verdrängt. Dass damit wohl nicht das letzte Wort gesprochen ist, wird aus einem erneuten Zitat von Wulff Brebeck deutlich: »Auch die Orte können nur fruchtbar sein auf Dauer, wenn sie auf einen Kontext bezogen sind. Wenn wir überhaupt keinen Kontext gesellschaftlicher Entwicklung mehr definieren können oder auch überhaupt kein Subjekt von geschichtlicher Überlieferung mehr, das bröselt uns ja auch aus. Die Region ist nur eine Scheinantwort, die Nation ist es nicht mehr. Was sind Geschichtsgemeinschaften? Das neue Europa ist es auch noch nicht. Wenn wir das also alles nicht mehr beantworten können, worin liegt denn dann der Sinn der Deutung solcher Orte? Ich denke, das ist die Fragestellung, die sich jetzt in den nächsten Jahrzehnten in ganz harter Notwendigkeit aufdrängen wird« (Interview Brebeck 2002, Z. 1130 ff.).

Zeitliche Konstellationen und günstige Momente

Die nach jahrzehntelangem Beschweigen endlich aufgefundenen Orte mussten zumeist sowohl kognitiv als auch materiell wieder freigelegt werden, es gab z.T. bizarre Nutzungsgeschichten und Überformungen aus der Nachkriegszeit: Die Alte Synagoge in Essen etwa beherbergte unter anderem das Haus Industrieform, ein städtisches Designmuseum und diesem neuen Zweck entsprechend wurden die noch erhaltenen inneren Gestaltungselemente des Baus zusätzlich zerstört. »Alles was rund war, war eckig geworden«, resümiert Angela Genger (Interview Genger, Z. 469). In der Dortmunder Steinwache residierte eine Nichtsesshaftenstelle, die Villa ten Hompel in Münster hatte verschiedenste Nachnutzungsphasen erlebt: Unter anderem saßen dort die Entnazifizierungskommission und die Wiedergutmachungsbehörde. Der in Siegen auf dem Synagogengrund errichtete Bunker wurde als Krankenhaus- Lagerfläche genutzt – und gibt in seiner kriegsbezogenen Funktion auch Anlass zu einem »Doppelgedenken« an NS- und Kriegsopfer. Ein Benehmen mit militärischen oder polizeilichen Instanzen zu finden, die die Geschichtsorte lange nutzten (wie in Hemer, Soest oder Stukenbrock) oder eine erinnerungspädagogische Aufgabe gegen sozialpolitische Nachnutzungen durchzusetzen (wie in Stukenbrock), bedurfte eines langen Atems und flexibler Strategien. Manchmal mussten auch Skandalisierungen helfen wie z.B. in Wuppertal, als auf dem Trümmergrundstück der ehemaligen Synagoge ein Parkhaus geplant wurde. Ein grüner Lokalpolitiker verschärfte die Debatte: »Wenn man mit diesem Trümmergrundstück den Bebauungsplan, ein Parkhaus zu errichten, verfolgte, würde man sich zum Testamentsvollstrecker von Joseph Goebbels machen« (Interview Schrader, Z. 373).

In Köln wirkten die Ende 1979 ausgestrahlte Holocaust-Serie, die als Durchbruch für die Wahrnehmung des Judenmords in Deutschland gilt, und couragierte Einzelaktionen zusammen, um die Stadt für die historische Bedeutung des EL-DE-Hauses sensibel zu machen. »Das war einerseits die Phase, wo der Holocaustfilm in Deutschland gezeigt wurde, und das war auch der Anlass, weshalb ein engagierter junger Mann ... sich öffentlich hingestellt hat und gefordert, ein solches Dokumentationszentrum im Gestapo-Gebäude zu machen … Sammy Maedge. Wenige Monate später haben sich der Kurt Holl und der Gernot Huber, also ein Fotograf, da unten einschließen lassen und haben die Situation in diesem Keller, der einfach als Abstellraum für das Rechtsamt benutzt worden ist, fotografiert, und das ist veröffentlicht worden« (Interview Matzerath, Z. 161 f.). Andernorts konnten interessante Gerüchte (War der Altbau des Jüdischen Museums in Dorsten eventuell einmal ein jüdisches Wohnhaus?) der Überzeugungsarbeit oder Beschleunigung dienen.

Als in Münster die Villa ten Hompel als ehemaliger Sitz der Ordnungspolizei identifiziert wurde, diskutierte man in der Öffentlichkeit gerade intensiv die 1993 und 1996 erschienenen Bücher von Browning und Goldhagen.[11] Alfons Kenkmann, damals als Hochschulassistent an der Universität Münster tätig, begriff die Zusammenhänge und Chancen schnell und entwickelte ein museales und didaktisches Konzept. Von Bedeutung für die Konzeptentwicklung war hier auch die Nähe einer Polizeihochschule in Münster-Hiltrup.
Auf den ersten Blick unkomplizierter erscheint ein interessanter Sonderfall: Die regionale Gedenkstätte »Landjuden an der Sieg« geht zurück auf eine 1983 präsentierte ambitionierte Wechselausstellung im Rhein-Sieg-Kreis »Juden an Rhein und Sieg«.

Mit der Feststellung, hier ein Thema als Alleinstellungsmerkmal gefunden zu haben, begann die Suche nach einem dazu passenden Ort; als sich die Chance ergab, das Haus der jüdischen Familie Seligmann zu nutzen, folgte 1988 der erste Förderantrag. Es dauerte vom ersten Impuls bis zur Eröffnung der Gedenkstätte 1994 elf Jahre – trotz breiten politischen Konsenses eine lange Entwicklungszeit, wie in manch anderen Beispielen, etwa Dortmund (ebenfalls elf Jahre). In den konkreten lokalen Konstellationen scheint oftmals die Politik eine treibende Rolle bei einer gleichzeitig Bedenken formulierenden Verwaltung eingenommen zu haben. Das Beispiel der Alten Synagoge Essen (Interview Genger, Z. 370 ff.) demonstriert aber auch die umgekehrte Konstellation. In einigen Fällen sind mehrere Schritte des personellen und räumlichen Ausbaus (oder »Rückbaus«!) verteilt über einen längeren Zeitraum von großer Bedeutung (in Köln, Dorsten und Krefeld etwa) oder es gab relevante Schübe konzeptioneller Neuorientierung in Verbindung mit Umzug und Umbauten (z.B. in Köln, Wewelsburg und Essen).

Die Rollen und Lernprozesse von (Kommunal-)Politikern in der Durchsetzung der Gedenkstätten bedürfen besonderer Beachtung: Die bundesweite Konjunktur der NS-Gedenktage ab etwa 1983 scheint, wie u.a. die Beispiele Bonn, Siegen und Dorsten zeigen, einen thematischen Sog erzeugt zu haben, in dessen Folge es zur Grundaus stattung lokaler Selbstrepräsentation wurde, auch diese symbolische »Baustelle« zu beachten: Dass es »auch in unserer Stadt« Nazi-Täter, jüdische Gemeinden, ein Pogrom, antinazistischen Widerstand und andere Facetten dieser Geschichtsphase gab, wurde zunächst noch widerwillig zur Kenntnis genommen, dann erforscht und dokumentiert. Zusätzlich hat die Landespolitik – mit symbolischen Akten z.B. in der Ära Rau, aber auch mit erheblichen Bauzuschüssen – die Entstehung vieler Erinnerungsorte in Nord- rhein-Westfalen unterstützt. Als in Münster und Krefeld, Städten, die jahrzehntelang christdemokratisch regiert wurden, Anfang der 1990er Jahre für eine Wahlperiode eine rot-grüne Mehrheit zustande kam, ergab sich damit ein Zeitfenster, das zügig für die Institutionalisierung einer Gedenkstätte genutzt wurde.

»Ein ganz, ganz starker pädagogischer Impetus war da drin, das war bei uns allen …«[12]

Seit den 1980er Jahren hat sich die Gedenkstättenpädagogik der Bundesrepublik verändert, das dokumentieren Sammelbände, Beiträge im GedenkstättenRundbrief und nicht zuletzt Gedenkstättentagungen. In drei Jahrzehnten entfaltete sich eine zielgruppen- orientierte Praxis, erweiterten sich die Formen, jüngere und ältere Lernende metho disch-didaktisch anzusprechen. Den Interviews lag daher auch die Frage zugrunde, inwieweit sich die Akteure noch heute auf den damaligen pädagogischen Impetus beziehen, ob sich die allgemeine Entwicklung in den Reflexionen der Einzelnen wider- spiegelt. Zwar waren nicht alle Gesprächspartner im engeren Sinn Pädagogen, den- noch haben sie sich über konkrete oder abstraktere Bildungsziele geäußert – auch dann, wenn sie sich wie die Alte Synagoge Essen vom allgemeinen Verständnis einer Gedenkstätte abgewandt oder wie in Duisburg einen solchen Status noch gar nicht erlangt haben.

Weitreichende moralische und politische Zielsetzungen, wie sie angesichts gesellschaftlicher Ausblendungen der Verbrechen und verbreiteter Unwissenheit seinerzeit formuliert wurden, sind auf dem Hintergrund zunehmender Professionalisierung und neuer Schüler- und Besuchergenerationen nach und nach zurückgetreten. Heute gebe es mehr Vorwissen, und auch Lehrerinnen und Lehrer seien »ein bisschen gewitzter« (Interview Solf, Z. 291). Von konfrontierend-belehrenden Ansätzen distanzierten sich teils explizit, teils implizit daher die meisten Interviewten. Eine Auseinandersetzung mit den repräsentierten Themen »in offener Form« (U. Schrader) scheint an deren Stelle getreten zu sein, beispielsweise projektförmige Arbeit in den Ausstellungen, mit Quellen oder baulichen Zeugnissen: »Ich glaube, dass es in der pädagogischen Arbeit – das hat sich auch herumgesprochen – alle Möglichkeiten gibt, also alles, was an guten Methoden existiert, lässt sich in der Gedenkstättenarbeit anwenden« (Interview Genger, Z. 1277 ff.).

Dass der Verlust der Zeitzeugenschaft des Nationalsozialismus in diesem Zusammenhang noch immer als Herausforderung begriffen wird, muss kaum betont werden. Dieser und jene Befragte kompensiert die Leerstelle durch Erzählungen über Zeitzeuginnen sowie durch filmische und biografische Hinterlassenschaften. Eine Alter- native kann die Entdeckung von Zeitgenossen der 1950er, 1960er Jahre sein, die sich (u.a. berufsspezifisch) an den Umgang mit den NS-Verbrechen erinnern, so etwa im Münsteraner Geschichtsort Villa ten Hompel: »Also Zeitzeugenschaft wandert mit den Jahresringen sozusagen weiter« (Interview Kenkmann, Z. 1074 ff.). In der Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A Hemer können (wie auch in Stukenbrock) die angereisten Kinder und Enkel der ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen in diesem Sinn zu Zeitzeugen werden; dabei geht es vorerst mehr um Zuwendung und Anerkennung denn um pädagogische Intentionen.[13] (vgl. Interview Klagges, Z. 282 ff.)

Auf die für die 1980er Jahre charakteristische Funktion des Mahnens rekurrieren im Gespräch nur wenige – die Gedenkstätten in Dortmund und Düsseldorf tragen es jedoch weiterhin im Namen. Vielmehr dominiert, sofern die Interviewten den Auf- trag ihrer Gedenkstätte oder ihres Museums benennen, das »lebendige Erinnern« (E. Cosanne-Schulte-Huxel) in verschiedenen Varianten. Stärker als in der Anfangszeit beziehen NRW-Gedenkstätten Lernende in die Erinnerungsarbeit ein, insbesondere bei der Gestaltung von Gedenktagen – so in Bonn, Dorsten, Köln. Ritualisierungen werden insgesamt kritisch gesehen.

Auch eine bewusste Emotionalisierung findet keine Befürworter, vielmehr wird auf Wissenschaftsorientierung und multiperspektivische wie künstlerische Annäherungen gesetzt. Betont sachlich ist zum Beispiel eine der neuesten Ausstellungen »Informations- und Gedenkstätte Stalag VI A Hemer« betitelt. Die Jüngeren, noch im Beruf stehenden der Befragten sind dabei, Erinnerungskultur und Gedenkstättenpädagogik phantasie- voll weiter zu »renovieren« – wir fanden keine Spur der Welzerschen Wahrnehmung von »immer denselben Sprechblasenformeln und Betroffenheitsbekundungen, die mit politischer Bildung sehr wenig zu tun haben.«[14]

Kooperation – Netzwerke – Unterstützung vor Ort

Verbindungen zu anderen Bildungseinrichtungen und Archiven – nicht zu vergessen die Mitarbeit im Arbeitskreis der nordrhein-westfälischen NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte – scheinen, u.a., indem sie Reflexionsräume auch für die Beschäftigten kleinster Einrichtungen eröffnen, den Professionalisierungsprozess zu unterstützen. Verbindliche Kooperationsbeziehungen und Netzwerke halten unsere Interviewpartner in dieser und, wie sich zeigt, in weiterer Hinsicht für bedeutsam.
Obwohl zu den Gründungsgeschichten vieler Gedenkstätten der Typus des »Einzelkämpfers« gehört[15], zweifeln der langjährige Leiter des NS-Dokumentationszentrums in Köln wie die Befragten aus mehr oder weniger gesicherten Einrichtungen nicht daran, »dass die Vernetzung für die Existenz dieser Einrichtung sehr wichtig gewesen ist« (Interview Matzerath, Z. 701 f.).

Neben Repräsentanten von Parteien und Kirchen waren es auch Einrichtungen der Erwachsenenbildung: Über den Etablierungsprozess hinaus haben sie in Gestalt begleitender Arbeitskreise oder in wechselnden Veranstaltergemeinschaften mit Gedenkstätten kooperiert. Genauer zu betrachten wären jedoch die örtlichen Spezifika: Eine Universität, Museen, Bibliotheken und Theater, Großbetriebe, auch ein Standort der Bundeswehr oder der Polizeiausbildung begründen Kooperationsbeziehungen und stel len auf längere Sicht den Kontakt zu besonderen Zielgruppen her. Die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit, jüdische Gemeinden, Jugendringe, um nur einige wichtige zu nennen, sind aus den Beziehungsgeflechten – im politischen Kräftespiel wie bei der jeweiligen Profilierung – ohnehin nicht wegzudenken. Dies ist vor allem der Fall in kommunal verankerten Gedenkstätten mit einem Förderverein, in dem sich Vertreter der lokalen Öffentlichkeit zusammengeschlossen haben, oder einem von vornherein heterogen zusammengesetzten Trägerverein wie in Wuppertal oder Bonn:
»Das waren sehr unterschiedliche Leute, die sich da versammelt haben. Die wollten das wirklich auf so ein breites bürgerschaftliches Fundament stellen« (Interview Wüllner, Z. 241 ff.). In Krefeld hingegen war die Mitgliedschaft des Fördervereins zunächst weniger plural zusammengesetzt, was sich rächte: »Die Betreiber des Fördervereins machten einen Fehler. Sie machten daraus eine rein rot-grüne Veranstaltung« (Interview Gerritz, Z. 598 f.). 1994 aber war die rot-grüne Ratsmehrheit verloren und die nun wieder regierende CDU setzte tiefe, die Arbeit der Gedenkstätte stark behindernde Umstrukturierungen durch.

In den Rückblicken auf die Gründungen der 1980er und noch der frühen 1990er Jahre werden darüber hinaus die tragenden Rollen der Überlebenden sichtbar, einzelner wie auch in Vereinen organisierter; sie haben sich an den Orten oder aus fernen Regionen zu Wort gemeldet (z.B. in Dorsten, Düsseldorf, Soest, Essen). In Dortmund gehört zur Geschichte der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache ein überfraktionelles Netz aus Veteranen des Widerstandes, antifaschistischen Initiativen und Vereinen, mit einem engen Verhältnis zum historischen Ort (inzwischen haben die Nachgeborenen diese Erbschaft übernommen).

Wenn von Unterstützern die Rede ist, betonen die meisten Interviewpartner, sie hätten »immer eine gute Presse gehabt« (Interview Wüllner, Z. 592) – das betrifft die (häufig konflikthafte) Zeit bis zur Gründung einer Gedenkstätte, aber auch die Berichterstattung über laufende Aktivitäten und spätere Umgestaltungen. Die Lokalpresse kann als Mittler gelten für die Akzeptanz der Gedenkstättenangebote und schließlich sogar für die gewandelte öffentliche Wahrnehmung von Gedenkstätten: »… und dann haben wir sehr viel gemacht, um immer wieder damit in der Presse zu stehen, dass das an der Steinwache stattgefunden hat. Das war so unser Gedanke damals, hat ja funktioniert« (Interview Söder, Z. 1630 ff.).
In der Mehrzahl der Fälle waren also komplexe Netzwerke von Initiativen, Individuen, Politikerinnen und Politikern, Experten und Journalisten an der Etablierung beteiligt. Im Erfolgsfall sei man manchmal überrascht, so mehrere Gesprächspartner, wer sich im Nachhinein jeweils Verdienste zurechne und die entscheidende Weichen stellung auf seine Fahnen schreibe.

»… in die Mitte der politisch korrekten Gesellschaft gerückt«[16] Eindrücke von Etablierung und Prekarität

Dass die NS-Gedenkstätten in die »Mitte der Gesellschaft« gerückt seien, ist eine oft bemühte Metapher für die auch hier skizzierten Entwicklungen. Tatsächlich lehrt ein genaues Hinschauen, dass differenziert werden muss: Sicherlich ist die bundesrepublikanische Gesellschaft über die NS-Geschichte 2013 grosso modo aufgeklärter als sie es 1980 war; doch weder haben die Themen der Gedenkstätten ihre Kontroversität verloren, noch kann etwa von einer angemessenen Ressourcen-Ausstattung all dieser Kulturinstitutionen ausgegangen werden.
In der Befassung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten verbleibt auch im 21. Jahr- hundert ein irritierendes Potenzial, das keine glatten Lehren und Lernprozesse befördert, sondern herausfordernde Fragen an die conditio humana nahelegt. Die von den Gedenkstätten – auch den kleinen nordrhein-westfälischen – transportierten neueren Forschungsfragen und -resultate zu Täterschaften und Profiteuren des Naziregimes, zur Volksgemeinschaft, zu noch wenig beachteten Opfergruppen, zur NS-Kontinuität nach 1945 werden in den interessierten lokalen und weiteren Öffentlichkeiten bis heute diskutiert und sind eher hinderlich für breite Zustimmung und hören nicht auf, abwehrende Projektionen – »Da sollen unsere Kinder umerzogen werden …«[17] – zu wecken.

Außer den tatsächlichen Lernprozessen von Bürgern, Politikern, Presse, Multiplikatoren seit den 1970er Jahren ist eine Historie oberflächlicher Anpassung mit zu beachten: Auch »erwünschtes Sprechen« und »political correctness« wurden auf allen Ebenen geübt. Zwar ist z.B. der unbeholfene Begriff »jüdischer Mitbürger« nicht aus- gestorben, aber der eingangs benannte gesellschaftlich-kulturelle Konsens wirkt doch stilbildend für die öffentlichen Diskurse. Insofern bleibt, worauf der im Zwischentitel zitierte Regionalpolitiker verweist, durchaus zwischen öffentlicher und privater Rede über die Gedenkstätten und ihre Arbeit zu unterscheiden.

Unsere fünfzehn Interviews zeigen zudem manche Ungleichzeitigkeit im Hinblick auf die alltägliche Praxis, die Ausstattung und den Stand der Professionalisierung in den Einrichtungen. Deutliche Unterschiede sind etwa zu erkennen, wenn man auf den jeweiligen Status blickt, d.h. auch auf Absicherung und Entlohnung. Die von uns Befragten waren nur knapp zur Hälfte fest angestellt, sie arbeiteten zum Teil auf der Grundlage jährlich verlängerter Verträge; mehr als ein Drittel war oder ist ehrenamtlich tätig. Dass Zeitverträge über die Jahre Unsicherheit und Frustrationen erzeugen können, verdeutlichte eine unserer Gesprächspartnerinnen; sie wechselte nach 15 Jahren ihren Beruf: »Es hat nie so eine feste Stelle gegeben, so auf Dauer angelegt, dass man über Jahre planen konnte« (Interview Wüllner, Z. 758). Aber Vertragssicher heit allein garantiert noch keine Erfolgsgeschichte, denn auch »Ein-Personen«-Gedenk stätten, von denen es in Nordrhein-Westfalen fünf gibt, können unter Dauerbelastung den selbst gesetzten und an sie herangetragenen Ansprüchen kaum nachkommen:
»Also die Arbeit, die wirkliche Arbeit habe ich in den ersten Jahren komplett alleine gemacht« (Interview Schrader, Z. 633). Noch nicht einmal die Zugänglichkeit der Ausstellungen für Einzelbesucher und Lerngruppen ist überall gewährleistet; das pädagogische Angebot verharrt unter solchen Umständen beim »Nötigsten«, den Führungen. Dies steht in einem denkwürdigen Gegensatz zur in der Regel breiten lokalen Vernetzung und zivilgesellschaftlichen Verankerung der Gedenkstätten.

Ehrenamtlich geleitete Gedenkstätten ohne bezahltes Personal, das sind zehn in NRW und fünf der von uns einbezogenen, vermögen den heutigen »Standards« und den Aufgaben einer »arbeitenden Gedenkstätte«, dem viel zitierten »Gedenken, For schen, Lernen«, ohnehin nur eingeschränkt gerecht zu werden; manche versuchen die Entwicklung ihrer Einrichtung mit (bürokratisch aufwendigen) Drittmittelprojekten zumindest punktuell voranzutreiben. Der Nachhaltigkeit dient das selbstverständlich nicht. Bleibt nach einem Jahrzehnt die Aussicht auf Professionalisierung aus, kann bei aller Identifikation, wie in Soest, schließlich Ernüchterung eintreten: »Ich habe teilweise nicht nur einen Achtstundenjob (…) geleistet, sondern vor allen Dingen an den Wochenenden gearbeitet, ja, und Selbstausbeutung hat ihre Grenzen« (Interview G. Rogge, Z. 792 ff.).

Mehrere unserer Gesprächspartner unterstrichen die These, dass die »Aufarbeitung der NS-Vergangenheit« heute in eine neue Phase tritt. »Mit der Generation Aufarbei tung«, so urteilt Volkhard Knigge[18], »schwindet nicht nur der zentrale gesellschaftliche Akteur dieses Projekts, das Projekt selbst ändert seinen Aggregatzustand, ja, es hat ihn längst geändert.« Ansätze einer Selbsthistorisierung sind in nahezu allen neueren Ausstellungen der NRW-Gedenkstätten zu erkennen (z.B. in Münster, Oberhausen, Essen und Köln).
Gedenkstättenarbeit mag inzwischen aus der »Schmutzecke« herausgetreten sein, wie Horst Matzerath im Interview betont. Ein Ende der Anstrengungen für die Fortent wicklung der Orte bedeutet dies aber nicht: Wie sich das Verhältnis von freiwilligem Engagement und Verberuflichung genau gestalten wird, bleibt unübersichtlich. Die Existenz einzelner Gedenkstätten[19] ist in NRW vermutlich weiterhin angewiesen auf ehrenamtliche Arbeit vor Ort.

Perspektiven der Weiterarbeit

Die institutionellen Lernprozesse oszillieren heute – je nach Thema, Zielgruppe und sonstigem Profil – zwischen »Großem« und »Kleinem«, zwischen Geschichtstheorie und Lokalgeschichte, zwischen erinnerungskultureller Großwetterlage und handfes ter historisch-politischer Pädagogik, geschichtspolitischen Aufträgen und besucher- orientierter Sensibilität – in den Worten Habbo Knochs zwischen »populärkulturelle(r) Entortung und dezentrale(r) Konkretisierung«.[20]

Unsere Befunde sind nur eine erste Annäherung an das Material; weitere Analysen können verschiedenste Ebenen genauer ausleuchten, z.B. spezifische bzw. verallgemeinerbare Entwicklungsgeschichten, die (noch nicht erkennbar gewürdigte) Professiona lisierungsgeschichte in pädagogischer Hinsicht, den bevorstehenden und partiell schon vollzogenen Generationenwechsel in der Gedenkstättenarbeit mit der Konsequenz veränderter Ziele, Arbeitsweisen und Selbstverständnisse, den Stand der Verwissenschaftlichung oder die pädagogische Arbeit mit jugendlichen und erwachsenen Adressaten. Die entstandenen Quellen – Audiodateien und Transkriptionen – lassen sich für wissenschaftliche Arbeiten und andere Darstellungen nutzen – u.U. gemeinsam mit weiteren Quellen aus den Kommunen oder auch in vergleichenden Studien mit anderen Bundesländern. Die hier eingefangene Akteursperspektive wäre dann ggfs. um Studien zu kommunalpolitischen Szenen, um amtliche Quellen, Pressearchive und die Sichtweisen weiterer Beteiligter zu ergänzen, um komplexere Beschreibungen einzelner »Fälle« zu ermöglichen.
Wie die Aussagen der Kolleginnen und Kollegen uns gezeigt haben, sollte die bisherige und zukünftige Entwicklung der Gedenkstätten auch – stärker als bisher beachtet – als eine Entwicklung der sie Nutzenden analysiert werden: Anders, nämlich heterogener zusammengesetzte Lerngruppen und ein Generationenwechsel auch bei den Lehrkräften haben einen ebenso starken Einfluss auf die »arbeitenden Gedenkstät- ten« wie deren eigene professionelle Reflexion und Debatte oder geschichtspolitische Steuerungsversuche.

Mit weiteren Untersuchungen könnte unter anderem die These überprüft werden, dass in der »Kleinteiligkeit« der nordrhein-westfälischen Erinnerungslandschaft[21] nicht nur ein Problem oder ein Defizit zu sehen ist, sondern in der Vielstimmigkeit der Themen, Orte, Arbeitsweisen und Trägerschaften zugleich auch eine Stärke liegt: »Die Einrichtung der Gedenkstätten ist nicht von zentraler Stelle gelenkt und über das Land verteilt worden, sondern das Ergebnis von Bürgerengagement. Hinter jeder Gedenkstätte stehen also Bürgerinnen und Bürger, denen genau diese Einrichtung wichtig war und ist. Sie kümmern sich darum, dass ›ihre‹ Gedenkstätte die ihr zugedachte Rolle spielen kann. Auch das sorgt für eine Vielfalt der Perspektiven, die für den Gedenkstättenstandort Nordrhein-Westfalen charakteristisch ist.«[22]

Die mit dem teilweise verbesserten Rückhalt der Institutionen einhergehende Gefahr, dass sie mittels geschichtspolitischer Steuerung uniformer, symbolischer Politik dienstbarer werden und ihre unbequeme Offenheit verlieren könnten, ist in diesem Bundesland also mangels »Durchgriffsmöglichkeiten« geringer, insbesondere aber dank der entstandenen Beziehungsgeflechte und des Eigensinns vieler Mitwirkender. Eine Geschichtskultur, die nach jahrzehntelangem Kampf gegen Verschleierung und Beschweigen von Verbrechen immer stärker die Prinzipien der Multiperspektivität und Diskursivität vertritt, lebt von solcher Pluralität.
 

Dr. Heidi Behrens ist freiberufliche politische Bildnerin, u.a. im Bildungswerk der Humanistischen Union.

Dr. Paul Ciupke ist Mitglied des Leitungsteams im Bildungswerk der Humanistischen Union (Essen)

Dr. Norbert Reichling ist Mitglied des Leitungsteams im Bildungswerk der Humanis tischen Union (Essen) und ehrenamtlicher Leiter des Jüdischen Museums Westfalen (Dorsten).
 

Bibliografie zur Geschichte der Gedenkstätten in NRW

Das Bildungswerk der Humanistischen Union – langjähriger Partner der nordrhein- westfälischen Gedenkstätten im Fortbildungsbereich – hat soeben eine Bibliografie zur Entwicklungs- und Vorgeschichte der Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Dabei sind primär – aber nicht ausschließ lich – die im Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte zusammen- geschlossenen Einrichtungen berücksichtigt.
Mehr als 300 Titel – davon viele aus dem Bereich der schwer auffindbaren »grauen Literatur« – geben Einblick in Gründungsimpulse der Gedenkstätten, die unterschiedlichen Profile und Weiterentwicklungen, die lokalen und regionalen Kämpfe zur Institutionalisierung der Orte und die frühen Reflexionen zu Forschung und Pädagogik.
Die Bibliografie ist auf der Website des Bildungswerks abrufbar unter: www.hu-bildungswerk.de/onlinearchiv/bibliografie-pioniere-gedenkstaetten-05-2013.pdf Damit liegt nun erstmals eine solche ausführliche Zusammenstellung vor, die die weitere Forschung zur Geschichtskultur vor Ort und landesweit unterstützen kann; auch für die kritische Reflexion der eigenen pädagogischen und wissenschaftlichen Arbeit in den einzelnen Einrichtungen und deren Veränderung sind diese Quellenaufschlussreich.
Die Zusammenstellung beansprucht nicht, eine Gesamtbibliografie zur Tätigkeit der NRW-Gedenkstätten zu sein oder zu werden. Sie ist begrenzt auf solche Bücher, Broschüren, Zeitschriftenbeiträge und Internetressourcen, die sich entweder ausdrücklich mit der Entstehung, Vorgeschichte und Geschichte der Gedenkstätten beschäftigen (d.h. Beiträge zur Geschichte des historischen Ortes kommen nur dort vor, wo sie die Frage der Gedenkstätte und ihrer Institutionalisierung berühren), oder aber solche Texte, die älter als zehn Jahre sind und somit frühe und inzwischen historische Selbstverständnisse und Arbeitsweisen beschreiben. Texte, die sich auf die geschichtskulturellen Entwicklungen in NRW insgesamt beziehen, sind vorangestellt.
Die Bibliografie entstand im Rahmen des hier vorgestellten Interview-Projekts. Sie wird von Zeit zu Zeit aktualisiert. Weil angesichts der Fülle von Beiträgen eine erschöpfende Auflistung kaum möglich ist, sind uns Hinweise auf Fehlendes willkommen.
Bildungswerk der Humanistischen Union NRW
Kronprinzenstraße 15, 45128 Essen
arbeitsstelle@remove-this.hu-bildungswerk.de

 

[1] Interview Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel (Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten), Z. 472 f.

[2] Aufmerksamkeit für die Perspektive der Akteure findet sich etwa bei Born, Günter: »Einzelkämpfer der Erinnerung«? Entstehung, Probleme und Perspektiven der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen, in: Lotta (hg.): Wege des Gedenkens. Erinnerungsorte an den Nationalsozialismus in Nordrhein-Westfalen, Oberhausen 2011, s. 10–29; Bauer, Nora: Akteure der Erinnerungskultur. Individuelle Bezugnahme auf die Geschichte des Nationalsozialismus als kulturelle Praxis der Gegenwart, Magisterarbeit Humboldt-Universität, Berlin 2004 (unveröff.); Theile, Elke E.: Erinnerungskultur und Erwachsenenbildung, Schwalbach/ts. 2009; Lutz, Thomas: Zwischen Vermittlungsanspruch und emotionaler Wahrnehmung. Die Gestaltung neuer Dauerausstellungen in Gedenkstätten für NS-Opfer in Deutschland und deren Bildungsanspruch. Dissertation, Technische Universität Berlin, 2009; Knoch, Habbo: Die Rückkehr der Zeugen. Gedenkstätten als Gedächtnisorte der Bundesrepublik, in: Paul, Gerhard/ Schoßig, Bernhard hg.): Öffentliche Erinnerung und Medialisierung des Nationalsozialismus, Göttingen 2010,  s. 116–137.  Ausstellungsbegleiter/innen  und  ihre  (oftmals  der  Gründungszeit  verhafteten) Narrative sind Gegenstand der Arbeit von Gudehus, Christian: dem Gedächtnis zuhören. Grzählungen über NS-Verbrechen und ihre Repräsentation in deutschen Gedenkstätten, Essen 2006.

[3] in: Rürup, Reinhard (hg.): Netzwerk der Erinnerung. 10 Jahre Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 2003, s. 81.

[4] mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung NRW.

[5] Zu den »Lehrjahren« und frühen Lernprozessen der Nordrhein-Westfälischen Institutionen vgl. auch: Behrens, Heidi: »diejenigen ins Geschichtsbild holen, die nicht im Rampenlicht gestanden haben« – Erinnerungskultur, neue Lernorte und Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen, in: Ciupke, Paul; Faulenbach, Bernd; Jelich, Franz-Josef; Reichling, Norbert (hg.): Erwachsenenbildung und politische Kultur in Nordrhein-Westfalen. Themen – Institutionen – Entwicklungen seit 1945, Essen 2003, s. 377–384.

[6] der Befragung von 15 Exponenten (aus insgesamt im Arbeitskreis der Gedenkstätten verbundenen 24 Gedenkstätten) kann eine gewisse Aussagekraft zugesprochen werden. Als Institutionsübersichten vgl. Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW e.V. (hg.): Geschichte in Verantwortung. NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen, Wuppertal 2013, sowie das Internetportal www.ns-gedenkstaetten.de.

[7] Annette Kuhn, stammt aus einer protestantisch-jüdischen Familie, Historikerin und Professorin u.a. für Geschichtsdidaktik an der päd. Hochschule Bonn, später Professur für historische Frauenforschung an der Universität Bonn.

[8] Interview Gerritz, Z. 577.

[9] Wir vermeiden aus naheliegenden Gründen – nämlich anderer Funktionsnutzungen und der musealen Überformung wegen – den Terminus des »authentischen Ortes«.

[10] solch starke Betonung des »dokumentarischen« als konsensfähig (»durch die Anerkennung von Fakten … aus dem Deutungsgewirr und Verdrängungsgewirr herauszukommen«, so Brebeck 2002, Z. 134 ff.) erinnert an Debatten um 1960, als mit den Ergebnissen der frühen NS-Forschung auch in Pädagogik und Öffentlichkeit erste Tabus fielen; vgl. Ciupke, Paul/Reichling, Norbert: »unbewältigte Vergangenheit« als Bildungsangebot. Das Thema »Nationalsozialismus in der westdeutschen Erwachsenenbildung 1949 bis 1989, Frankfurt/M. 1996, s. 68 ff.

[11] Browning, Christopher: Ganz normale Männer. das Reserve-Polizeibataillon 101 und die »Endlösung« in Polen, Reinbek 1993; Goldhagen, Daniel J.: Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust, Berlin 1996.

[12] Interview Brebeck 2002, Z. 442 f. (im Rückblick auf die 1980er Jahre).

[13] Nickel, Oliver: eine lange Reise ans Grab des Vaters. Begegnungen mit Angehörigen sowjetischer Kriegstoter aus dem Ehrenfriedhof in Stukenbrock-Senne, in: lWl-Museumsamt für Westfalen (hg.): Verwischte Spuren. Erinnerung und Gedenken an nationalsozialistisches Unrecht in Westfalen – eine biografische Suche, Münster 2011, s. 59–69.

[14] Weitgehend ohne Moral. Ein Gespräch mit dem Sozialpsychologen Harald Welzer, in: Frankfurter Rundschau vom 16. 5. 2012.

[15] vgl. Born 2011.

[16] Interview Solf, Z. 338.

[17] … so der Tenor einer anonymen Facebook-Kampagne gegen das Jüdische Museum Westfalen (Dorsten) im Mai 2013.

[18] Zur Zukunft der Erinnerung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (ApuZ 25-26/2010) www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39870/zukunft-der-erinnerung?p=all (Abruf 1. 8. 2013).

[19] Schloß Holte Stukenbrock – Gedenkstätte vor dem Aus, in: Westfalen-Blatt vom 1. 7. 2013.

[20] Knoch 2010, s. 129.

[21] darin ist NRW vielleicht am ehesten Baden-Württemberg vergleichbar.

[22] Ingrid Schupetta 2012 – zit. nach www.ns-gedenkstaetten.de/arbeitskreis/aktuelles/detailseite/lokale-erinnerungsorte-und-ihre-bedeutung-fuer-die-erinnerungskultur-in-nrw/1.html (Abruf 1. 8. 2013)