Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Anmerkungen zu einer Werkstatt-Ausstellung der Gedenkstätte Ravensbrück
04/2007Gedenkstättenrundbrief 136, S. 11-16
Insa Eschebach und Katja Jedermann

Am 14. Januar 2007 eröffnete die Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eine Ausstellung zum Thema der Zwangsprostitution in den Konzentrationslagern. Zwei Jahre zuvor hatte eine Gruppe Studierender der Universität Wien eine erste Ausstellung zu diesem Thema erarbeitet, in deren Mittelpunkt das Lagerbordell des KZ Mauthausen steht. Diese Ausstellung, zu der ein Katalog[1] und ein Begleitband[2] erschienen sind, wird seit Januar 2006 in der österreichischen KZ-Gedenkstätte Mauthausen gezeigt. Die Gedenkstätte Ravensbrück hat diese Ausstellung übernommen und im Hinblick auf die Lagerbordelle, die es in neun weiteren Konzentrationslagern gab, erheblich erweitert. Das neue Konzept wurde von einer Künstlerinnengruppe am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin[3] in Zusammenarbeit mit der Historikerin Christl Wickert erarbeitet.

In einer Weisung des SS-Wirtschaftsverwaltungs-Hauptamtes des Jahres 1943 heißt es, dass bei Lagerbesichtungen die Bordelle und die Krematorien nicht gezeigt werden sollen.[4] Auch nach 1945 wurden die Bordelle bei Führungen durch die KZ-Gedenkstätten nicht erwähnt, wie eine Direktive der Lagergemeinschaft Buchenwald ganz explizit zum Ausdruck bringt: Man wollte »Missverständnissen« vorbeugen[5], wobei die Frage ist, worin denn das Missverständnis hätte liegen können. Die Tabuisierung der Häftlingsbordelle ist also sowohl von der SS-Führung als auch nach 1945 von den KZ-Gedenkstätten betrieben worden – eine, wie wir meinen, bemerkenswerte Koinzidenz.

Die Blumen, die eine Gruppe von Frauen aus Bielefeld seit Jahren regelmäßig – im Kontext des Jahrestages der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers – zur Erinnerung an die Zwangsprostituierten am Ufer des Schwedtsees niederlegt, waren ein erstes Zeichen öffentlicher Aufmerksamkeit für die Zwangsprostituierten in der Gedenkstätte Ravensbrück. Im Jahre 1994 haben Christa Paul und Christa Schulz Arbeiten zum Thema vorgelegt,[6] ein Jahr später entstand eine erste dokumentarische Filmarbeit mit dem Titel »Das große Schweigen«[7]. Seither sind eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema erschienen[8].

Gleichwohl ist die Überlieferung der Geschichte der Häftlingsbordelle eher fragmentarisch. Die Mehrzahl der Quellen ist nach 1945 entstanden, wobei neben den Versuchen, die Bordellgeschichte unsichtbar zu machen und zu verschweigen, eine eigentümliche Vielstimmigkeit und unterschiedliche Perspektiven auf das Thema festzustellen sind. Indes haben die Objekte dieser Diskurse, die betroffenen Frauen selbst, nur selten zu einer Sprache finden können. Sie wurden nicht nur von der SS, sondern häufig auch von ihren Mitgefangenen, insbesondere den politischen Häftlingen, als »asozial« stigmatisiert.[9] Nach 1945 waren es die Regeln der entwürdigenden Entschädigungsverfahren, die dazu führten, dass kaum eine der Frauen ihre Arbeit im Bordell zur Sprache brachte. Sex-Zwangsarbeit wurde in der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen nicht als solche geahndet.

Zentrale Argumentationsfigur in diesem Zusammenhang ist die sogenannte »Freiwilligkeit« der Meldung der Betroffenen. Immer wieder wurde darauf verwiesen, dass die SS nur solche Frauen in die Lagerbordelle »überstellt« habe, die schon als Prostituierte inhaftiert worden waren und sich nun für diese Tätigkeit freiwillig meldeten. Die unterstellte Freiwilligkeit der ehemaligen »Gewerblichen« ist der Grund dafür, dass Zwangsprostitution lange Zeit nicht als Zwangsarbeit angesehen wurde, während hinter allen anderen Sonderkommandos der SS auch bei freiwilliger Meldung der Zwang anerkannt wurde.[10]

Hinzu kommt aber noch folgendes: Das Argument der »Freiwilligkeit« ist konstitutiv für den Funktionszusammenhang der Zwangsprostitution bis heute: »Die wollen doch als Prostituierte arbeiten« – lautet das Legitimationsmuster, wenn es beispielsweise um den Menschenhandel mit osteuropäischen und afrikanischen Frauen geht, die in westeuropäischen Ländern als Zwangsprostituierte arbeiten.[11] Zwangsprostitution funktioniert nur unter der Bedingung, dass der Zwangscharakter auf Seiten der Profiteure und Freier geleugnet wird.

Auch die Äußerungen vieler Männer zum Thema Lagerbordell sind durch die Negierung des Zwangscharakters dieser sogenannten »Freudenhäuser« strukturiert. Erinnerungen ehemaliger Häftlinge des KZ Buchenwald, die in der Ausstellung im Rahmen einer Hörcollage zu hören sind, erwecken den Anschein, als hätten die Zwangsprostituierten und sie gute Zeiten miteinander verbracht:[12] »Die Weiber haben dort zum Teil besser gelebt als draußen« heißt es beispielsweise oder: »Es wurde unheimlich viel Zeug ins Bordell geschleppt, Kleider, Schuhe, Essen, Zigaretten, von allen, die hingingen« oder: »Es gab sogar Diebstähle« in der Effektenkammer, »um diese Huren einzukleiden«.

Äußerungen wie die zitierten zeigen, dass auch die männlichen Häftlinge die gewaltsam erzwungene Sexarbeit der Frauen nicht als Zwangsarbeit anerkannten, von der sie zugleich profitierten. Der Bordellbesuch war für sie Ausdruck intakter Maskulinität, normaler Männlichkeit, die doch unter den Bedingungen des Lebens und Überlebens im KZ mehr als infrage stand. Als Bordellnutzer haben die Männer, folgt man ihren Erinnerungen, nicht nur ihren Freierlohn in Form von Prämienscheinen entrichtet, sondern gleich »guten« Männern den »Mädels« auch noch Geschenke gebracht. Auch kam es vor, so die Erinnerung eines ehemaligen Mauthausener Häftlings, »dass zwei, drei Männer sich verliebt haben in die gleiche Frau. Da gab es Schlägereien«.[13] Im Kontext des Bordells und also mittels der Frauen konnte sich die ansonsten durch die Haft beschädigte Maskulinität wieder aufrichten, konnten sich die Häftlinge auch untereinander als »richtige Männer« erweisen. Voraussetzung waren allerdings Devotionsbezeugungen gegenüber der SS, wie beispielsweise aus folgendem Formulartext des KZ Dachau hervorgeht: »Der [...] Häftl. Nr. [...] bittet gehorsamst das Bordell besuchen zu dürfen.«[14]

In dem tradierten Bild intakter Männlichkeit kreuzen sich die Diskurse ehemaliger Häftlinge und der SS-Führung, die für die Zwangsprostitution in den Lagern verantwortlich zeichnen. Auf der einen Seite gab es, wie es in einem Brief Himmlers vom März 1942 heißt, den »fleißig arbeitenden Gefangenen«, dem als Leistungsanreiz »Weiber in Bordellen zugeführt« werden sollen[15]. Der Mann als handlungsfähiges Subjekt sollte die Möglichkeit bekommen, »ein oder zweimal in der Woche das Lager-Bordell« zu besuchen.[16] Weil er durch seine Arbeitsleistung dazu beitragen soll, »dass das deutsche Volk einen großen Sieg erringt [...], müssen wir uns das Wohlergehen der Häftlinge angelegen sein lassen«, meinte Oswald Pohl, Chef des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, im Oktober 1943.[17] Gemeint waren allerdings nur die männlichen reichsdeutschen beziehungsweise »arischen« Häftlinge, während den weiblichen Gefangenen der Subjektstatus vollends abgesprochen wurde: Sie, die Frauen, werden » besucht«, sie werden »zugeführt« und eingekleidet und handeln also nicht selbst, ihre enthumanisierten Körper dienen zum Zweck männlicher Regeneration und Leistungssteigerung.

Das Gefangenhalten von Frauen zur sexuellen Belohnung männlicher Häftlinge ist eine Erscheinungsform sexueller Gewalt; verbreiteter noch als diese und mit ihr vergleichbar ist das Gefangenhalten von Frauen zur sexuellen Belohnung von Soldaten. Uns erscheint es wichtig, die Zwangsprostitution in den Lagern des »Dritten Reichs« nicht als ein isoliertes Phänomen zu betrachten, sondern nach den Traditionslinien und Wahrnehmungsmustern zu fragen, die in den Reden und Schriften aller damals Beteiligten eingelagert sind.

Auch aus diesem Grund haben wir die unterschiedlichen Texte beziehungsweise Narrative ins Zentrum der Ausstellung gestellt. Dazu gehören das zeitgenössische Vokabular, aber auch die späteren Versuche, in Erinnerungen oder auch Befragungen zu diesem Thema – und über Sexualität und sexualisierte Gewalt im KZ-Alltag überhaupt – zu sprechen, oder auch beredt zu schweigen. Auch stellt sich die Frage nach der Repräsentierbarkeit. Elfriede Jelinek hat sich zum Thema der Zwangsprostitution in den Konzentrationslagern auf folgende Weise geäußert:

Ich spreche die ganze Zeit um das alles herum, weil ich es nicht aussprechen kann (...). Und es gibt ja Frauen, Sintezzas, Roma-Frauen, Jüdinnen, Politische, die es überlebt haben und darüber berichten, aber auch sie können oft nicht sprechen. Sie sprechen, wie ich jetzt, darum herum, als ob das Ausradierte nie mehr wieder beschrieben werden könnte, im wahrsten Sinn des Wortes, beschrieben, als ob durch das dem Verstand eben zuwiderlaufende Demütigen und Auslöschen von Menschen in derart großer Zahl ein blinder Fleck, ein schwarzes Loch entstanden wäre, das alles schluckt. Es hält kein Schreiben mehr, wo durch Radieren ein Loch entstanden ist.[18]

Auch die Ausstellung redet, wie Jelinek formuliert, in gewisser Weise »darum herum«. Wir haben das schwarze Loch nicht visualisiert, auch deshalb nicht, weil es in der Geschichte der Erinnerungskultur, der Denkmäler und Mahnmale, viele problematische Versuche gab, Löcher, Abgründe, Voids zu visualisieren, um auf diese Weise Geschichte zu enthistorisieren und abstrakte Betroffenheit zu erzeugen. Stattdessen stellen wir konkrete Texte, Begriffe und Wörter in den Mittelpunkt der Ausstellung:

Auf der Stirnwand des Raumes sind Worte und Begriffe aus verschiedenen Sprachen aufgebracht: Begriffe der »Lingua Tertii Imperii«, der LTI, wie Viktor Klemperer die Sprache des »Dritten Reiches« nannte, aber auch umgangssprachliche Begriffe der Häftlinge, wie sie in Berichten und Erinnerungen überliefert sind und schließlich Definitionen aktueller Lexika der NS-Geschichtsschreibung. Die Erläuterungstexte dieses Glossars findet man auf einem Tisch davor.

In einem Klappbuch stehen sich Zitate gegenüber, aus dem Zusammenhang gerissen und damit bewusst entkontextualisiert. Hier hilft kein Blick auf das Kleingedruckte, es bleibt offen, wer spricht. Erinnerungen und Erzählungen voller Widersprüche, unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema, das seit langem tabuisiert ist, über das die Betroffenen selbst kaum sprachen, das sich bis heute der genauen historischen Forschung mehr oder weniger entzieht.

Die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher können sich in die unterschiedlichen Schilderungen der Rekrutierung weiblicher Häftlinge im KZ Ravensbrück für den »Arbeitseinsatz in Bordellen« vertiefen. Zum Thema der Einrichtung und Organisation der Häftlingsbordelle sind Dienstvorschriften, Erlasse und Korrespondenzen des SS-Wirtschaftsverwaltungs-Hauptamtes zusammengestellt: den zehn Konzentrationslagern, in denen seit 1942 Häftlingsbordelle eingerichtet worden waren, sind zusätzlich eigene Vitrinen gewidmet. Indes bleiben die Zahlen ungenau, die Standorte der Bordelle in den Lagern waren nur mühsam zu rekonstruieren, oft sind die Spuren verwischt, auch in der historischen Forschung bleibt vieles noch unklar. Uns war es wichtig, auch diese Leerstellen zu markieren und Forschungsdesiderate zu kennzeichnen. So gibt eine Europakarte einen Überblick über bisher nachgewiesene Standorte von KZ-Häftlings-, Wehrmachts- und Zwangsarbeiterbordellen im Nationalsozialismus. Darüber hinaus werden internationale und aktuelle Bezüge zumindest kurz skizziert: Zwangsprostitution im Zweiten Weltkrieg in den Auseinandersetzungen zwischen Japan, Korea und China oder auch die sexualisierte Gewalt in den jüngsten Kriegen in Ex-Jugoslawien und dem Kosovo.

Sexualisierte Gewalt wird oft durch Bilder und deren mediale Verbreitung vervielfacht. Dementsprechend lautete eine von Journalisten häufig an die Gedenkstätte gerichtete Frage, ob denn in dieser Ausstellung Fotografien – gar der »malträtierten Frauen« – zu sehen seien. Journalisten und Besucher begegnen dem Ausstellungsthema häufig auf der Basis eines bereits vorhandenen Bildervorrates, der gewissermaßen durch die Ausstellung bestätigt und verstärkt werden soll. Der Grund dafür liegt vermutlich in der Faszinationskraft von Vorstellungen eines von Dominanz und Unterwerfung geprägten Lagersystems,[19] ein Motiv, das in zahlreichen populären Frauenlager- und Frauengefängnisfilmen (»Frauen hinter Gittern«) wiederkehrt. Auch die Gattung der »Sexploitation«-Filme basiert auf einer vorgestellten Verbindung von sexualisierter Gewalt und nationalsozialistischen Institutionen, ein Umstand, der Susan Sontag zu der Bemerkung veranlasste: »Far-out sex has been placed under the sign of nazism,«[20] und der sicherlich weiterer Analyse bedarf.

Aus diesem Grund haben wir in dieser Ausstellung weitgehend auf Bilder verzichtet. Es gibt einige wenige Aufnahmen eines Lagerbordells, die aus einem Fotoalbum der Buchenwalder Lager-SS stammen. Die Fotografien sind mit der sorgfältig gezeichneten Überschrift »Häftl.-Sonderbau« versehen und zeigen Räume, deren Einrichtung und Gestaltung an eine hübsche, etwas rustikale Pension in einem deutschen Ferienort denken lässt: Über dem Bett das Bild eines Schäferhundes, auf den Nachttischen die Fotos der Männer, viele Blumensträuße und -töpfe, Holzmöbel, deutsche Gemütlichkeit. Irritierend vielleicht die Höhensonne neben einem Besprechungstisch mit Telefon. Diese Fotos findet man in der Ausstellung nur auf einer faksimilierten Albumseite in einer kleinen Vitrine zum Häftlingsbordell des KZ Buchenwald.

Im Eingangsbereich der Ausstellung sind aktuelle Fotografien der Orte zu sehen, an denen sich damals die KZ-Häftlingsbordelle befunden haben. Von der Umwidmung der Baracke zum Wohnhaus bis zur nicht markierten Grasfläche kann man die verschiedenen Umgangsweisen erkennen. Darüber hinaus bleibt diese Ausstellung nahezu bilderlos.

Abschließend noch ein Wort zur Gedenkstätte Ravensbrück: Ravensbrück steht als Paradigma der KZ-Haft von Frauen und als Paradigma weiblicher Täterschaft. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des KZ Ravensbrück steht für uns nicht nur im Kontext der Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus. Wie das Thema der Zwangsprostitution in den NS-Lagern zeigt, ist sexuelle Gewalt Teil der Erfahrungsgeschichte von Frauen und Männern in den Kriegen und Völkermorden des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts und muss auch vor diesem Hintergrund diskutiert werden. Die Ravensbrücker Ausstellung versteht sich als ein Beitrag zu dieser Diskussion.

 

Dr. Insa Eschebach ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Katja Jedermann ist Dozentin am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste in Berlin.

 

[1] Vgl. Die Aussteller (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern (Ausstellungskatalog), .Wien 2005.

[2] Baris Alakus, Katharina Kniefacz, Robert Vorberg (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Wien 2006.

[3] Dominique Hurth, Irina Novarese, Sabe Wunsch, Zala Unkmeier (Projektleitung: Katja Jedermann)

[4] SS-Wirtschaftsverwaltungs-Hauptamt Amtsgruppe D, Glücks an die Kommandanten der KZ Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald u.a. vom 10.11. 1943; Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau, A 6308; der vollständige Wortlaut des Schreibens ist veröffentlicht in: Die Aussteller (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit a.a.O., S. 63f.

[5] Vgl. Christl Wickert, Tabu Lagerbordell. Vom Umgang mit der Zwangsprostitution nach 1945, .in: Insa Eschebach, Sigrid Jacobeit, Silke Wenk (Hrsg.), Gedächtnis und Geschlecht. Deutungsmuster .in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids. Frankfurt am Main 2002, S. 41–58, hier S. 55.

[6] Vgl. Christa Paul, Zwangsprostitution. Staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus, Berlin 1994 sowie Christa Schulz, Weibliche Häftlinge aus Ravensbrück in Bordellen der Männerkonzentrationslager. In: Claus Füllberg-Stolberg u.a. (Hrsg.): Frauen in Konzentrationslagern. Bremen 1994, S. 135–146.

[7] »Das große Schweigen. Bordelle in Konzentrationslagern.« Ein Film von Maren Niemeyer und Caroline von der Tann. ORB 1995.

[8] Vgl. u.a. Christa Schikorra, Prostitution weiblicher KZ-Häftlinge als Zwangsarbeit. Zur Situation »asozialer« Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück, in: Dachauer Hefte 11/2000, 16+. Jg., S. 112–124, Wickert, a.a.O., Helga Amesberger, Katrin Auer, Brigitte Halbmayr (Hrsg.): Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern, Wien 2004 und Robert Sommer, Der Sonderbau Die Errichtung von Bordellen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Lulu.com, .Morrisville 2006.

[9] Vgl. dazu insbesondere Christa Schikorra, a.a.O.

[10] Vgl. Die Aussteller (Hrsg.): Sex-Zwangsarbeit, a.a.O. S. 54.

[11] Vgl. u.a. Heide Oestreich, Die dritte Halbzeit, in: Die Tageszeitung vom 4.1.2006, taz zwei.

[12] Die folgenden Zitate stammen aus einer parteiinternen Befragung ehemaliger kommunistischer Häftlinge in der Sowjetischen Besatzungszone 1946; Vgl. Lutz Niethammer (Hrsg.), Der ›gesäuberte‹ Antifaschismus. Die SED und die roten Kapos von Buchenwald. Berlin 1994, S. 287, 312, 307 .sowie S. 316.

[13] Interview Hans Marsalek vom März 2003; zit. nach: Amesberger, Auer und Halbmayr, Sexualisierte Gewalt, a.a.O., S. 130.

[14] Archiv der KZ-Gedenkstätte Dachau, 0466-1-k. Vgl. auch Robert Sommer, Maskulinität und sexuelle Ausbeutung. Bordellgänger in Konzentrationslagern. Vortrag, gehalten im Rahmen der Tagung »Nationalsozialismus und Geschlecht.« Freie Universität Berlin, 15. bis 17.2. 2007.

[15] Brief Himmler an Pohl vom 23.3.1942; Bundesarchiv Berlin NS 19/2065; der vollständige Wortlaut des Schreibens ist veröffentlicht in: Die Aussteller (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern (Ausstellungskatalog), Wien 2005, S. 38 f.

[16] Himmler, zit. nach Die Aussteller, Sex-Zwangsarbeit a.a.O., S. 41.

[17] Rundschreiben von Oswald Pohl an alle Lagerkommandanten vom 26.10.1943; Bundesarchiv Berlin .NS 3/386, zit. nach Die Aussteller (Hrsg.), Sex-Zwangsarbeit S. 45.

[18] Elfriede Jelinek, Das weibliche Nicht-Opfer. In: Amesberger, Auer, Halbmayr, Sexualisierte Gewalt, a.a.O., S. X–XVI.

[19] Vgl. hier und im folgenden: Marcus Stiglegger, Sadiconazista – Stereotypisierung des Holocaust .im Exploitationkino. Vortrag bei der Cinegraph-Jahrestagung »Cinematographie des Holocaust« im Abi-Warburg-Haus, Hamburg, Januar 2001; http://www.ikonen-magazin.de/artikel/sadiconazista.htm.

[20] Zit. ebd.