Aus Anlass des 80. Jahrestags der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 gestalteten seit Januar 2013 unzählige Gedenkorte, Regionalmuseen, Vereine usw. mit über 80 Projekten, mit eigenen Ausstellungen und hunderten Veranstaltungen das Berliner Themenjahr »Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933–1938–1945«. Auch der Fachbereich Museum beim Amt für Weiterbildung und Kultur im Bezirksamt Treptow-Köpenick beteiligte sich mit einem Forschungs- und Ausstellungsprojekt für die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche unter dem Titel »SA-Terror als Herrschaftssicherung. ›Köpenicker Blutwoche‹ und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus« an den Vorbereitungen auf das Themenjahr »Zerstörte Vielfalt«. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören die Veröffentlichung eines Forschungsbandes im Metropol-Verlag Berlin, die Eröffnung einer neuen Dauerausstellung im Juni 2013, die Erschließung und Digitalisierung des Gedenkstättenarchivs sowie die Einrichtung eines interaktiven Online-Auftritts. Darüber hinaus gestaltete das Projekt ein Modul in der Portalausstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM) zum Themenjahr und eine Partnersäule am S-Bahnhof Köpenick.
Die letzten Jahre der Weimarer Republik glichen einem Bürgerkrieg: Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten auf der einen und Kommunisten wie Sozialdemokraten auf der anderen Seite waren an der Tagesordnung und forderten hunderte Todesopfer – die meisten aufseiten der politischen Linken. Allein 1932 zählte das preußische Innenministerium 155 Tote – zwei Drittel davon bezeichnenderweise zwischen der Aufhebung des Verbots der »Sturmabteilung« (SA) im Juni und den Reichstagswahlen im Juli. In dem »Kampf zwischen Gut und Böse«, zu dem die SA die Auseinandersetzungen gern stilisierte, waren die Rollen klar verteilt: Die politische Linke hatte das Vaterland durch die Novemberrevolution 1918, die Zustimmung zum Versailler Vertrag verraten. Die Kommunisten wollten ein »Sowjetdeutschland« errichten und die Sozialdemokraten waren als »Parteibonzen« verschrien. Die von den Nationalsozialisten propagierte »Abrechnung mit dem Weimarer System« konnte nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 in rasendem Tempo vollzogen werden – auch weil den konservativen Eliten in der Mehrheit nicht an der Verteidigung der Demokratie gelegen war. Im Zuge der Herrschaftssicherung musste zunächst die organisierte Arbeiterbewegung ausgeschaltet werden. Die Etablierung der »Volksgemeinschaft« funktionierte auch über die Gewalt. Und ein Großteil der Bevölkerung verstand die Botschaft: Millionen Männer und Frauen traten in die NSDAP und die weiteren NS-Organisationen ein. Der Wunsch, die neu gewonnene Macht zu zementieren und offene »Rechnungen« aus der »Kampfzeit« zu begleichen, führte zu einer Explosion der Gewalt. Besonders nach dem Reichstagsbrand, den Reichstagswahlen im März und dem antisemitischen Aprilboykott 1933 wurden politische Gegner, Andersdenkende und Juden zum Ziel nationalsozialistischen Terrors. In Berlin mussten zahlreiche Opfer der »Köpenicker Blutwoche« vom Juni 1933 bereits zwischen März und Mai Hausdurchsuchungen und erste Misshandlungen über sich ergehen lassen. Dabei richtete sich die Gewalt nicht nur gegen Männer, sondern auch gegen Frauen, wie etwa die Misshandlung der Köpenicker Bezirksverordneten Maria Jankowski im März 1933 zeigt.
Die Gewalt der Köpenicker SA vom Frühjahr und Sommer 1933 wurde zu keinem Zeitpunkt ernsthaft unterbunden. Sie war Teil des von Hermann Göring geplanten »Kampf(es) gegen das Chaos«. Zwar trieb die Berliner Polizei nach den schweren Misshandlungen von Maria Jankowski eine Ermittlung gegen die verantwortlichen SA‑Männer voran. Doch sabotierte Sturmbannführer Herbert Gehrke, den die SA-Führung anwies, Vorladungen vor Polizei oder Gerichten nicht Folge zu leisten, das Verfahren und forderte, »unsere Interessen gegen das reaktionäre Spiel der Herren im Polizeipräsidium zu vertreten«. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren schließlich ein.[1] Einen Höhepunkt des frühen NS-Terrors erreichte die Reichshauptstadt mit der »Köpenicker Blutwoche« vom 21. bis 26. Juni 1933. Mehrere hundert Mann des SA-Sturmbanns 15 unter Leitung von Herbert Gehrke sowie weiterer SA- und SS-Einheiten wie des berüchtigten Charlottenburger »Mördersturms 33« verschleppten und folterten nach bisherigem Forschungsstand bis zu 500 Personen, nachweislich 23 Menschen starben. In etlichen SA-Sturmlokalen, SA-Heimen und sogar konfiszierten Gebäuden wurden Menschen festgehalten. Im Verlauf der Terroraktion schoss der Sozialdemokrat Anton Schmaus in Notwehr die SA-Männer Walter Apel, Ronert Gleuel und Wilhelm Klein vom SA-Sturm 1/15 nieder. Die Gewalt eskalierte. Schmaus, der sich anschließend der Polizei stellte, wurde im Polizeipräsidium am Alexanderplatz von einem SA-Trupp angeschossen. Er erlag dieser Verletzung und weiteren Misshandlungen durch die SA am 16. Januar 1934.
Ein zentraler Ort der Gewalt war das ehemalige Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis am Hohenzollernplatz 5, heute Mandrellaplatz 6.[2] Der Gebäudekomplex war von 1899 bis 1901 errichtet worden und umfasste neben Zellentrakten für Männer und Frauen mit dem Wachtmeisterhaus auch Geschäftsräume sowie Wohnmöglichkeiten für das Bewachungspersonal. Zwischen Mai und August 1933 diente es als Stabsquartier des selbstständigen SA-Sturmbanns 15, als Dienststelle des Berliner Sicherheitsdienstes des Reichsführer SS (SD) sowie zentrale Haft- und Folterstätte. Tatsächlich sticht das Amtsgerichtsgefängnis aufgrund seiner Eignung aus der Topographie der Köpenicker SA-Folterstätten heraus:
1. Eignete es sich als originäres Gefängnis – anders als die notdürftig umfunktionierten Sturmlokale – perfekt für die Aufnahme von dutzenden oder gar hunderten Verhafteten. Daher wurden dutzende Menschen, die zuvor bereits in oben genannte Lokale verschleppt wurden, später auch ins Amtsgerichtsgefängnis und von dort teilweise in weitere SA- und SS-Folterstätten im Stadtgebiet oder zur Polizei gebracht.
2. Bildeten Bau und Verwendungszweck im Umkehrschluss eine Legitimationsgrundlage für den Terror der SA und gaben ihm einen rechtsstaatlichen Schein. SA und SS vertraten den »neuen Staat«, ob in der Funktion als Hilfspolizisten oder nicht. Die Unterbringung der Inhaftierten in einer Haftanstalt suggerierte, man habe es mit tatsächlichen Verbrechern zu schaffen.
Im Juni wurden dort mindestens 200 Menschen festgehalten, ein Großteil von ihnen in der im zweiten Stock befindlichen Gefängniskapelle oder dem sogenannten Betsaal gefoltert und misshandelt. Unter den vermutlich hier Ermordeten befanden sich der ehemalige Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin und sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Johannes Stelling und der Unternehmer Georg Eppenstein, eines der ersten jüdischen Todesopfer des NS-Terrors. Auch Paul von Essen wurde im Amtsgerichtsgefängnis schwer misshandelt und hier vermutlich auch erschossen.
Nach öffentlichen Gewaltexzessen wie der »Köpenicker Blutwoche« versuchten Partei und Staat, mittels einer gezielten Deeskalationsstrategie weitere Ausschreitungen zu vermeiden und den Terror vom offenen in geschlossene Räume zu verlagern. Auch der Imageschaden der »Köpenicker Blutwoche« war für SA und Partei groß. Ein Sturmbannbefehl der Köpenicker SA Ende Juni 1933 beendete formal die groß angelegte SA-Terroraktion in Berlin. Gehrke selbst tauchte aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung kurzzeitig unter. SA-Gruppenführer Karl Ernst, der seinen Untergebenen Gehrke eigentlich zur Mäßigung anzuhalten hatte, reagierte indes mit der Erhebung des Sturmbann 15 zur Standarte mit 1.330 Mann und schenkte Gehrke 50 Reichsmark für dessen »Verdienste«. Ernst ernannte ihn am 13. Juli 1933 rückwirkend zum 1. Juli »in Anerkennung seiner Verdienste um die Durchführung der nationalen Revolution« zum Obersturmbannführer.
Zwar gab die SA das Amtsgerichtsgefängnis wieder an die Gerichtsverwaltung zurück, nutzte das Gebäude ab Herbst 1933 aber erneut als Haftanstalt. So bat Herbert Gehrke in einem Schreiben vom 14. August 1933 »um Überlassung einiger Zellen, zum Zwecke für disziplinarische Bestrafung meiner SAF[ührer] und SAM[änner].«[3] Auch fand der Gefängnisbau die Verwendung des Sicherheitsdienstes (SD). Nach Kriegsende als Strafanstalt für männliche Jugendliche sowie zwischen 1954 und 1959 als Militäruntersuchungsgefängnis genutzt, diente es von 1964 bis 1991 als Kostümfundus und Magazin des DDR-Fernsehens.
Bereits in den Anfangsjahren des Bestehens der DDR wurden in Betrieben, in Schulen, in Rathäusern usw. Räume eingerichtet, die über den antifaschistischen Widerstand berichten sollten. Viele solcher Orte bestanden aus kaum mehr als einem Zimmer mit ein paar Wandzeitungen und den entsprechenden Insignien und Symbolen. Ihre Bedeutung für die Staatsdoktrin eines »heroischen Antifaschismus« allerdings war eminent.
Bis 1984 zählte man etwa 1000 solcher Einrichtungen in der DDR, allein für Ostberlin war von 15 Traditionskabinetten die Rede. Im Laufe der 1980er Jahre wurde in verschiedenen Ost-Berliner Bezirken die Einrichtung dauerhafter Traditionskabinette forciert. Offenbar gab es hierzu zentrale Vorgaben und die inhaltliche Gestaltung der Traditionskabinette unterlag meist der Zustimmung durch die SED-Kreisleitung sowie durch das jeweilige Kreiskomitee des KdAW (Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer). Dabei sollten die Traditionskabinette kein Museumsersatz sein: Originale Gegenstände und Dokumente sollten darin nicht ausgestellt werden.
Die Zentralleitung des KdAW erfragte und erfasste in regelmäßigen Abständen Besucherzahlen, Resonanz (insbesondere unter Jugendlichen und ausländischen Besuchern der Gedenkstätten und Ausstellungen), Publikationstätigkeit der jeweiligen Einrichtungen sowie Arbeit der Arbeitsgemeinschaften »Junge Historiker«. Man versuchte, die Traditionskabinette durch »thematische Mitgliederversammlungen der SED-Grundorganisation und Parteiversammlungen, Jugendforen und Ansprachen, Einführung der Lehrlinge in die Betriebsgeschichte, Diskussionen in Arbeitskollektiven, Zusammenkünfte der Brigaden, […] Arbeiterweihen, […] Nutzung durch die Patenschule, durch die Arbeitsgemeinschaften ›Junge Historiker‹, Teilnehmer der Jugendweihe, Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front und die anderen gesellschaftlichen Kräfte«[4] in das gesellschaftliche Leben einzubinden und so die Identifikation mit der DDR-Staatsgeschichte zu erhöhen. Bei der erinnerungspolitischen Arbeit der Traditionskabinette ging es in erster Linie um »die Verbreitung der Verbindung von erbebezogener Erfahrungsübermittlung mit der auf die Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben gerichteten historischen Motivation« der Jugend.[5] Tatsächlich glich das Traditionskabinett einem »ideologischen Staatsapparat« (Thomas Flierl), in dem gleichzeitig Zustimmung und freiwillige Unterordnung produziert werden sollten. Mancherorts mögen die Traditionskabinette, wie andere historische Initiativen, quasi ›von unten‹ initiiert worden sein, sie blieben »in der Praxis Orte ideologischer Vergesellschaftung ›von oben‹«[6]. Insofern bleibt ein Vergleich zu den in Westdeutschland und West-Berlin parallel entstehenden Geschichtswerkstätten begrenzt.
Im Bezirk Köpenick beschlossen Kreiskomitee und Kommission zur Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung der SED-Kreisleitung die Errichtung eines Traditionskabinettes im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis in der Puchanstraße. Am 8. Mai 1980 konnte das Traditionskabinett, das zunächst aus nicht viel mehr als einer ehemaligen Gefängniszelle bestand, eröffnet werden. Dabei war die Errichtung des Traditionskabinettes nicht unumstritten. Das Mitglied des Kreiskomitees Erwin Schulz berichtete retrospektiv in einem 2012 geführten Interview, dass angesichts des Bestehens mehrerer Nationaler Mahn- und Gedenkstätten der Nutzen einer lokalen Einrichtung in Zweifel gezogen wurde. 1981 wurde trotzdem der »Ausbau der Gedenkstätte ›Köpenicker Blutwoche‹ Puchanstr. und [die] Erhöhung des Besuchs der bestehenden Gedenkstätte durch verstärkte Werbung in Schulen, Brigaden und bei Jugendweihen« sowie die Verbreitung einer »Werbeschrift« beschlossen.[7] In einer Leitungssitzung konnte Erwin Schulz, damals Leiter der Kommission, berichten, dass die Gestaltung eines zweiten Raumes in der Gedenkstätte vor der Vollendung stehe: »Damit werden bessere Möglichkeiten geschaffen zu Aussprachen; vor allem mit Schülern, unmittelbar am Ort der faschistischen Untaten.«[8] Noch 1981 sollten erste Führungen für Studierende des Instituts für Lehrerbildung stattfinden. Später bot das Heimatgeschichtliche Archiv des Bezirks solche Führungen an. Die Einrichtung hatte montags bis freitags jeweils 6.30 bis 15.30 Uhr geöffnet. Den Schlüssel für die Ausstellung musste man sich jedoch beim Pförtner des Amtsgerichts abholen.
Doch offenbar reichte die vorhandene Ausstellung nicht aus: Es wurde konstatiert, dass die Zahl der Antifaschistinnen und Antifaschisten, die ihre Erlebnisse schildern könnten, merklich zurückgehe und Broschüren sowie Bücher diese Lücke nicht füllen könnten. Die Bedeutung der Gedenkstätte sei daher unermesslich.
1985 erarbeitete eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Kreiskomitees, der Traditionskommission sowie der Kommission zur Erforschung der örtlichen Arbeiterbewegung der SED-Kreisleitung und dem Heimatgeschichtlichen Kabinett ein Konzept für den dauerhaften Erhalt des Traditionskabinetts, das Grundlage für ein Ausstellungsdrehbuch sein sollte. So sollte die Gedenkstätte nicht mehr ausschließlich den Opfern der »Köpenicker Blutwoche« gewidmet sein, sondern »die Darstellung eines Gesamtbildes über den Köpenicker Widerstand«[9] beinhalten. In zehn Themenkomplexe unterteilt, sei die Geschichte der Arbeiterbewegung des Bezirks seit der Novemberrevolution 1918 über die Niederschlagung des Kapp-Putsches und die »Köpenicker Blutwoche« bis hin zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und den Wiederaufbau ab 1945 darzustellen. Für die Ausstellung sollten der Betsaal sowie fünf Gefängniszellen im zweiten Stock und die Wandflächen des Treppenhauses genutzt werden können. Um dem Besucher einen ‚authentischen’ Eindruck zu vermitteln, wurde eine Zelle mit Holzbett, Tisch und Schemel eingerichtet. Da die Zellen während der »Köpenicker Blutwoche« jedoch weitgehend unmöbliert gewesen sein dürften, handelt es sich keineswegs um einen originalgetreuen Nachbau.
Die neue Ausstellung sollte anlässlich der 750-Jahr-Feierlichkeiten Berlins unter dem Namen »Der antifaschistische Widerstand in Berlin-Köpenick 1933 bis 1945« eröffnet werden. Auch sie war Anlaufpunkt von Besuchergruppen: Beispielsweise besuchte am 28. November 1987 eine Delegation der VVN-VdA Westberlin auf Einladung der Zentralleitung des KdAW die »Hauptstadt der DDR« und besichtigte u.a. das Köpenicker Traditionskabinett.
Die deutsche Einheit überlebten die meisten Traditionskabinette nicht. Die Köpenicker Gedenkstätte zwar überdauerte die politischen Wirren der Wendejahre, musste inhaltlich jedoch überholt werden. Am 5. Juni 1993 öffnete eine neue, vom Bund der Antifaschisten Köpenick e.V.[10] konzipierte Ausstellung in den Zellen des Gefängnisses ihre Pforten. Doch auch diese genügte den Ansprüchen nicht: Nachdem die Einrichtung in den Besitz des Bezirksamtes Köpenick überging, wurde am 29. Juni 1995 eine wiederum neue ständige Ausstellung der Öffentlichkeit übergeben. Der ehemalige Betsaal diente fortan als Gedenkraum und Ort von Gedenkveranstaltungen. Der Zellennachbau blieb bis heute erhalten.
Am 21. Juni 2013, dem 80. Jahrestag des Beginns der Köpenicker Ereignisse, konnte die neue Dauerausstellung im Rahmen des Themenjahres »Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933–1938–1945« sowie ein Sammelband der Öffentlichkeit vorgestellt werden. An den Eröffnungsfeierlichkeiten nahmen neben dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel und dem zuständigen Stadtrat Svend Simdorn auch der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi und André Schmitz, der damalige Kulturstaatssekretär beim Berliner Senat, teil. Die öffentliche und mediale Resonanz war recht groß und zeigt, welches Potenzial die Gedenkstätte hat.[11]
In seiner einführenden Rede wies Stefan Hördler, Projektleiter und Kurator, auf die überregionale Bedeutung des Ortes und den Charakter der neuen Ausstellung hin. Der promovierte Historiker, der bereits für Ausstellungsprojekte u.a. in den KZ-Gedenkstätten Lichtenburg und Ravensbrück mitverantwortlich zeichnete und derzeit am Deutschen Historischen Institut Washington D.C. als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist, stellte neue Perspektiven und Forschungserkenntnisse vor. Hördler erläuterte, wie die »Köpenicker Blutwoche« die Flexibilität von Staat und Partei in ihren Aushandlungsprozessen und Kooperationen zeige. Zugleich habe die Juni-Aktion 1933 als Experimentierfeld für die Genese der Gewalt im Nationalsozialismus gewirkt. Die NS-Führung sei nahezu überrascht gewesen, wie weit sie mit Folter und Mord gehen konnte, ohne dass sich ihr Polizei, Justiz und Gesellschaft in den Weg stellten. Ganz im Gegenteil liege die Bedeutung der »Köpenicker Blutwoche« gerade im totalen Versagen der Zivilgesellschaft.
Ein Team, an dem neben Hördler auch die Autorin sowie der Autor dieses Beitrags, der Archivar Martin Grötschel, IT- und Webdesigner Hendrik Jager sowie Maria Boldt als stellvertretende Leiterin im Fachbereich Museum Treptow-Köpenick, von Berlin beteiligt waren, erfasste und sichtete umfangreiche Aktenbestände verschiedenster Archive, aber auch von Behörden wie etwa der Landesentschädigungsbehörde, die neue Schlaglichter auf die Ereignisse im Juni 1933 und etwa die weitreichenden Folgen für die Opfer bis in die Nachkriegszeit werfen. Wesentliche Ergebnisse wurden in einem von Stefan Hördler herausgegebenen und beim Berliner Metropol-Verlag erschienenen Forschungsband zusammengeführt. Der Sammelband vereint die Beiträge des Projektteams mit der Expertise renommierter Wissenschaftler wie Wolfgang Benz, Bruce Campbell, Sven Reichardt oder Michael Wildt.[12] Auch wurde erstmalig ein eigener interaktiver Online-Auftritt eingerichtet, über den Interessierte einführende Informationen finden können und auf weiterführende Recherchemöglichkeiten hingewiesen werden.
Die neue Ausstellung fokussiert verschiedene Dimensionen, die sowohl in den vorangegangenen Ausstellungen als auch in der Forschung bis dato zu wenig Beachtung gefunden haben:
1. bettet die Ausstellung die »Köpenicker Blutwoche« in einen überregionalen Kontext ein. Sie verbindet die Gewalt in Köpenick mit dem reichsweiten Verbot der SPD am 22. Juni 1933, dem deutschlandweiten Terror während der gesamten ersten Jahreshälfte 1933 und der Legitimierung der Ereignisse durch die nationalsozialistische Führungsriege. Das Bild des am 26. Juni 1933 abgehaltenen Staatsbegräbnisses für die erschossenen SA-Männer, das Joseph Goebbels, Gauinspektor Gerhard Schach und seinen Vertreter Artur Görlitzer zeigt, unterstreicht diesen Zusammenhang und nimmt deshalb eine besondere Stellung im Eingangsbereich der Ausstellung ein.
2. zeigt die Ausstellung an verschiedenen Punkten das Zusammenwirken von Staat und Partei auf: SA und SS agierten zumindest teilweise als Hilfspolizisten und verstanden sich selbst als die Vertreter »neuen Rechts«. Tagelang schritten weder Polizei und Justiz noch Staats- und Parteiführung gegen den Terror ein. Später hintertrieb die Gestapo jedwede Ermittlungen gegen verantwortliche SA-Männer. Für den NS-Staat war die massive öffentliche Gewalt der »Köpenicker Blutwoche« ein Experimentierfeld. Wie weit konnte das Regime gehen?
3. wird in der Ausstellung auf die Funktion(en) der Gewalt eingegangen. Bei der SA-Gewalt während der »Köpenicker Blutwoche« handelt es sich um terroristische Methoden einer modernen Diktatur. Die Auswirkungen der Misshandlungen konnten verheerende Folgen haben und zielten auf Leib und Leben des Gegenübers. Besonders von der SA als »Bonzen« verleumdete Funktionäre und Reichstagsabgeordnete waren von der Gewalt betroffen. Neben Sozialdemokraten und Kommunisten richtete sich die Gewalt vor allem auch gegen Juden. Die bis dahin für viele SA-Männer durch die Machtübernahme ausgebliebenen Verbesserungen im Erwerbsleben wurden nicht selten durch Gewalt kompensiert. Doch die Gewalt der SA-Männer zielte nicht nur auf einzelne missliebige Personen, sondern auch auf deren Eheleute, Töchter und Söhne, auf Geschwister, Verwandte und Bekannte.
4. hebt die Ausstellung die nachbarschaftliche Dimension der Ereignisse in Köpenick hervor. So wird deutlich, dass sich Opfer und Täter, mitunter Bewohner desselben Hauses, kannten und die Verhaftungen sowie Misshandlungen neben einer ideologischen Motivation auch oft als persönliche Abreibungen, Habgier, die jedoch ebenso als »Formen einer bösartigen Herrenmenschen-Mentalität«[13] zu begreifen sind. Männer und Frauen wurden vor den Augen ihrer Nachbarn von der SA abgeführt, ihre Wohnungen für jedermann sichtbar durchsucht und verwüstet. Gerade die scheinbare Willkürlichkeit, mit der die SA ihre Opfer – parteilose Arbeiter, Nachbarn, Menschen, die denunziert wurden, oder persönliche Feinde – aufsuchte und verschleppte, löste permanente Angst und Hoffnungslosigkeit aus. Ehemalige Nachbarn konnten als Zeugen noch in den 1950er Jahren Täter und Ereignisse genau benennen. Während ein Großteil der Bevölkerung die Verhaftungs- und Terrorwelle weitgehend passiv verfolgte, können auch verschiedene Formen von Widerstand und Hilfe für die Betroffenen nachgewiesen werden.
5. setzt sich die Ausstellung mit den weitreichenden Folgen der »Köpenicker Blutwoche« für die Betroffenen auseinander. So stehen nicht nur die akuten physischen und psychischen Leiden der Opfer im Vordergrund, um deren rechtliche Anerkennung zahlreiche Überlebende und Angehörige in Entschädigungsverfahren nach 1945 kämpften. Darüber hinaus werden auch nachfolgende Repressionsmaßnahmen wie KZ-Haft, der finanzielle und soziale Abstieg, verursacht durch Vandalismus, Zwangsräumungen, Arbeitsverlust und anhaltenden Druck seitens der SA thematisiert. Eng damit verbunden sind auch Flucht und Emigration vieler Opfern und die damit einhergehende Zerstörung ganzer Netzwerke und Familien.
6. richtet die Ausstellung den Blick auf die Rezeption im In- und Ausland: So berichtete nicht nur die deutsche Exilpresse kritisch über die Ereignisse in Köpenick. Auch renommierte Zeitungen im Ausland schrieben über den SA-Terror. Die NS-Führung ihrerseits beobachtete die ausländische Korrespondenz mit Argwohn.
Die gestalterische Neukonzeption übernahm der Grafikdesigner Norbert Günther, der in der Vergangenheit dutzende Ausstellungen an NS-Gedenkorten gestaltete. Da die bauliche Substanz des Ortes über die Jahrzehnte überformt wurde und zumindest die von der Gedenkstätte genutzten Räume schon mangels Wissen und Bildmaterial um das tatsächliche Aussehen um 1933 nicht rekonstruierbar wären, die Wirkung des Ortes also einzig durch seine sichtbare Ursprungsfunktion als Gefängnis erkennbar wird, konzentriert sich die Ausstellung auf ein zurückhaltendes Gestaltungskonzept und klare Ordnungen. So konnte die Wirkung des Ortes erhalten werden. Die sich auf zwei Etagen erstreckende Ausstellung wurde in elf thematisch aufeinander aufbauende Module untergliedert, von denen wiederum neun in jeweils drei einzelne Wandtafeln mit den Maßen 96 × 96 cm unterteilt wurden. Für weitere, sich mit den Täterbiografien beschäftigende Module wurden die Maße von je 210 × 60 cm verwandt. Die beiden Tafeln befinden sich im unteren Zellengang. An der gegenüberliegenden Wand des oberen Zellengangs ist das Zitat einer Zeugenaussage angebracht, das noch einmal auf die nachbarschaftliche Dimension der »Köpenicker Blutwoche« verweist.
Seit Jahren führt die Gedenkstätte auf dem Hof des Köpenicker Amtsgerichts ein eher bescheidenes Dasein. Bis heute hat sie lediglich an einem Tag in der Woche geöffnet. Eine ständige wissenschaftliche sowie pädagogische Begleitung existiert nicht. Ein im Herbst 2008 von der Linksfraktion in die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick eingebrachter Antrag, das Bezirksamt möge sich dafür engagieren, »dass die Gedenkstätte ›Köpenicker Blutwoche Juni 1933‹ wegen ihrer Einmaligkeit und Authentizität in die Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes aufgenommen wird«[14], scheiterte. Offenbar konnte damals weder die überregionale bzw. nationale Bedeutung des Ortes nachgewiesen noch ein durchdachtes Projektkonzept vorgelegt werden. Erst das vom Land Berlin initiierte und von der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH durchgeführte Themenjahr »Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933–1938–1945« bot durch seine Förderung und die gesteigerte gesellschaftliche wie mediale Aufmerksamkeit die Möglichkeit, die Köpenicker Gedenkstätte in der sog. Gedenkstättenlandschaft erneut zu platzieren.
Diese Chance muss genutzt werden, steht doch zu befürchten, dass die Gedenkstätte mit ihrer neuen Ausstellung und den erarbeiteten Erkenntnissen ohne weiterführende Projekte und schließlich eine kontinuierliche wissenschaftliche wie pädagogische Begleitung erneut in Vergessenheit gerät. Der Bezirk allein wird diese Last nicht tragen können. Auch der Senat ist in der Verantwortung, diesen einmaligen authentischen Ort des frühen NS-Terrors in Berlin langfristig zu erhalten.
Nicht zuletzt muss die Zukunft des Standortes gesichert werden: Das historische Gebäude, das zum größten Teil dem Verfall preisgegeben wurde, befindet sich in der Verwaltung der landeseigenen BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, die sich offenbar um verschiedene Nutzungen bemüht. Am 9. Oktober 2013 berichtete das Nachrichtenformat Abendschau des Regionalsenders Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) über die Pläne des Eventmanagers und Künstlers Matthias Schlesinger, Kunst im nicht von der Gedenkstätte genutzten Gefängnistrakt auszustellen.[15]
Der Abschluss des seit 2012 gelaufenen Forschungs- und Ausstellungsprojekts der Gedenkstätte bedeutet nicht das Ende eines Prozesses, sondern markiert einen Neuanfang. Im Laufe des Jahres 2014 und in den darauf folgenden Jahren werden sukzessive verschiedene Bereiche der Gedenkstätte angegangen:
Besonders die Erarbeitung eines pädagogischen Programms für Schulklassen und andere Gruppen steht im Vordergrund der zukünftigen Bemühungen. Bisher können lediglich Führungen angeboten werden, die um mehrstündige Formate wie Lernwerkstätten oder Projekttage ergänzt werden müssen. Ein Angebot für regelmäßige Führungen, die sich nicht nur an Schulklassen, sondern ebenso an interessierte Bürgerinnen und Bürger richten, existiert bislang nicht. Doch die in den vergangenen Jahren unterbrochene Verbindung zwischen Gedenkstätte und bezirklichen Schulen muss wieder aufgenommen werden. Dabei soll nicht nur der Gedenkort selbst mit seiner Ausstellung Raum bieten, sich mit der Geschichte des frühen öffentlichen NS-Terrors zu befassen. Auch müssen Konzepte für ein spielerisches Kennenlernen der Kieze rund um das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis und ihrer mit der »Köpenicker Blutwoche« unmittelbar verbundenen Geschichte entwickelt werden. Die VVN-BdA Köpenick e.V. bemüht sich daher derzeit in Kooperation mit der Gedenkstätte um den Aufbau einer App, die es der Nutzerin oder dem Nutzer ermöglicht, mithilfe eines internetfähigen Smartphones in der Gruppe oder individuell verschiedene Täterorte sowie Wohnorte von Opfern aufzusuchen und so einen historischen Kiezspaziergang erleben zu können. Dabei bewegt sich der/die Nutzer/in mit einer von der App bereitgestellten Karte. Über GPS-Signale wird der Standort bestimmt und die jeweilige Hörblase angewählt. Zusätzlich können auf dem Smartphone verschiedene Fotos und Dokumente angesehen werden. Mit der technischen Umsetzung dieses sog. Audiowalks haben Projekte wie »kudamm’31« über die antisemitischen Kurfürstendammkrawalle vom 12. September 1931 bereits gute Erfahrungen gesammelt.[16]
Auch die Ausstellung selbst kann und muss weitere Ergänzungen erfahren. So fehlt derzeit ein adäquater Ort des Gedenkens in der Einrichtung. Weder die inzwischen in einer Zelle untergebrachte Glasplatte mit entsprechender Inschrift, die 1995 zunächst im Betsaal aufgestellt wurde, noch die bis heute dort gezeigte Lichtinstallation können diesen Zweck erfüllen. Ideen gibt es viele, derzeit scheitert es an den finanziellen Voraussetzungen für die Umsetzung. Eine Tafel mit den Namen der namentlich bekannten 23 Todesopfer der »Köpenicker Blutwoche«, die noch fehlt und zukünftig im Betsaal angebracht wird, kann gleichzeitig der Erinnerung dienen und Information bieten. Ebenso fehlen bis dato kommentierende Tafeln für den aus DDR-Zeit stammenden Zellennachbau und eine alte Gedenktafel, die einst am ehemaligen Sturmlokal »Demuth« angebracht war. So könnte sich der/die Besucher/in auch über die DDR-Rezeption der »Köpenicker Blutwoche« und gleichzeitig über frühere Konzepte der Erinnerung und historischen Vermittlung informieren. Nicht zuletzt würden so vorhergehende Phasen der Gedenkstätte selbst sichtbar. Zukünftig wird die Ausstellung auch einmaliges zeitgenössisches Filmmaterial zeigen: In Dauerschleife ist dann der nahezu sechsminütige NS-Propagandafilm »Drei Opfer eines marxistischen Mordschützen« über den SA-Trauermarsch und das Begräbnis der getöteten SA-Männer zu sehen. Die Aufführungsrechte für dieses beeindruckende Quellendokument liegen beim Bundesarchiv-Filmarchiv, mit dem zunächst eine Einigung gefunden werden muss.
Weitere Baustelle der Gedenkstätte ist auch die Modernisierung und Pflege von Archiv und Präsenzbibliothek. Zuletzt wurde der Archivbestand aus dem im Museum Köpenick befindlichen Bezirksarchiv ausgegliedert und liegt nun in der Gedenkstätte. Die Präsenzbibliothek selbst ist veraltet und bedarf Investitionen. Begonnen wurde 2012 mit der Digitalisierung des Archivbestandes durch einen Archivar. Damit sollen die Voraussetzungen für eine Online-Recherche auf der neuen Gedenkstätten-Homepage geschaffen werden.
Langfristig wird die Gedenkstätte nur mithilfe starker Kooperationspartner auf den verschiedenen Ebenen zu sichern sein. Der Bezirk Treptow-Köpenick allein ist mit der Unterhaltung der Einrichtung überfordert. Hier muss auch das Land Berlin mittelfristig in die Pflicht genommen werden, hat die Gedenkstätte doch potenziell überregionale Bedeutung und ist eine der wenigen dauerhaften Einrichtungen, die sich überhaupt mit dem frühen öffentlichen NS-Terror um 1933/34 befasst. Dies wird nicht zuletzt im Austausch mit dem Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße deutlich, der, ebenso wie der Austausch mit weiteren thematisch ähnlich ausgerichteten Erinnerungsorten in Berlin und Brandenburg, sinnvoll ausgeweitet werden muss.
Amelie Artmann, MA, ist freiberufliche Historikerin und war zuletzt für das Ausstellungsprojekt »SA-Terror als Herrschaftssicherung. Die ›Köpenicker Blutwoche‹ und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus« tätig.
Yves Müller, MA, ist freiberuflicher Historiker, zuletzt für das Ausstellungsprojekt »SA‑Terror als Herrschaftssicherung. Die ›Köpenicker Blutwoche‹ und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus« tätig und Mitarbeiter am Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick.
[1] Ein Teil der Korrespondenz befindet sich im Museum Köpenick (Archiv, Pressearchiv, Nummer 24.1)
[2] Zur Rolle des Amtsgerichtsgefängnis siehe auch: Iris Helbing, Das Amtsgerichtsgefängnis Köpenick in seiner Funktion als frühes Konzentrationslager während der »Köpenicker Blutwoche«, in: Alexandra Klei u.a. (Hg.), Die Transformation der Lager. Annäherung an die Orte nationalsozialistischer Verbrechen, Bielefeld 2011, S. 247–260.
[3] Schreiben des Obersturmführers Herbert Gehrke vom 14. 8. 1933, Landesarchiv Berlin (LAB), C Rep. 300.
[4] »Schlußfolgerungen für eine wirksame Vermittlung von Kenntnissen und Erkenntnissen über den antifaschistischen Widerstandskampf und die Pflege der revolutionären Traditionen des antifaschistischen Widerstandskampfes«, verfasst Dr. Christine Köhler, Politische Mitarbeiterin der Bezirksleitung der SED Leipzig, Mai 1981, S. 18 f.; SAPMO-Barch, DY 57/194.
[5] »Beitrag für die Konzeption zur Erarbeitung des Jahresberichtes der Zentralleitung« des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer, Bereich Geschichte/Forschung, 19. 10. 1988; SAPMO-Barch, DY 57/187.
[6] Thomas Flierl, Das antifaschistische Traditionskabinett als ideologischer Staatsapparat, in: Kulturamt Prenzlauer Berg/Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. (Hg.), Mythos Antifaschismus. Ein Traditionskabinett wird kommentiert, Berlin 1992, S. 12–36, hier: S. 16.
[7] Siehe »Plan der massenpolitischen Arbeit des Kreiskomitees Berlin-Köpenick der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1981«, ohne Datum, S. 7; Nachlass Erwin Schulz, Privatbesitz.
[8] »Protokoll der Leitungssitzung am 23. April 1981« des KdAW der DDR, Kreiskomitee Köpenick, 25. 4. 1981, S. 3; Nachlass Erwin Schulz, Privatbesitz.
[9] Siehe »Entwurf. Zuarbeit zur Beschlußvorlage über die Einrichtung eines ständigen Traditionskabinetts ›Der Antifaschistische Widerstand 1933–1945 in Berlin-Köpenick‹«, 23. 4. 1985, S. 2; Bestand des VVN-BdA Köpenick.
[10] Heute: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Köpenick e.V.
[11] Siehe Presseauswahl: www.ghi-dc.org/index.php?option=com_content&view=article&id=1405&Itemid=1219
[12] Siehe Stefan Hördler (Hg.), SA-Terror als Herrschaftssicherung. »Köpenicker Blutwoche« und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus, Berlin 2013.
[13] Mathilde Jamin, Zur Rolle der SA im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, in: Gerhard Hirschfeld, Lothar Kettenacker (Hg.), Der Führerstaat. Mythos und Realität. Studien zur Struktur und Politik des Dritten Reiches, Stuttgart 1981, S. 329–360, hier S. 348.
[14] Antrag VI/0826 Aufnahme der Gedenkstätte »Köpenicker Blutwoche Juni 1933« in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes vom 16. 10. 2008.
[15] Vgl. auch www.schlesingerevents.de.
[16] Siehe kudamm31.com.