Resolution

Zur Erhaltung des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel. Arbeitstreffen der niedersächsischen Gedenkstätten, Initiativen und Geschichtswerkstätten in Bremervörde
12/1998Gedenkstättenrundbrief 86, S. 26
Niedersächsische Gedenkstätten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich im Rahmen der Tagung intensiv mit der Geschichte des Lagers Sandbostel beschäftigt und auch den Friedhof und das Lagergelände besucht. Dabei stellten sie fest:

Die Reste des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel stellen ein Ensemble von herausragender historischer Bedeutung dar. An kaum einem anderen Ort der Verfolgung und des Widerstandes 1933–1945 in Deutschland sind in vergleichbarem Umfang die Baulichkeiten eines ehemaligen Barackenlagers erhalten. Dieser Tatsache ist dadurch Rechnung getragen worden, daß die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden sind.

Die gegenwärtige Nutzung und der schlechte Erhaltungszustand der Gebäude lassen allerdings befürchten, daß diese einmaligen Zeugnisse der Geschichte in naher Zukunft unwiederbringlich verloren sind.

Die Anwesenden halten daher folgende Maßnahmen für dringend erforderlich:

• Das gesamte Gelände des ehemaligen Lagers Sandbostel wird von der öffentlichen Hand übernommen, die Gewerbebetriebe verlagert.

• Das Lagergelände wird eingehend erkundet, die Gebäude gesichert.

• Das Lager und die Kriegsgräberstätte Sandbostel werden zu einem Ort der historisch-politischen Bildungsarbeit ausgestaltet.

Die beteiligten Behörden und Institutionen werden hiermit aufgefordert, durch die Einleitung der notwendigen Schritte die Zukunft der Gedenkstätte Sandbostel zu sichern.

Bremervörde, den 4. Oktober 1998, Die Unterzeichnenden