Die historische Aufarbeitung der zahlreichen Außenlager des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück rückt zunehmend in das Blickfeld der Forschung. Gleichzeitig hierzu entstehen regionale geschichtspolitische Initiativen, die sich um eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des NS in ihrer Region bemühen und nach Wegen suchen, den Opfern des Nationalsozialismus am Ort der ehemaligen Außenlager zu gedenken.
Eines dieser Außenlager befand sich in Retzow (bei Rechlin, heute Mecklenburg-Vorpommern). Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück wurden von Juli 1944 bis zum Mai 1945 gezwungen, für die »Erprobungsstelle der deutschen Luftwaffe« (im folgenden E-Stelle) Rechlin zu arbeiten.
Im August dieses Jahres fand auf Initiative der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, der Vereinigung Junger Freiwilliger und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rechlin sowie Mitgliedern des »Kreisverbandes Bund der Antifaschisten Waren-Röbel e.V.« das erste internationale Workcamp zur Geschichte des Außenlagers Retzow statt.
Die folgenden Ausführungen skizzieren die Geschichte der E-Stelle Rechlin, ihre Bedeutung für die regionale Entwicklung Rechlins, die Geschichte des Außenlagers Retzow und schließlich den heutigen Umgang mit der Geschichte der E-Stelle, d.h. die unterschiedlichen Bestrebungen verschiedener Interessengruppen, diese Geschichte zu erinnern. Zum Schluß wird die Arbeit des Workcamps vorgestellt.
1. Zur Geschichte der E-Stelle
Maßgeblich prägend für die Geschichte der Gemeinde Rechlin ist der Ausbau einer Flugzeugerprobungsstelle.1 Während des 1. Weltkrieges entschied sich das Kriegsministerium für Rechlin als Standort, um dort eine »Lehr- und Prüfungsanstalt« für den flugzeugtechnischen Bereich zu errichten. Um nach dem 1. Weltkrieg die Bedingungen des Versailler Vertrages zu umgehen, welcher jegliche militärische und zivile Motorfliegerei untersagte, kaufte offiziell 1925 der »Luftfahrtverein Waren e.V.« den Rechliner Flugplatz für das »Reich«. Besitzer waren die Albatros-Werke, Finanzier die Reichswehr. Für den Zeitraum von 1927–1933 gibt es bisher kaum fundierte Forschungsergebnisse; bekannt ist jedoch, daß nach der Aufhebung der alliierten Militärkontrollen die Firmen Arado, Heinkel und Messerschmitt neu entwickelte Militärflugzeuge in Rechlin erprobten.
Ab 1933 wurde massiv mit dem Ausbau der E-Stelle begonnen. Es entstanden vier Erprobungshauptgruppen: Bombenabwurfplätze, Schießstände, Spezialbauten für Meßanlagen und der Flughafen Lärz. 1935 wurde die E-Stelle offiziell als »Kommando der Erprobungsstelle der Luftwaffe« bezeichnet (eine Außenstelle des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums). 1939 umfaßten die Liegenschaften der E-Stelle ca. 6000 Hektar. Die Aufgaben der Erprobungsgruppen beinhalteten bspw. die Prüfung von Flugzeugbordgeräten, Funk- und Navigationsgeräten, Bordschußwaffen, Motoren und Triebwerken und dienten der Hochfrequenzforschung sowie luftfahrtmedizinischen Erprobungen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Erprobung dienten einem Ziel, der Vorbereitung und Durchführung des Krieges gegen die europäischen Länder.
Die Infra- und Bevölkerungsstruktur Rechlins veränderte sich durch den Ausbau der E-Stelle in kürzester Zeit erheblich. Technisches Personal, Soldaten und Wehrmachtsangehörige zogen zu. Arbeitsplätze entstanden im Baugewerbe und in unterschiedlichsten Zuliefererbetrieben. Teilweise wurden Menschen umgesiedelt, um die E-Stelle weiter auszubauen. In Rechlin/Nord errichtete man die sogenannte Meistersiedlung: Stattliche Ein- und Zweifamilienhäuser für die führenden Ingenieure der
E-Stelle.2 1940 arbeiteten ca. 4000 Militär- und Zivilangehörige für die E-Stelle.3 Mit hohem technischen Know-how ausgerüstet, stellte man jungen Menschen Arbeitsplätze bereit. Arbeiter und Angestellte waren vom Einsatz an der Front befreit. Über die Tätigkeit des einzelnen wurde strengste Geheimhaltung angeordnet.
Im Verlauf des Krieges kamen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus Polen, der Sowjetunion, England, Italien und Frankreich in verschiedenen Bereichen der E-Stelle zum Einsatz. Im Frühsommer 1943 wurden Häftlinge aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück angefordert4, und in einem ehemaligen Barackenlager für die Unterbringung eines Luftwaffenbaubataillons wurden männliche Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert.
2. Geschichte des KZ-Außenlagers
Das Barackenlager teilte man in Unterkunftsbaracken für SS-Wachmannschaften, eine sogenannte Wirtschaftsbaracke und vier Häftlingsbaracken. Zur Sicherung wurde ein elektrisch geladener Zaun angebracht, zusätzlich baute man zwei Schützenbunker. Das Lager lag direkt an der Dorfstraße am Ortseingang Retzows, gegenüber befanden sich private Wohnhäuser, d.h. alle Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes waren täglich mit den Arbeitskolonnen aus dem KZ-Außenlager konfrontiert.
Über die männlichen Häftlinge ist nur wenig bekannt. Zum größten Teil wurden die Männer zu Ausbauarbeiten auf dem Lärzer Flugfeld eingesetzt. Anfang Juli deportierte man die Häftlinge vermutlich in andere Lager, und am 9. Juli 1944 belegte man das KZ Retzow mit weiblichen Häftlingen aus dem KZ Ravensbrück. Die Zahl der inhaftierten Frauen schwankte zwischen 1500 und 3000 Frauen, verteilt auf vier Baracken. Die Verpflegung wurde auf ein Minimum reduziert. Man zwang die Frauen, das Lärzer Flugfeld durch das Ausheben von Schützengräben zu sichern und Start- und Landevorrichtungen auszubessern. Aufgrund mangelnder sanitärer Anlagen, fehlender ärztlicher Hilfe und der alltäglichen Schwerstarbeit starben viele Frauen. Einige der Toten wurden in Massengräbern direkt hinter dem Lager verscharrt. Frauen, die krank waren, brachte man in regelmäßigen Transporten nach Ravensbrück zurück, wo sie vermutlich ermordet wurden. Im Winter 1944/45 trafen größere Transporte mit Jüdinnen aus dem Vernichtungslager Auschwitz im KZ Retzow ein. Sie wurden im sogenannten »Kinosaal« eingesperrt. »…Wir sind in einen ehemaligen Kinosaal gekommen, wo sich schon 1500 Jüdinnen auf ekelhaften Strohsäcken befanden, wo das Ungeziefer nur so wimmelte…«.5 Ihre Überlebenschancen sanken täglich durch die bewußt gesteuerte Verwahrlosung. In den Erinnerungen von Germaine Tillion über Frauen aus Rechlin/Retzow heißt es: »Dieses kleine Lager war in Wahrheit ein Tötungslager (…). Ich habe Frauen – solche, die nach Ravensbrück zurückgebracht wurden – zurückkommen sehen von dort. Sie waren nicht wiederzuerkennen (…): In der Zeit zwischen ihrer Ankunft im Verlaufe des Nachmittags und der Stunde, in der sie einen Block bekamen, sind fünf oder sechs Frauen aus ihren Reihen gestorben.«6
Im Februar 1945 deportierte man einige Frauen in das KZ Mittelbau-Dora, und Ende April wurde vermutlich ein Teil der Frauen auf den sogenannten Todesmarsch geschickt. Am 2. Mai 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee 71 Frauen. Die in Retzow verbliebenen Einwohnerinnen mußten sich laut Anweisung des sowjetischen Militärs um die Überlebenden kümmern und, soweit es noch möglich war, gesund pflegen.
3. Geschichte nach 1945
Das Gelände der ehemaligen E-Stelle wurde nach Kriegsende zum Teil von der in Rechlin verbliebenen sowjetischen Armee umstrukturiert und für eigene militärische Zwecke genutzt. 1948 gründete man auf einem Teil des Geländes der E-Stelle eine Schiffswerft. Die Werft zählte zu den größten Industriebetrieben im Kreis Neustrelitz. Auf Initiative der VVN kam es 1950 auf dem Gelände des ehemaligen KZ Retzow zur Öffnung der Massengräber, man äscherte die Toten in Schwerin ein und setzte sie in Waren bei. Ein Gedenkstein markiert bis heute die Bestattungsstätte. 1980 errichteten Lehrlinge der LPG Retzow/Boek einen mit einem roten Häftlingswinkel versehenen Gedenkstein für die Opfer des KZ-Außenlagers, am Rande eines erhalten gebliebenen Schützenbunkers. Daneben befindet sich ein zweiter Gedenkstein mit der Inschrift »DIE TOTEN MAHNEN UNS«. Die Geschichte der E-Stelle selbst wird bis Mitte der 90er Jahre nicht thematisiert.
4. Der heutige Umgang mit der Geschichte der E-Stelle
und der zukünftigen Gedenkstätte Retzow
Der Kreisverband Bund der Antifaschisten Waren/Röbel e.V. (BDA) bemüht sich seit längerem, auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers eine neukonzipierte Gedenkstätte einzurichten. Der heutige Gedenkstein im Eingangsbereich des ehemaligen Lagers kann als Erinnerungszeichen gelesen werden, jedoch nur von denjenigen, die die Bedeutung der Zeichen aus dem politisch-historischen Kontext kennen. Unsichtbar bleibt jedoch für alle das Ausmaß des Lagers, denn die noch vorhandenen Fundamentreste der Häftlings- und Wirtschaftsbaracken sind zum größten Teil überwuchert. Zusätzlich wird das Gelände zum Teil privatwirtschaftlich genutzt, und bauliche Überreste des Lagers sind überbaut.
In den 90er Jahren entwickelte sich der authentische Ort zu einem inoffiziellen Schuttabladeplatz, und die Natur tat ihr übriges, die Spuren des Lagers gänzlich verschwinden zu lassen. Über die eigentliche Geschichte des Areals können sich Besucher des heutigen Gedenkortes kein Bild machen, da es keinerlei Informationen gibt, die die Geschichte der Opfer erzählen.
In Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, des BDA Waren, der Projektgruppe »Gedenkstättenarbeit Mecklenburg-Vorpommern« und der Gemeinde Rechlin konnten bis zum Sommer 1998 Konzeptionen für die Neugestaltung des ehemaligen Lagerbereichs erarbeitet werden, deren Umsetzung mit dem internationalen Workcamp ihren Anfang nahm. Der Diskussionsprozeß zur Neugestaltung ist bisher nicht abgeschlossen. Ein wesentlicher Punkt für die Neukonzeption ist jedoch festzuhalten: die Herstellung des Bezugs zwischen der Geschichte der E-Stelle im NS, ihre Funktion und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Kriegsführung.
Diese Konzeption überschneidet sich zum Teil mit den Interessen des 1994 gegründeten Fördervereins »Luftfahrttechnisches Museum e.V.«7, der sich ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rechlin die Aufgabe stellt, die Vergangenheit Rechlins aufzuarbeiten. Das gemeinsame Ziel ist die Aufarbeitung der Geschichte der E-Stelle. Der Förderverein nimmt die Geschichte jedoch sehr eindimensional wahr – im Vordergrund geht es lediglich um die Geschichte der Luftfahrttechnik. Mit Unterstützung der Gemeinde entschied man, daß auf dem Gelände der ehemaligen Hauptwache Nord der E-Stelle ein Museum eingerichtet werden soll. Im August 1998 eröffnete dieses auf dem von der Gemeinde erworbenen Grundstück. Die Ausstellung zeigt am Beispiel zahlreicher Exponate (Flugzeugmotoren, Funkgeräte, Konstruktionspläne, Ausbildungsnachweise etc.) die in der E-Stelle erprobte Technologie, jedoch ohne den Bezug zu ihrer Vernichtungsdimension aufzuzeigen, d.h. für die Besucher steht die Geschichte der E-Stelle außerhalb des Zusammenhangs mit dem nationalsozialistischen Herrschaftsapparat. Zwar wird am Rande auf die Geschichte des Außenlagers Retzow hingewiesen, doch nur schwer läßt sich der Bezug herstellen, daß die konkret ausgeübte Gewalt im KZ mit der am Ort erprobten Waffentechnik unmittelbar zusammenhängt. Um den Mythos des heldenhaften Piloten, des ehrbaren Ingenieurs im Dienste der Wissenschaft und des technisch innovativen Konstrukteurs aufrechtzuerhalten, muß fast zwangsläufig die Geschichte der damit verbundenen Verbrechen, der Zwangsarbeit, Konzentrationslagerhaft und des Krieges unthematisiert bleiben. Im Vordergrund des Fördervereins steht die Erkenntnis, daß die erzielten Ergebnisse in Rechlin Verbesserungen und Entwicklungen in der deutschen Luftfahrttechnik herbeiführten, deren Grundlagen für die moderne militärische und zivile Luftfahrt bis heute essentiell sind. Die technischen Neuerungen werden unabhängig von ihrer Funktion und Wirkung für den NS-Staat gesehen und von der direkt damit verbundenen Ausbeutung und Unterdrückung der Häftlinge getrennt.
5. Das Internationale Workcamp
Das Workcamp hatte zum Ziel, auf dem Gelände des ehemaligen KZ Retzow einen provisorischen »Gedenkpfad« zu errichten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Japan, Frankreich, Spanien, Belgien, Italien, Kanada, Österreich, Deutschland, der Schweiz und Finnland – im Alter zwischen 18 und 29 Jahren.
Für die Gemeinde Rechlin, die neben der Gedenkstätte Ravensbrück das Camp sowohl finanziell als auch organisatorisch unterstützt hat, bestand hierdurch erstmalig die Möglichkeit, über eine internationale Begegnung mit jüngeren Leuten die Geschichte des ehemaligen KZ zu thematisieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit anzuregen.
Die Gruppe wurde von Bürgermeister Dr. Sonneberg und dem Amtsleiter Herrn Ringguth offiziell im Amt Rechlin begrüßt, die stets für die Fragen und Bedürfnisse der Gruppe zur Verfügung standen. Herr Baetke und Herr Roß erklärten den TeilnehmerInnen auf dem Gelände des Außenlagers die historische Entwicklung der Region und die Zusammenhänge zwischen der E-Stelle und dem Außenlager. Als Autoren der einzigen Dokumentation über Rechlin/Retzow und Ortsansässige, die die Geschichte noch aus eigener Erfahrung kennen, war es ihnen möglich, die Opfergeschichte und Täterstrukturen darzustellen.
Wer heute den Gedenkort aufsucht, stößt auf die Ergebnisse der Arbeit des Workcamps. Die 14tägige Arbeit führte zu dem Ergebnis, daß sich im Eingangsbereich ein provisorisches Schild über die Topographie des Lagers und eine dreisprachige (deutsch, englisch, französisch) Beschreibung des Ortes befindet. Behutsam konnten Überwucherungen an den Fundamentresten der Häftlings- und Wirtschaftsbaracken entfernt werden.
Mit Unterstützung Rechliner ABM-Kräfte war es möglich, einen »Gedenkpfad« anzulegen. Durch die zum Schluß vorläufig aufgestellten Hinweisschilder zur Geschichte und Topographie ist es den Besuchern schon jetzt möglich, die Struktur des Lagers zu erkennen. Ebenso stellte die Gruppe ein Informationsschild an den ehemaligen Massengräbern auf, um der Toten zu gedenken.
Am intensivsten jedoch nahm die Gruppe das Gespräch mit der 90jährigen Johanna Krause aus Dresden, Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, auf. Johanna Krause erzählte vor Ort, im Austausch mit Fragen der Workcampteilnehmer, von ihrer vierwöchigen Inhaftierung im Außenlager Retzow. Zusammen mit Johanna Krause besuchte die Gruppe die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.
Über die Erzählungen der Hafterfahrungen hinaus fanden dort intensive Gespräche über alltäglichen Rassismus, Antisemitismus und aufkommenden Rechtsextremismus statt. Als Resümee der Arbeit stand für die meisten TeilnehmerInnen fest, daß sie zum einen der Gemeinde Rechlin durch ihre Spurensuche geholfen haben, eine Gedenkstätte zu errichten und zum anderen sich selbst aktiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandergesetzt haben und diese nicht als ein isoliertes Phänomen in der Geschichte sehen.
Durch die Arbeit des Workcamps wurde begonnen, die Geschichte des Außenlagers Retzow aufzuarbeiten. Damit ist ein Grundstein für die künftige Arbeit gelegt. Aufbauend auf diese Grundlage können regionale Geschichtsinitiativen in Zukunft Regionalgeschichte weiter erforschen und entdecken. Dadurch können einerseits verschiedene Aspekte der Geschichte des Nationalsozialismus – Aufrüstung, Kriegsvorbereitung, Verfolgung, KZ-System – vor Ort sichtbar gemacht werden, und zusätzlich rückt ein authentischer Ort nationalsozialistischer Verfolgung nach mehr als fünfzig Jahren wieder ins Bewußtsein.
1 Im folgenden beziehe ich mich auf die Publikation von Heinrich Baetke und Heinrich Roß:
Aus der Geschichte der Erprobungsstelle Rechlin und des Nebenlagers des KZ Ravensbrück in Retzow/Rechlin, 1997. Dies ist die bisher einzig umfangreichere Dokumentation.
2 Die Häuser wurden während der Bombardierungen Rechlins nicht zerstört und wurden nach 1945 von der sowjetischen Armee genutzt. Nach dem Abzug der Truppen wurden sie privatisiert.
3 Um die Jahrhundertwende lebten gerade 110 Bewohner in Rechlin und 74 in Retzow.
4 Wer die Häftlinge anforderte, ob Wehrmacht oder Privatunternehmen, ist bisher nicht erforscht.
5 Moulan, Maria: »Les Colonnes«, Sammlung MGR/SBG, RABD. 11/Br.585
6 Tillion, Germaine: Frauenkonzentrationslager Ravensbrück, Lüneburg 1998, S. 256
7 In der ersten Selbstdarstellungsbroschüre wird auf den Werdegang des Vereins verwiesen: Seit den 60er Jahren gab es in West-Deutschland den »Klub der alten Rechliner«. Dieser Klub versammelte sich zum erstenmal 1990 in Rechlin. So entstanden Kontakte zur Rechliner Bevölkerung.
Der Vorsitzende Klaus Ramm, dessen Vater in Rechlin als Oberprüfer tätig war, wird dahingehend zitiert: »Rechlin war die Erprobungsstelle und die Erprobungsstelle war Rechlin. (…) Weiter soll nicht nur die Geschichte der E-Stelle dokumentiert werden, sondern im Bereich Rechlin/Lärz wieder mehr lebendiger Flugbetrieb angesiedelt und die Möglichkeiten der fliegerischen Aktivitäten belebt werden.«