In den letzten drei Jahren, von 2001 bis 2003, wurde an der KZ-Gedenkstätte Dachau eine pädagogische Abteilung aufgebaut, um einem schon lange drängenden Defizit an Besucherangeboten zu begegnen. Denn trotz der jährlich rund 800 000 Besucher, die sich aus sehr unterschiedlichen Einzelbesuchern, Jugend- und Erwachsenengruppen zusammensetzen und zu mehr als 50 Prozent aus dem Ausland kommen, war Dachau bisher die einzige der großen Gedenkstätten ohne einen eigenständigen pädagogischen Arbeitsbereich, der über regionale Schulangebote hinaus reicht. Ziel war nun, die seit den 80er Jahren verstärkt formulierten Bildungsanforderungen an den Lernort Dachau konzeptionell umzusetzen und davon ausgehend ein breites, thematisch und zielgruppenspezifisch vielschichtiges Besucherangebot aufzubauen. Das pädagogische Angebot sollte sowohl an Individualbesucher, an schulische als auch außerschulische Bildungsgruppen, Jugendliche und Erwachsene, deutsche und ausländische Besucher notwendige Orientierung am historischen Ort geben. Dass der Aufbau nicht innerhalb eines fest institutionalisierten Rahmens geschah, sondern als nicht abgesichertes Projekt durchgeführt wurde, war Ausdruck der Übergangsphase, in der sich die KZ-Gedenkstätte Dachau seit Mitte der 90er Jahre durch die sogenannte Neukonzeption, einer strukturellen und inhaltlichen Neuorientierung, befand. Jetzt, nach der Arbeit von drei Jahren und dem vorläufigen Abschluss des Projektes, müssen die Gremien der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, in die die KZ-Gedenkstätte Dachau seit letztem Jahr überführt worden ist, über Ergebnisse und institutionelle Absicherung der Bildungsarbeit an der KZ-Gedenkstätte entscheiden. Im folgenden werden die konzeptionellen Grundlagen und Arbeitsbereiche des Pädagogik-Projektes vorgestellt, deren Fragestellungen und Rahmenbedingungen sehr eng mit der »Neukonzeption« der KZ-Gedenkstätte Dachau verbunden waren. Ein abschließendes Resümee fragt nach der Relevanz der Projektergebnisse für die spezifischen und oft schwer miteinander in Übereinstimmung zu bringenden Anforderungen des Erinnerungs-, Gedenk- und Lernortes Dachau.
Die Neukonzeption der KZ-Gedenkstätte und ihre Anforderungen an die Pädagogik
Seit dem Übergang zur vierten Generation, der noch unter dem Einfluss lebendiger Zeugenschaft gestaltet werden kann, stellt sich die Frage nach der zukünftigen Weitergabe der Erinnerung und des Gedenkens an den Terror des Konzentrationslagers Dachau. Dieser Aufgabe sollte das im Jahr 1995 »eingeläutete« Projekt der Neukonzeption der KZ-Gedenkstätte Dachau mit dem Aufbau eines professionellen Archivs, der Gestaltung einer wissenschaftlich untermauerten, neuen historischen Ausstellung, der Schaffung den historischen Ort erschließender Gelände-Zugänge sowie einem erweiterten pädagogischen Besucherangebot gerecht werden. Dabei bedeutete die »Neukonzeption« auch eine Verlagerung der Verantwortlichkeit, von der Trägerschaft des Zusammenschlusses der internationalen Überlebenden, des Comité International de Dachau, hin zu einer maßgeblich vom Freistaat Bayern getragenen Stiftung, auch wenn die vertraglich abgesicherten Rechte des Comité bestehen bleiben und es in der Stiftung vertreten ist. Die Leitfragen der Neukonzeption waren: Was bedeuten Erinnerung und Gedenken in einer Zukunft ohne unmittelbare Zeugenschaft und welche Konsequenzen hat dies für die Erhaltung des historischen Ortes? In welcher spezifischen Weise konnte die KZ-Gedenkstätte Dachau bisher zur Traditionsbildung in der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit national wie international beitragen und welcher zukünftige Stellenwert als Gedenkort ergibt sich daraus? Welche wissenschaftlichen und pädagogischen Reflexionen sind notwendig, damit die Gewalterfahrungen der Vergangenheit in ihren historischen Kontexten aufgearbeitet und im Sinne eines den Menschenrechten verpflichteten Geschichtsbewusstseins vermittelt werden? Die zu diesen Fragestellungen unternommenen Vorhaben wurden nicht gleichzeitig umgesetzt. So begannen die konkreten (Vor-)Arbeiten für eine pädagogische Abteilung erst nachdem das Archiv sowie eine wissenschaftliche Stelle bereits einige Jahren fest installiert und die grundlegenden Arbeiten zur Hauptausstellung abgeschlossen waren. Aus dieser Situation heraus stellte sich vor dem Aufbau konkreter pädagogischer Maßnahmen und Angebote die Notwendigkeit einer grundlegenden Standortbestimmung: die Bestimmung eines Ausgangspunktes und eines Zielpunktes für die Errichtung einer pädagogischen Abteilung auf dem Hintergrund des oben formulierten Reflexionsgerüstes sowie der konkreten und bereits absehbaren Ergebnisse von Archiv, Wissenschaft und Ausstellung.
Standortbestimmung – Lernort »KZ-Gedenkstätte Dachau«
Der Anspruch, der mit jeglicher pädagogischer Aktivität oder Forderung an einem Erinnerungs- und Gedenkort verbunden ist, führt zu einer weiteren Kategorie, der des »Lernortes«. Der Begriff ist zweischneidig, denn einerseits ist seine inhaltliche Beschreibung abhängig von gesellschaftspolitisch formulierten institutionalisierten Bildungsanforderungen, andererseits erhebt der Lernanspruch an den historischen Ort moralisch-sinnstiftende Forderungen. Um nicht von vornherein unreflektierte Lernpostulate zu formulieren, die zwangsweise die Gefahr der Überfrachtung und damit der Überforderung in sich bergen oder sich auf symbolisch überhöhte Metaphern stützen, erschien es sinnvoll, von einer Standortbestimmung der KZ-Gedenkstätte Dachau ausgehend, Lernoptionen abzuleiten und dabei auch die Inhalte der Neukonzeption mit einzubeziehen: Was bedeutet »Lernen« ausgehend von den Erfahrungen des Gedenk- und Erinnerungsortes Dachau, bzw. was kann nur dort »gelernt« werden? Dies wurde anhand von vier Dimensionen der KZ-Gedenkstätte diskutiert: der Dimension des »Historischen Ortes« verbunden mit der des »Authentischen Ortes«, der Dimension des »Ortes der Überlebenden« verbunden mit der des »Internationalen Ortes«. Dabei wird »Lernen an einer KZ-Gedenkstätte« verstanden als ein prozessualer Akt, der die kognitive Auseinandersetzung mit dem emotionalen Akt des Gedenkens an die Opfer verbindet. Als zweiter Schritt sollten dann die Lernerwartungen der Besucher bzw. die Anforderungen der Bildungsinstitutionen miteinbezogen werden.
Historischer Ort
Die Bedeutung des »historischen Ortes« folgt aus dem Terror, der genau an diesem Ort von 1933 bis 1945 ausgeübt wurde und in vielfältiger Weise Spuren hinterlassen hat. Die Nachnutzungen als amerikanisches Internierungs- und später bayerisches Flüchtlingslager standen zwar in sehr unterschiedlichen historischen Zusammenhängen zum ehemaligen Konzentrationslager, stellen aber keine Bedeutungskonkurrenzen oder -überlagerungen dar, dies bspw. bei der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Sachsenhausen hinsichtlich der Nachnutzungen als sowjetische Speziallager reflektiert werden mussten. Die neue Dokumentarausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau setzte ihren Schwerpunkt auf die Dokumentation und Erklärung des historischen Ortes, an dem sich im Unterschied zu den anderen KZ-Gedenkstätten alle Phasen des NS-Terrors zwischen 1933 und 1945 manifestiert haben. Die konkrete Lagergeschichte sollte in den historischen Zusammenhang des NS-Terrors gestellt werden. Auf der Grundlage neuer, in den letzten Jahrzehnten erarbeiteter, fachwissenschaftlicher Erkenntnisse werden die verschiedenen Ebenen des Terrors sowie seine Radikalisierung anhand der einzelnen Phasen der NS-Geschichte aufgezeigt. Entscheidend für die pädagogischen Überlegungen war hier der Wandel im Anliegen, der sich im Vergleich mit der alten Konzeption zeigte und der ein neues Verständnis vom »Lernen am historischen Ort« einforderte. Die alte Ausstellung von 1965 war die der Überlebenden des Internationalen Dachau Komitees und stand für die anschauliche »empathische Konfrontation«. Großformatige Bilder richteten den Blick auf das »Antlitz der Verfolgten«1, reduzierte historische Informationen spannten den Bogen von den Geschehnissen am historischen Ort zur europaweiten NS-Terror- und Vernichtungspolitik. Die Neukonzeption fordert eine reflexive Aneignung von und Auseinandersetzung mit dem Wissen um die Geschehnisse und ihre Bezüge zur nationalsozialistischen Herrschaft als notwendige Voraussetzung dafür, den historischen Ort in seiner Bedeutung zu begreifen.
Authentischer Ort
Die Spuren, die der Terror zwischen 1933–45 hinterlassen hat, gelten als Belege der Authentizität des Ortes. Bei diesem Verständnis definiert sich »Ort« über die rein geografische Bedeutung des Wortes hinaus über verortbare Wirkungs- und Erinnerungsbezüge des historischen Geschehens. So sind Spuren nicht nur als Überreste von Gelände oder Gebäuden des ehemaligen Konzentrationslagers zu verstehen, die in unterschiedlicher Weise über- oder verformt wurden. Unauslöschbare Spuren manifestierten sich in den physischen wie psychischen Terror-Erfahrungen wie in den unterschiedlichen Formen ihrer Tradierung als Erinnerungen, die untrennbar mit dem historischen Ort verbunden bleiben werden. Im Vergleich von alter und neuer Konzeption waren folgende Unterschiede relevant: die Reflexion des authentischen Ortes hatte beim Konzept der Überlebenden ihren Ausgangspunkt bei den Opfererfahrungen und vermittelte sich in der Ästhetik der Denkmale, der Gesamtgestaltung des Außengeländes sowie der Rekonstruktion der Ausstellungsbaracke. Im Mittelpunkt steht hier das zentrale Mahnmal von Nandor Glid, das in seiner einzigartigen Verbindung von Kunst und Realität die Umdeutung vom Tatort zum Gedenkort vollzieht. Die Neukonzeption realisierte dagegen in der Archivierung und der archäologischen Rekonstruktion die Aufgabe der Sicherung, Darstellung und Deutung authentischer Spuren, ohne in die bisherige Gestaltung von Erinnern und Gedenken einzugreifen oder diese fortzuführen.2 So legte das Archiv mit Unterstützung von Rundfunk- und Fernsehsendern eine sehr umfangreiche Sammlung von bestehenden und neu aufgenommenen Schrift-, Ton- und Filmaufzeichnungen von Überlebenden an, die ständig erweitert wird. Viele Ausschnitte wurden bereits in der neuen Ausstellung aufbereitet, doch bildet diese Sammlung auch eine wertvolle Grundlage für eine noch ausstehende wissenschaftliche Auswertung. Archäologische Spurensicherung war ein wichtiger Bestandteil bei der Schaffung neuer Zugänge, die sich mit den für den Terror des Lageralltags zentralen Gebäuden und Geländebereichen auseinander setzten. Neben der Öffnung des ehemaligen Lagergefängnisses mit einem neuen Ausstellungsbereich wurden zwei für die Einlieferung zentrale Räume für die Hauptausstellung rekonstruktiv erschlossen und mit dem übergreifenden Motiv »Der Weg der Häftlinge« inhaltlich mit dem Außengelände verbunden. Allerdings beschränkt sich das Motiv auf die Einlieferungsprozedur und greift weder die »Alltagswege« auf, die den Terror des Lageralltags strukturierten, noch die möglichen Weiterführungen dieses Themas zur Vorgeschichte oder zu den Wegen in der Gefangenschaft durch das System der Konzentrationslager. Ausgangspunkt für den »Weg der Häftlinge« als neue Führungslinie war die Idee der Wiederherstellung des ehemaligen Eingangs des Häftlingslagers, des Jourhauses, als neuer Besuchereingang. Die Verlegung sollte auch den Ankunftsweg der Häftlinge durch das ehemalige SS-Lager rekonstruieren. Damit sollte der SS-Bereich, der seit 1972 von der bayerischen Bereitschaftspolizei genutzt wird, in der öffentlichen Wahrnehmung thematisch kenntlich gemacht werden. Dieses Vorhaben scheiterte an den lokalen Widerständen. Bis zum Jahr 2005 wird zumindest der Besuchereingang verlegt.
Ort der Überlebenden und internationaler Ort
Die Errichtung der Gedenkstätte war Ergebnis des Zusammenschlusses der internationalen Gemeinschaft der Überlebenden, wobei die Partizipation derjenigen, die in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion lebten, aufgrund der politischen Bedingungen verhindert wurde. Die KZ-Gedenkstätte bot so einen innerhalb der bundesrepublikanischen Gesellschaft seltenen und hart umkämpften Raum für die Opfererfahrungen3, was andererseits eine Verständigung der verschiedenen Opfergruppen über all die politischen, nationalen, kulturellen und religiösen Gräben hinweg, voraus setzte. Auch in einer weiteren, internationalen Perspektive kommt der KZ-Gedenkstätte Dachau als Ort der Überlebenden eine besondere Rolle zu, wenn man die Lebenswege der Opfer nach 1945 eingehender betrachtet. Die nun unter staatlicher Trägerschaft stehende und von Wissenschaftlern und Baufachleuten umgesetzte Neukonzeption, an der Mitglieder des CID auch inhaltlich beteiligt wurden, sollte die Auseinandersetzung der nachfolgenden Täter- und Mitläufergesellschaft mit dem Vermächtnis der Opfer repräsentieren. Dies bedarf einer Reflexion der pluralen und sehr unterschiedlich gelagerten Bedeutungen des Erinnerten für die einzelnen Gesellschaften, bei der Opfer- und Täterperspektive nicht austauschbar sind. Bisher hat diese Auseinandersetzung in der bisherigen Umsetzung der Neukonzeption noch keinen Niederschlag gefunden. Andererseits kann sie auch erst auf der Grundlage wissenschaftlicher Sicherung, Dokumentation und Reflexion geführt werden, die unterschiedliche internationale Sichtweisen der historischen Vorgänge miteinschließt.
Pädagogische Konzeption der »Drei roten Fäden«
Die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Neukonzeption anhand der vier beschriebenen Dimensionen der KZ-Gedenkstätte formulierte die Grundfragen gedenkpädagogischer Vermittlung: Was kann vom Ort der KZ-Gedenkstätte aus gelernt werden? Diese mussten noch mit der Frage nach den Besuchern ergänzt werden: An wen sollen sich die Vermittlungsangebote richten? Welche sozialen, kulturellen Bezüge oder Bildungskontexte sind zu berücksichtigen? Aus dieser Auseinandersetzung entstanden die »Drei roten Fäden« der Konzeption der pädagogischen Abteilung, die mit unterschiedlicher Gewichtung die Inhalte der Orientierungs- und vertiefenden Bildungsangebote bestimmen sollten. Damit wurden Basisstandards formuliert, die zum ersten Mal sachlich nachvollziehbare und damit auch zu hinterfragende Inhalte und Methoden von Gedenkstättenpädagogik zur Diskussion stellten: Der erste Faden steht für Vermittlung und Reflexion des »historischen Wissens«. So sollte jedes Angebot die drei einfachen Fragen behandeln: »Was ist hier im ehemaligen Konzentrationslager Dachau zwischen 1933 und 1945 geschehen?«, »Warum konnte hier dies alles geschehen?« und »Was geht uns das heute an?«. Für die gemeinsame Erarbeitung dieser Fragen im Außengelände und den einzelnen Ausstellungsbereichen wurden »Basisthemen der Geschichte des Konzentrationslagers« und »Grundsituationen der Entrechtung und des Terrors« in Verbindung mit sachthematisch-topografischen Zugängen zusammengestellt. Die Themenbausteine, wie »Arbeit«, »Einlieferung«, »Häftlingsgruppen«, »Lageralltag/ Überleben«, »Sterben/ Morde«, »Erinnern/Gedenken« orientieren sich an den historischen Erfahrungen der Überlebenden und lassen sich auf dem Gelände der Gedenkstätte verorten. Weiterführend bieten sie thematische Bezüge zu aktuellen Themen der Menschenrechtserziehung. Die pädagogischen Angebote schaffen so ausgehend von diesen Themenbausteinen konkrete Verbindungen zwischen Gelände und Ausstellung, zwischen historischem Ort und Gedenkort, zwischen »Damals« und »Heute«, zwischen den Erinnerungen der Überlebenden und den Fragen der Jugendlichen.4 Der zweite rote Faden »Die Perspektive des Ortes – Reflexion von Authentizität« gibt Orientierung für die Annäherung an und die Auseinandersetzung mit dem authentischen Ort. Das Gelände wird anhand seiner Ver- und Überformungen erklärt und damit auch seine Gestaltung als Gedenk- und Erinnerungsort verständlich gemacht. Die Erforschung des Geländes und die damit einhergehende Verortung historischer Erfahrung soll die Bedeutung des authentischen Ortes erfahrbar machen. Diese de- und rekonstruktive Spurensuche ist auf die Reflexion von vermittelter und zu vermittelnder Geschichte zu übertragen. Ausgangspunkt dafür ist die Arbeit mit Zeugnissen historischer Erfahrung aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Reflexion des authentischen Ortes schließt die Bewusstmachung der Position des Besuchers mit ein. Hier wurde auch das Leitthema der Ausstellung »Der Weg der Häftlinge« sowie die Rekonstruktion von Schubraum und Häftlingsbad als Stationen der Einlieferung eingearbeitet. Daran schließt der dritte rote Faden, die »Besucherorientierung« an. Jährlich kommen über 800 000 Menschen aus unterschiedlichen Ländern an den »historischen Ort«, um in einem weiteren Sinne »Geschichte zu lernen«. Je nach generationeller Zugehörigkeit haben sie neben ihren kulturellen, familiären, nationalen oder sozialen Hintergründen unterschiedliche biografische Bezüge, die für ihr Interesse und die Rezeption des »Lernortes« leitend sind. Neben diesen (Vor-)Prägungen eines »Geschichtsbewusstseins« spielen die Bildungskontexte der Besucher für die subjektiven aber auch gesellschaftspolitischen Erwartungen an den Lernort Dachau eine wesentliche Rolle: neben schulischen Gruppen, von denen nicht nur die deutschen, sondern auch italienische, israelische, französische und andere, einen erheblichen Teil ausmachen, kommen Gruppen aus der universitären, beruflichen, gewerkschaftlichen oder konfessionellen Jugend- und Erwachsenenbildung. Bei den deutschen beruflichen Gruppen nehmen Polizei und Bundeswehr eine besondere Rolle ein. Als eine weitere, eigene Gruppe, können touristische Besucher genannt werden. Das Aufgreifen der unterschiedlichen Lernkontexte gelingt nur in der Interaktion und im Dialog mit der Gruppe. Geeignete Methoden müssen auf das jeweilige Alter und die Lernerwartungen abgestimmt werden. Ziel ist es, dass die Besucher einen eigenständigen Standpunkt zum damaligen Geschehen, gegenüber der Verletzung und Zerstörung der Menschenwürde an diesem Ort entwickeln, d.h. nicht nur konkretes Wissen über die Vorgänge erhalten, sondern diese auch inhaltlich und ethisch bewerten können.
Kooperationsvereinbarung mit den freien Trägern
Die Entwicklung der konzeptionellen Grundlagen ging einher mit der Koordination bereits bestehender Angebote der freien Träger, die mit ihrem Engagement auf das Defizit an Besucherangeboten reagierten, das seit Mitte der 80er Jahre sehr drängend geworden war. Diese meist ehrenamtlich geprägten Initiativen arbeiteten seit dieser Zeit mit sehr unterschiedlichen Standards und getrennt voneinander. Sie waren weder inhaltlich noch strukturell in die Arbeit der KZ-Gedenkstätte eingebunden, was sich vor allem an mangelnder pädagogischer und fachwissenschaftlicher Anleitung ihrer Honorarkräfte bemerkbar machte. Daneben hatten sich seit einigen Jahren von München aus kleine, kommerzielle fremdsprachige Anbieter mit einem touristischen Profil etabliert, die ein erhebliches Defizit an historisch fundiertem Fachwissen sowie Bildungsinhalten und Methoden aufwiesen. Um die Qualifikation und Koordination aller pädagogischen Angebote zu gewährleisten und um eine Struktur für eine kontinuierliche Zusammenarbeit aller freien Träger, kommerzieller wie gemeinnütziger, zu schaffen, wurde eine Kooperationsvereinbarung eingeführt. Diese regelt inhaltliche Basisstandards sowie Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für die eingesetzten Referenten.
Aufbau von Referentenpools, neue pädagogische Angebote und Bildungsmaterialien
Trotz des Engagements der freien Träger wie auch der Führungen der freigestellten Lehrer/innen konnten, als der Aufbau der pädagogischen Abteilung begann, ca. 70% der Besucheranfragen nicht abgedeckt werden. Es mangelte vor allem an Angeboten für nichtbayerische Bildungsgruppen, an zielgruppenspezifischen Angeboten für Erwachsene wie für einzelne Berufsgruppen und internationale Besucher. Bildungsmaterialien, die gerade die Inhalte der Neukonzeption vermitteln sollten, fehlten vollständig. Der erste Schritt für ein eigenes, Zielgruppen differenziertes Angebot, das nur mit freien Honorarkräften umgesetzt werden konnte, war die Durchführung einer Referentenausbildung, die die neuen Standards und Inhalte vermittelten. Im Laufe der letzten drei Jahre wurden insgesamt drei sechs bis neunmonatige Ausbildungskurse durchgeführt, die aus einem theoretischen und praktischen Teil bestanden. Dies geschah mit den Trägern der Kooperationsvereinbarung und in Kooperation mit einzelnen historischen oder pädagogischen Fachbereichen an Universitäten und Fachhochschulen. Dank der Kooperationsvereinbarung sowie der gezielten Aus- und Fortbildung von ca. 150 Referenten entstanden verschiedene »Referentenpools«, die eine qualifizierte Umsetzung differenzierter Angebotsprofile für die unterschiedlichen mehrsprachigen Besucheranforderungen gewährleisten sollten. Der Referentenpool für sogenannte »offene Angebote«, richtet sich gezielt an deutsch- wie fremdsprachige Einzelbesucher. Der Referentenpool für das pädagogisch-orientierte thematisch differenzierte Angebot bedient gezielt Jugend- und Erwachsenengruppen und wird in sechs Sprachen angeboten. Der Referentenpool für Tagesseminare bietet thematische Schwerpunkte an wie »Propaganda und Wirklichkeit. Bilder des Konzentrationslagers Dachau«, »Sklavenarbeit und Überleben«, »Menschenrechte«, »Basisinformationen – zielgruppenspezifische Angebote«. Die Bandbreite des Gesamtangebotes, das sich auf Beratungen, Kurzorientierungen, Zeitzeugengespräche, Audio-Selbstführungen, Rundgänge unter bestimmten thematischen Fragestellungen, Gruppendiskussionen oder Tagesseminare erstreckt, wurde Schritt für Schritt aufgebaut und erreicht derzeit unter Einschluss der freien Träger jährlich rund 200 000 Besucher. Das bedeutet eine Steigerung um mehr als 100% im Vergleich mit der Situation von vor drei Jahren, im Bereich der fremdsprachigen Angebot sogar um 300%. Um den sehr unterschiedlichen Bildungskontexten mit den doch sehr beschränkten qualifizierten Fachkapazitäten entgegen zu kommen, zeichnen sich die Angebote durch ein Baustein-Konzept aus. Sie setzen sich, je nach Gruppe, Zeitbudget und thematischen Vorstellungen aus den unterschiedlichen didaktisch-methodischen Elementen wie »Orientierung auf dem Gelände«, »Orientierung in der Ausstellung«, »Kurzeinführung«, »Rechercheauftrag«, »Gruppendiskussion« unter gewünschten thematischen Zugängen zusammen.
Für eine weitere Qualitätssicherung und stärker zielgruppenspezifische Ausrichtung wurden mit fachwissenschaftlicher Unterstützung erste Instrumentarien der Besucherbefragung entwickelt, um konkretere Erkenntnisse über Herkunft, Erwartungen und Rezeptionsformen der Gedenkstättenbesucher zu gewinnen. Die Befragungen haben derzeit noch den Charakter von Voruntersuchungen, um Problemfelder für eine spätere Operationalisierung aufzuzeigen, oder, im besten Falle, um Grundlagen für ein später mögliches Forschungsprojekt zu schaffen. Schon jetzt lässt sich feststellen, dass sich regelmäßige Besucherrückmeldungen sehr positiv auf die Qualitätssicherung der Angebote auswirken, und dass darüber hinaus eine fachgerechte Auswertung wertvolle Aufschlüsse über den Inhaltsvermittlungsprozess geben könnten. Angesichts der Tatsache, dass sich die Besucher aus drei verschiedenen Generationen zusammensetzen, können ausgehend von den Befragungsergebnissen Angebote entwickelt werden, die sich mit der intergenerationellen Weitergabe von Geschichtsbildern über den Nationalsozialismus im internationalen Vergleich auseinandersetzen. Denn das Wissen um die unterschiedlichen Vorstellungen über den Nationalsozialismus ist notwendig für eine Reflexion darüber, ob und unter welchen Fragestellungen die Vermittlung an den KZ-Gedenkstätten zur Traditionsbildung beitragen kann.
Neben der Konzeption, der Referentenaus- und -fortbildung sowie der eigenen Angebotsstruktur lag der vierte Arbeitsschwerpunkt in der Erstellung von Materialien für die pädagogischen Angebote wie für Selbstführungsmöglichkeiten der Einzelbesucher. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Inhalte der neuen Ausstellung mit ihrer Detailfülle auf die wesentlichen Fragestellungen reduziert und mit der Orientierung im Außengelände verbunden wurden. So entstanden von der pädagogischen Abteilung gestaltete Audiotexte mit den drei verschiedenen Vermittlungsebenen Basisinformationen, historische Vertiefung und Zeitzeugenaussagen. Das Audioangebot für Einzel- und Gruppenbesucher hat sich inzwischen zum wichtigsten Selbstführungsangebot für ausländische Besucher entwickelt. Bei der Erstellung von Bildungsmaterialien für Referenten, Multiplikatoren und Bildungsgruppen ermöglichte die Konzeption der »historischen Basisthemen« bzw. »Grundthemen der Entrechtung« wichtige Anknüpfungspunkte für die Integration unterschiedlicher schulischer oder außerschulischer Themenbereiche der historisch-politischen Bildung. Ein Schwerpunkt lag auf den Überlegungen eines sinnvollen gedenkpädagogischen Einsatzes von Multimedia, der gerade die Vermittlung der Perspektive des Ortes, die Problematisierung des »Authentischen« sowie die eigenständige Erarbeitung wichtiger Inhalte ermöglicht und dabei die bestehenden, subjektiven Geschichtsbilder aufgreift. Grundlage für den medienpädagogischen Schwerpunkt bildeten der bereits erwähnte audio-visuelle Archivbestand an Zeitzeugeninterviews, der sehr umfangreiche Fundus an Fotografien (v.a. der SS und US-amerikanischen Befreier, aber auch sogenannte »heimliche Fotos« der KZ-Häftlinge) sowie die unterschiedlichen Rezeptionserfahrungen mit den Fotos und dem Film in der alten und der neuen historischen Ausstellung5. Realisiert werden konnten bisher eine umfangreiche thematisch kommentierte Foto- und Dokumentenmappe für die Referenten (ca. 200 Bilddokumente) sowie fünf Interviewfilme, die die einzelnen Phasen der Entwicklung des Konzentrationslagers behandeln. Das einheitliche filmische Konzept aller Teilfilme zielt darauf ab, Grundsituationen aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen und die Perspektiven dabei so zusammenzuführen, dass diese eine gemeinsame Geschichte erzählen. Der letzte Film über die Erinnerungen russischer und ukrainischer Überlebender ist dabei unter aktiver Beteiligung der Referenten entstanden, die nach Anleitung der Regisseurin Jutta Neupert selbst Interviews durchführten. Ein Begleitheft gibt Informationen zu den einzelnen Biographien der Erzählenden sowie zum Aufbau und der thematischen Gliederung der Filme. Methodische Tipps und Unterrichtsvorschläge unterstützen den Einsatz.
Ausgehend von diesen Erfahrungen wurde ein weiteres Projekt mit der pädagogischen Aufbereitung bildnerischer künstlerischer Spuren ehemaliger Häftlinge in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Theresienstadt konzipiert. Hier geht es um die Auseinandersetzung mit neuen Formen des Erinnerns und Gedenkens, die in Abgrenzung zu den verbreiteten Chiffren von »Opfer und Grauen« Bilder in der Vermittlung von Terror und Überleben verfügbar machen, die die Perspektivität der Zeugenschaft thematisieren. Nach der Durchführung von zwei Seminaren mit Multiplikatoren der Gedenkstätte und mit Lehrer/innen aus Deutschland und Tschechien sowie der bundesweiten Gedenkstättentagung im Mai 2004 hat sich gezeigt, dass diese Kunst-Dokumente über vorhandene Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiedlichkeiten hinweg in einzigartiger Weise die Individualität der Häftlinge bzw. der Überlebenden vermitteln können.
Resümee
Dies war nur eine kursorische Beschreibung der notwendigen Reflexionen und konkreten Arbeiten zur Behebung eines quantitativen und qualitativen Defizits an Besucherangeboten an der KZ-Gedenkstätte Dachau, die die inhaltlichen Fragen der Neukonzeption in den Mittelpunkt gestellt hat. Als Resümee lässt sich nach den drei Jahren feststellen, dass es sicherlich nur dank der Projektmittel des Bundes zu einem gezielten Aufbau einer pädagogischen Abteilung kommen konnte, der in der Abstimmung der Arbeitsbereiche »Konzeption«, »Aus- und Fortbildung der Referentenpools«, »Bildungsangebote« und »Erstellung von Bildungsmaterialien« erfolgte. Zudem hat der Erfolgsdruck eines nicht abgesicherten Projektes alle Beteiligten zu einem sehr hohen Engagement motiviert. Anderseits wird die Entscheidung über eine Institutionalisierung der bestehenden Erfahrungen, die zumindest zeigen konnten, was möglich wäre, wohl mehr von den immer knapper werdenden finanziellen Mitteln geleitet sein. So wurde ab 2004 jegliche finanzielle Unterstützung ausgesetzt. Die zur Aufrechterhaltung eines Grundangebotes notwendigen Ausgaben werden von Besuchergebühren bestritten, die professionelle Betreuung leistet ein Lehrer, der vom Kultusministerium abgeordnet ist. Wie eine zukünftige pädagogische Abteilung ausgehend von den Projektergebnissen aussehen soll bzw. wie die institutionelle Absicherung gestaltet sein wird, hängt von einer Einigung zwischen Bund, Land und Stiftungsgremien ab. Notwendigerweise ist so die Liste der begonnenen Vorhaben, die abgebrochen werden mussten, lang. An erster Stelle stehen hier äußerst notwendige Angebote für fremdsprachige Besucher mit ihrem Anteil von über 60% der Gesamtbesucher, die Fertigstellung einer CD-ROM, Möglichkeiten aktiver wie rezeptiver Medienarbeit, mehrsprachige schriftliche Kurzorientierungen für Einzelbesucher, verstärkte Seminarangebote für interkulturelle Bildungsgruppen wie auch für Erwachsenengruppen.
In der Rückbesinnung auf die einleitend formulierte Problematisierung von »Lernort« und der Frage, was im Wesentlichen ausgehend vom Ort der KZ-Gedenkstätte gelernt werden kann, besteht ein wichtiger Erfahrungswert in der reflexiven Bestimmung und Aufbereitung wesentlicher Themenbereiche des historischen Ortes. Hier geht es um die Lesbarkeit des historischen Ortes, die zu einem weiterführenden Verständnis des Konzepts des NS-Terrors und seiner Konsequenzen führen kann. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Bedeutung des authentischen Ortes erst mit der Überprüfung des Mythos der Authentizität erschließt. Historisches Wissen und Verständnis lässt sich nicht allein über die archäologische Rekonstruktion von Gelände oder baulichen Überresten herstellen, sondern nur in Verbindung mit den historischen Erfahrungen, die mit den erhaltenen und zu erforschenden Spuren des Verbrechens verbunden sind. Durch die Vermittlung des historischen Geschehens kann die Erinnerung an Terror, Leiden, Selbstbehauptung und Widerstand verortet werden. Ob und in welcher Weise bestehende Geschichtsbilder dabei in Frage gestellt werden, lässt sich in der direkten Auseinandersetzung mit den Besuchern nicht feststellen. Erste Ergebnisse könnte die Auswertung der Besucher- und Referentenbefragung ergeben, die gerade fertiggestellt wird. In der Reflexion des Konzeptes der »Drei Roten Fäden« haben sich »Perspektivität« und »Erfahrung« als Schlüsselbegriffe herausgebildet. So kam es bei der Frage um die Bedeutung der Gedenkstätte als Lernort zu einer Art Rückbesinnung auf die Opferperspektive: Welche Aussagekraft liegt in der Auseinandersetzung mit den historischen Erfahrungen der Opfer? Welche besondere Erkenntnis über die Dimension der NS-Verbrechen lässt sich nur aus der Opferperspektive gewinnen und welche ergänzende Bedeutung hat die Täterperspektive? In welcher Art und Weise wurden die Erfahrungen der Überlebenden am Erinnerungs- und Gedenkort tradiert? Hier werden geplante Begegnungen mit den Nachkommen der Überlebenden, der zweiten und dritten Generation, eine wichtige Rolle spielen. An die Auseinandersetzung um »Perspektivität« der Geschichte, schließt sich die »Perspektivität« der Besucher an, die geprägt ist von deren Geschichtsbildern, Vorwissen und Haltungen. Die pädagogischen Angebote zielen darauf ab, zielgruppenspezifische Orientierungen zu schaffen, um jedem Besucher die Möglichkeit zu geben, einen eigenen Standpunkt zum historischen Geschehen zu entwickeln. Dies bezieht sich auf seine Empathiefähigkeit sowie auf sein Verständnis um die menschliche wie politische Dimension des Terrors. Ob eine pädagogische Praxis dazu beitragen kann, neue Formen von Gedenken und Erinnern zu etablieren, die darüber hinaus den Anspruch auf die Entwicklung eines Menschenrechtsbewussteins erheben – diese Frage erfordert noch ein sehr ernsthaftes Nachdenken. Entscheidend dafür wird sein, ob die in den letzten drei Jahren aufgebauten Perspektiven für die Gedenkstättenpädagogik in Dachau weiter verfolgt werden können.
1 Barbara Distel, KZ-Gedenkstätte Dachau – Dokumentarausstellung 1965-2001, in: KZ-Gedenkstätte Dachau 1965–2001. Memorial Site Concentration Camp Dachau, Dachau 2002, Einleitung.
2 Vgl. Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.), Räume, Medien, Pädagogik. Kolloquium zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau, Augsburg 1999.
3 Vgl. Harald Marcuse, Legacies of Dachau, Cambridge University Press, Cambridge 2001.
4 Ausführliche Erläuterungen und Überblick geben die Skripte Annette Eberle unter Mitarbeit von Peter Koch, Skript. Rundgänge auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau, Dachau 2001; Rundgänge in der neuen Hauptausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau, Teil I u. II, Dachau 2003 u. 2004; vgl. die Kurzorientierungen auf der Website: www.kz-gedenkstaette-dachau.de.
5 Vgl. Barbara Distel, Erfahrungen mit Bildern der Gewalt in der KZ-Gedenkstätte Dachau,
unveröffentlichtes Redemanuskript, Dachau-Berlin, 16. 6. 2004.
6 Die Filme mit dem Begleitmaterial werden ab Dezember 2004 von Matthias-Film gGmbH bundesweit für den nichtgewerblichen Bereich vertrieben unter dem Titel »Konzentrationslager Dachau 1933–45. Überlebende berichten«, 4x25 Min. Regie: Jutta Neupert, Deutschland 2003/2004. Ein Beitrag, ein Filmprojekt über die Erinnerungen sowjetischer Überlebender, wurde aus finanziellen Gründen zurück gestellt.