Ich möchte mit einer Bemerkung zur Forschungssituation in Polen zum Thema NS-Täter anfangen. Denn der Stand der historischen Reflexion über diesen Aspekt der Geschichte der deutschen Okkupation im Allgemeinen und der Geschichte der NS-Konzentrations- und Vernichtungslager im Besonderen bleibt nicht ohne Belang für die Konzepte und Inhalte der Ausstellungsgestaltung in polnischen Gedenkstätten. Etwa vor dem Hintergrund der jüngsten deutschen Forschung zu den verschiedenen an der Shoah beteiligten Gruppen ist die Täterforschung in Polen vielmehr als ein Desiderat zu sehen. In den älteren Gesamtdarstellungen zur Geschichte der KZ Auschwitz, Stutthof oder Majdanek wurde das SS-Personal dieser Lager vor allem im Kontext ihrer Organisation thematisiert. Meistens beschränkten sich ihre Autoren auf die Darstellung der Verwaltungsstruktur und die Zusammenstellung der Verzeichnisse mit den Personalien der SS-Angehörigen.[1] Ausführlicher hat sich mit diesem Thema erst Aleksander Lasik beschäftigt, jedoch sind seine Studien zur Belegschaft des KL Auschwitz in erster Linie als soziologisch-demografische Analysen gedacht und gehen weniger auf die Motive des Handelns und Profile der Täter ein, abgesehen von herausragendenen SS-Funktionären wie etwa dem Kommandanten Rudolf Höß.[2] Die neuesten Monographien zu den jüdischen Zwangsarbeitslagern in Großpolen oder dem Kriegsgefangenenlagerkomplex Lamsdorf belegen aber, dass polnische Historiker nach wie den vor NS-Tätern wenig Aufmerksamkeit widmen.[3]
Der grundsätzlich fehlende geschichtswissenschaftliche Täterdiskurs in Polen hat u.a. zur Folge, dass die sich im Kontext dieser Problematik ergebenden Fragestellungen auf die Konzeptionen von Ausstellungen in ehemaligen Lagern nicht übertragen werden. Dieser Umstand wird aber auch durch ein anderes Defizit beeinflusst, nämlich die mangelnde Debatte über unterschiedliche Aspekte der Gedenkstättenarbeit und in diesem Falle über ausstellungstheoretische Fragen oder die Ausstellungspraxis. Im Ergebnis werden die an NS-Orten gezeigten Dauerausstellungen vom museologischen oder bildungspolitischen Standpunkt aus in der polnischen Literatur nicht diskutiert. Wenig über die eigenen Ausstellungen publizieren ebenfalls die KZ-Gedenkstätten selbst.[4]
Die Präsentation der Täter in den Daueraussstellungen in Polen wird hier am Beispiel von zwei Gedenkorten skizziert: Majdanek und Bełżec. Die erste Gedenkstätte enstand im Jahre 1944, die zweite wurde in einer neuen Form 60 Jahre später eingerichtet. Es ist also ein Vergleich zwischen einer fest etablierten und traditionell aufgebauten Institution und einer neuen, unter ganz anderen sozialpolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen errichteten Gedenkstätte.
Darüber hinaus gibt es viele historische Unterschiede zwischen den beiden Lagern, auf die hier näher nicht eingegangen werden kann. Es ist aber festzuhalten, dass Majdanek ein Konzentrationslager war, das auch in die Vernichtung der Juden miteinbezogen und im Resultat zu einem Bestandteil der Aktion Reinhardt wurde.[5] Bełżec hingegen war eines der reinen Vernichtungslager.[6] In Majdanek sind ungefähr 78 000 Menschen, darunter ca. 60 000 Juden, binnen kaum drei Jahren ums Leben gekommen. Etwa zwei Drittel der jüdischen Opfer wurde vergast oder erschossen. Die Todeszahl von Bełżec beläuft sich auf eine halbe Million und umfasst fast ausschliesslich die Juden, die hier innerhalb von weniger als zehn Monaten ermordet wurden.
Was die Täter angeht, hatten die beiden Lager unterschiedliches Personal. Die Besatzung von Majdanek gehörte der Konzentrationslager-SS an, während sich die Funktionäre des Vernichtungslagers Bełžec aus dem Kader der Aktion T4 und den sog. Trawniki-Männern rekrutierten. Auch die Größe der SS-Mannschaft wich in beiden Fällen erheblich ab. Die Belegschaft des KL Lublin zählte beispielsweise Ende 1943 1258 Personen, darunter 261 SS-Angehörige im Kommandanturstab. Das Personal des Sonderkommandos in Bełżec schwankte zwischen 100 bis 150, davon 30 SS-Männer in der Verwaltung. Im Hinblick auf das Täterprofil hatten die beiden Lager mindestens zwei Gemeinsamkeiten: den Einsatz von ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Trawniki ausgebildet wurden, und einen hohen Prozentsatz der SS-Männer, die nicht Deutsche waren. In Majdanek zum Beispiel machten die Volksdeutschen, überwiegend aus Rumänien, mehr als zwei Drittel der ganzen Lagerbesatzung aus.
Es ist weitgehend bekannt, dass von den reinen Vernichtungslagern eigentlich keine zeitgenössischen Dokumente überliefert wurden, während die Quellenbasis der Konzentrationslager, je nach Lager, kleinere oder größere Aktenbestände umfasst. Dies bezieht sich auch auf Bełžec und Majdanek. Erstaunlicherweise ist aber ikonographisches Material zu den Tätern im Fall des Lagers Bełżec umfangreicher: denn es liegen einige Fotos aus der NS-Zeit vor, die SS-Angehörige auf dem Gelände von Bełżec oder in anderen Situationen zeigen, während die Sammlung von etwa 30 Aufnahmen aus der Zeit des Bestehens des KL Lublin-Majdanek nur ein Bild enthält, auf dem ein Wachposten zu sehen ist.
Die Dauerausstellung in Majdanek wurde im Jahre 1996 eröffnet. Sie wurde in zwei ehemaligen Magazinbaracken untergebracht. In der ersten Baracke werden folgende Themenbereiche geschildert: die Baugeschichte, die Verwaltungsstruktur, das SS-Personal, Deportationen nach Majdanek, die Häftlingsgesellschaft und die Existenzbedingungen im Lager. Der zweite Teil stellt unterschiedliche Aspekte des Lageralltags und im Anschluss daran die Befreiung und die Nachnutzung des Lagers dar. Der Illustration der Geschichte von Majdanek dienen vornehmlich Fotos, geographische Karten, Kopien von Schriftstücken der KZ-Verwaltung, Gegenstände aus dem Besitz der Häftlinge und Relikte aus der Lagerzeit. Die Ausstellung ist mit Unterschriften in polnischer und englischer Sprache versehen, enthält aber keine Erläuterungen oder Informationstexte.
Die Gruppe der Täter wird homogen dargestellt mit Hilfe der Portäts von etwa 30 SS-Angehörigen. Gezeigt werden die Kommandanten und Abteilungsleiter sowie einige Aufseherinnen und Wachmänner. Auf die Mitglieder der SS-Mannschaft beziehen sich außerdem einige Dokumente und Exponate, die in getrennten Vitrinen präsentiert werden: z.B. eine SS-Stammkarte, ein Verzeichnis der Aufseherinnen, Auszüge aus den Wachvorschriften sowie Bücher aus der NS-Propagandaliteratur und zwei SS-Uniformen.
In einer ähnlich komprimierten Form werden auch die Häftlinge thematisiert. Da sich ihre Bilder (etwa 300) auf der gegenüberliegenden Seite befinden, kann dies als die Realisierung des Ansatzes der Autoren der Ausstellung gedeutet werden, die zeigen wollten, Majdanek sei eine Höhle sowohl für den Henker als auch für das Opfer.[7] Es soll aber betont werden, dass diese Prämisse, die ohnehin als kontrovers zu bewerten ist, in der Ausstellung keinen praktischen Ausdruck gefunden hat. Dass Majdanek eine Hölle für die Insassen war, wird etwa durch Aufnahmen von den Leichen, Ausschnitte aus den Totenmeldungen, Peitschen oder andere Relikte verdeutlicht. Wie wollten aber die Ausstellungsmacher dies im Falle des SS-Personals sichtbar machen? Sicherlich nicht mit den Büchern aus der SS-Bibliothek, einer Einladung zu einem Tanzabend oder einer eleganten Uniform, die mit den in derselben Baracke ausgestellten Lumpen der Häftlinge kontrastiert.
Die Ausstellung vermittelt keine Informationen zu den Biografien der Täter. Ihre Gesichter werden ohne jeglichen Bezug zur Lagergeschichte, geschweige denn zu konkreten Taten präsentiert. Auf diese Weise ensteht das Bild einer Gruppe, die weder differenziert noch kontextualisiert wird. Obwohl die Täter mit Namen und Lagerfunktionen genannt werden, bleiben sie abstrakt. Im Endeffekt werden die exemplarisch gezeigten Angehörigen des SS-Personals des KL Lublin zum einen ikonisiert, zum anderen entpersonalisiert. Ein Versuch der Typologisierung und Charakterisierung der Täterinnen und Täter von Majdanek wurde dagegen im Begleitband zur Ausstellung unternommen, leider anhand eines Zitats aus den Aufzeichnungen von Rudolf Höß, das sich vornehmlich auf das KL Auschwitz bezieht.[8]
Zusammenfassend bleibt zu konstatieren, dass die ständige Ausstellung, die in der Gedenkstätte Majdanek den Besuchern angeboten wird, zahlreiche methodologische und inhaltliche Defizite aufweist. Die Kritik nur auf das Thema Täter einschränkend, muss leider festgestellt werden, dass die auf Fotos und Unterschriften reduzierte Präsentation des SS-Personals, ohne eine Schilderung von Lebensläufen und Verhaltensweisen im Lager, nicht ermöglicht, wesentliche Erkenntnisse über die Menschen zu gewinnen, die in Majdanek Massenverbrechen verübten oder an diesen auf die eine oder andere Weise beteiligt waren[9].
Die Ausstellung in der Gedenkstätte Bełżec wurde zusammen mit einem neuen Denkmal im Jahre 2004 eröffnet. Sie befindet sich in einem speziell dafür eingerichteten Gebäude. Die Geschichte des Vernichtungslagers wird narrativ dargestellt, eingebettet in die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung der Juden im besetzten Polen. Die Erläuterungstexte werden von Fragmenten aus Zeugenberichten und Zitaten aus zeitgenössischen Dokumenten oder Memoiren begleitet. Die Texte sind auf Polnisch, Englisch und Hebräisch. Neben den Fotos in unterschiedlicher Größe, Karten, audiovisuellen Mitteln werden auch Originalobjekte präsentiert, die zum großen Teil bei den archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände gefunden worden sind (z.B. private Gegenstände der Opfer, Münzen, Schlüssel, Armbinden). Einen besonderen Platz nehmen im Ausstellungsraum ein Modell der Gaskammern und die Überreste der originalen Rohrleitung ein.
In der Ausstellung werden grundsätzlich zwei Tätergruppen präsentiert: die Architekten des Massenmordes wie Heydrich, Globocnik und Höfle sowie die Direkttäter mit den beiden Kommandanten Christian Wirth und Gottlieb Hering an der Spitze. Die Gruppe der Vollstrecker der Vernichtung umfasst zudem die SS-Männer, die in der Lagerverwaltung die Schlüsselpositionen innehatten, wie z.B. Lorenz Hackenholt, der für den technischen Betrieb der Mordanlagen zuständig war, sowie die Trawniki-Männer. Die Letzteren werden jedoch als Gesamtheit geschildert, ohne auf Einzelschicksale einzugehen. Die einzelnen Täter werden nicht auf den Ausstellungstafeln, d.h. innerhalb der Hauptlinie des Narrativen, sondern in den separaten Ordnern (Flipbooks) dokumentiert. Dadurch wird eine potenzielle Ikonisierung vermieden. Dank der multimedialen Präsentation können sich die Besucher auch Interviews mit zwei Angehörigen des deutschen Lagerpersonals aus dem Dokumentarfilm Shoa von Claude Lanzmann anschauen. Die Aufnahmen, die SS-Männer und Wachmänner vor den Lagerbaulichkeiten zeigen und dadurch einen Bezug zum Tatort herstellen, materialisieren einigermaßen das ehemalige Lager, dessen Anlagen und Spuren noch während des Krieges abgerissen und beseitigt worden sind.
Die Biografien der NS-Größen und der wichtigsten Funktionäre aus dem SS-Personal von Bełżec vermitteln Grundinformationen über deren Leben. Sie geben Aufschlüsse über die wichtigsten Stationen ihrer Laufbahn, enthalten aber keine Angaben, die ermöglichen würden, ihre Persönlichkeiten und Mentaliät zu analysieren. Solche Fragen wie Charakterbeschaffenheit, Motive, Handlungsspielräume und Anpassungsmechanismen werden demzufolge nicht angesprochen. Diese Herangehensweise resultiert voraussichtlich aus der Leitidee der Ausstellung: der Opfer zu gedenken.
Es muss aber hervorgehoben werden, dass eine Thematisierung der Täter unter diesem Gesichtspunkt gerade am Ort des ehemaligen Vernichtungslagers aus mehreren Gründen legitim und wünschenswert wäre. In den Vordergrund könnte die Frage nach psychologischen und psychosozialen Dispositionen dieser Exekutoren der Endlösung der Judenfrage treten. In diesem Falle haben wir es nicht mit einem einheitlichen Tätermodell zu tun. Neben den pathologischen Mördern wie Kriminalkommissar Wirth waren an diesem gigantischen Massenmord auch andere Tätertypen beteiligt. Ein breit gefächertes Spektrum stellen ebenfalls die Trawnikis dar, die in der Ausstellung zu kurz kommen.
An dieser Stelle mag es sinnvoll sein, auf ein allgemeines Phänomen hinzuweisen. In den in polnischen Gedenkstätten präsentierten Ausstellungen, wie auch in vielen anderen Ländern, die sich vor allem mit den Opfern identifizieren, kommen die Täter nur am Rande vor. Ihre Perspektive sowie die biographische Dimension und die Motive ihres Handelns bleiben deshalb meist außer Acht. Das ist natürlich nachvollziehbar. Die Besucher der Gedenkstätten an historischen Orten sollen m.E. jedoch eine Möglichkeit haben, das Ausmaß und die Motivationsstruktur der Täter- und Mittäterschaft in den Konzentrations- und Vernichtungslagern zu erschließen – wenn nicht im Rahmen der Hauptausstellung, dann in einer Ergänzungsausstellung. Als unabkömmlich scheint mir zudem eine differenzierende und multiperspektivische Präsentation der Tätergruppe, die, wie das Beispiel des KZ Majdanek zeigt, unter unterschiedlichen Umständen zum Dienst in einem Konzentrationslager gelangten. So zum Beispiel könnte eine exemplarische Darstellung von SS-Männern aus der alten Garde und Aufseherinnen, die durch ein Arbeitsamt rekrutiert wurden, viele Erkenntnismöglichkeiten bieten.[10] Durch die Präsentation von Einzelschicksalen könnte man außerdem einem stereotypen Täterbild der SS-Mannschaften in Konzentrationslagern entgegenwirken, in dem die Täter als ein einheitliches und zugleich exzeptionelles Kollektiv erscheinen.
Bei der Vermittlung der Geschichte der deutschen Vernichtungslager sollte man nicht nur zu veranschaulichen versuchen, warum Menschen Menschen gequält und ermordet haben, sondern auch verfolgen, wie sie mit dem Bewusstsein dieser Taten damals und nach dem Kriege umgegangen sind. Der Täterblick auf die Ereignisse, soweit er anhand von Quellen zu rekonstruieren ist, soll nach Möglichkeit mit Erfahrungen der Opfer konfrontiert werden. In den Vordergrund tritt darüber hinaus die Frage, wie diese totale Erfahrung das spätere Leben der ehemaligen Häftlinge und der Täter beeinflusst hat.[11] Bei den Letzteren geht es u. a. um ihre Integration in die Bevölkerung und die juristische Aufarbeitung. Eben diese Aspekte gewinnen als Bestandteile der Rezeptionsgeschichte für die heutigen und kommenden Generationen immer mehr an Bedeutung und sollen daher in die museale Präsentation der Tatorte stärker miteinbezogen werden.[12]
Dr. Tomasz Kranz ist Direktor der Gedenkstätte Majdanek.
[1] Auschwitz: faschistisches Vernichtungslager, Warszawa 1981; Stutthof. Das Konzentrationslager, Gdańsk 1996; Majdanek 1941–1944. Praca zbiorowa pod redakcja˛ Tadeusza Mencla, Lublin 1991.
[2] Vgl. u.a. Aleksander Lasik, Zaoga SS w KL Auschwitz w latach 1940–1945, Bydgoszcz 1994; ders., Rudolf Höss, Manager of Crime, in: Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (editors), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Bloomington and Indianapolis 1994, S. 288–300; ders., Struktura organizacyjna oraz obsada osobowa stanowisk kierowniczych w obozie koncentracyjnym na Majdanku w latach 1941–1944, in Zeszyty Majdanka, Bd. 22 (2003), S. 121–196.
[3] Anna Ziókowska, Obozy pracy przymusowej dla Żydów w Wielkopolsce w latach okupacji hitlerowskiej (1941–1943), Poznan 2005; Obozy w Lamsdorf/ambinowicach (1870–1945), pod redakcj naukow Edmunda Nowaka, Opole 2006.
[4] Eine der wenigen Ausnahmen: Tomasz Kranz, Die Bildungsarbeit der Gedenkstätte Majdanek 1944–1999, in: Tomasz Kranz (Hg.), Bildungsarbeit und historisches Lernen in der Gedenkstätte Majdanek, Lublin 2000, S. 161–182, hier S. 161–165.
[5] Vgl. dazu Tomasz Kranz, Das Konzentrationslager Majdanek und die Aktion Reinhardt, in: Bogdan Musial (Hg.), Aktion Reinhardt. Der Völkermord an den Juden im Generalgouvernement 1941–1944, Osnabrück 2004, S. 233–255.
[6] Michael Tregenza, Bełżec – Das vergessene Lager des Holocaust, in: Arisierung im Nationalzosialismus. Volksgemeinschaft, Raub und Gedächtnis. Hrsg. im Auftrag des Fritz Bauer Instituts von Irmtrud Wojak und Peter Hayes, Frankfurt 2000, S. 241–267.
[7] Anna Wiśniewska, Czesław Rajca, Majdanek w systemie obozów (Ausstellungsentwurf vom 15. Oktober 1992), Archiv der Gedenkstätte Majdanek.
[8] Anna Wiśniewska, Czesław Rajca, Majdanek. Das Lubliner Konzentrationslager, 2. Auflage, Lublin 2002, S. 18.
[9] Für polnische Teilnehmer der historischen Werkstätten zum Thema Täter wurde in der Gedenkstätte Majdanek 2004 eine Lesemappe erarbeitet, in der einige Biografien präsentiert werden: Sprawcy z obozu koncentracyjnego na Majdanku. Wybór materiaów: Maria Wiśnioch. Es liegt auch eine Arbeit auf Deutsch vor, die während der historischen Seminare mit deutschen Gruppen benutzt werden kann. Vgl. Hartmut Ziesing, NS-Täter im Konzentrationslager Majdanek, (Typoskript) Hannover 1999.
[10] Vgl. allgemein Karin Orth, Experten des Terrors. Die Konzentrationslager-SS und die Shoah, in: Die Täter der Shoah. Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche? Herausgegeben von Gerhard Paul, Göttingen 2002, S. 93–108; Gudrun Schwarz, Frauen in Konzentrationslagern Täterinnen und Zuschauerinnen, in: Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur. Herausgegeben von Ulrich Herbert, Karin Orth und Christoph Dieckmann, Göttingen 1998, Bd. 2, S. 800–821. Im Hinblick explizit auf Majdanek siehe u.a. Ziesing, NS-Täter; Elissa Mailänder Koslov, Lebenslauf einer SS-Aufseherin, in: Ulrich Fritz et al. (Hg.), Tatort KZ. Neue Beiträge zur Geschichte der Konzentrationslager, Ulm 2003, S. 96–116.
[11] Als Beispiel für diese Herangehensweise siehe das Buch von Ingrid Müller-Münch, Die Frauen von Majdanek. Vom zerstörten Leben der Opfer und der Mörderinnen, Reinbek bei Hamburg 1982.
[12] Der Artikel ist die schriftliche Fassung eines Referates, das von Tomasz Kranz während des 46. bundesweiten Gedenkstättenseminar veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung, der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Topographie des Terrors mit dem Titel: Die Darstellung von Täterinnen und Tätern in Gedenkstätten für NS-Opfer – Die neue Dauerausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, in Berlin im Oktober 2006 gehalten wurde.