Seit einigen Monaten wird am Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen ein Projekt vorbereitet, in dem es um die Erfahrungen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner österreichischen Außenlager geht.
Im Jahr 1938 wurde das einzige österreichische Konzentrationslager eingerichtet. Bis zum Kriegsende wurden in Mauthausen und seinen 49 Außenlagern etwa 200 000 Menschen inhaftiert. Mehr als die Hälfte von ihnen überlebte die Lagerzeit nicht. Besonders viele kamen im SS-eigenen Steinbruch um.
In Österreich wurde noch viel später als in Deutschland mit der Bearbeitung und Bewältigung der eigenen Verstrickungen in die nationalsozialistische Vergangenheit begonnen. In einem internationalen Dokumentationsprojekt wird nun versucht, möglichst viele der heute noch lebenden ehemaligen Häftlinge von Mauthausen zu finden, um diese zu interviewen. Im Hinblick auf die Geschichte des Nationalsozialismus hat sich schon lange erwiesen, wie wichtig die Opferperspektive ist und welchen Beitrag sie zur Geschichtsschreibung und für die Aufklärung der Öffentlichkeit leisten kann. Zwanzig Länder sind in das Großprojekt eingebunden, das unter der Leitung der Universität Wien (Gerhard Botz) steht und vom Institut für Konfliktforschung sowie vom Archiv des Österreichischen Widerstandes betreut wird. Erstaunlicherweise ist jedoch gerade in Deutschland und Österreich (sowie in der Schweiz) die Suche nach Zeitzeugen besonders schwer. Dies ist umso mehr zu bedauern, als es um einen internationalen Vergleich gehen soll, in dem nicht nur die Zeit der konkreten Verfolgung beziehungsweise der Haft, sondern auch die gesamte Lebensgeschichte und die Zeit nach 1945 thematisiert wird.
Zeitzeugen werden gebeten, sich so schnell wie möglich zu melden.
Kontakt: Institut für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen,
Liebigstraße 11, 58511 Lüdenscheid, Tel: 023 51/245 80, Fax: 023 51/399 73,
E-mail: alexander.vonplato@fernuni-hagen.de, alice.vonplato@gmx.de