KZ-Gedenkstätte Laura in Schmiedebach

08/2001Gedenkstättenrundbrief 102, S. 31
Rolf Weggässer

Seit 1979 besteht die KZ-Gedenkstätte Laura in Schmiedebach, heute ein Ortsteil der Stadt Lehesten im Thüringer Schiefergebirge. Das KZ »Laura« wurde als großes Außenlager Buchenwalds errichtet und entstand zur Bereitstellung von Arbeitskräften für den Rüstungsbetrieb »Vorwerk Mitte«, insbesondere zur Prüfung der Triebwerke der Fernrakete A4 (V2).

Die Gedenkstätte befindet sich in einem Teil der großen Scheune, die als Hauptunterkunft für die Häftlinge von September 1943 bis April 1945 diente, inmitten des ehemaligen Schieferbetriebes »Karl Oertel Schieferbrüche GmbH«.

Mit der Kreisreform im Jahre 1994 übernahm der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die Verantwortung für die Gedenkstätte und ist seitdem um die Erhaltung und Weiterentwicklung als Begegnungs- und Lernort bemüht. Gute Unterstützung gibt es dazu von den Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Der gegründete Förderverein Gedenkstätte Laura fördert vor allem die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen. Jährlich finden Projekttage mit Schulen der Region statt. Besonders wertvoll waren in diesem Rahmen die Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen und deren Angehörigen aus Frankreich, Holland und Belgien.

Das ehemalige Lager Laura ist das einzige große Außenlager des KZ Buchenwald, das in Thüringen als fast vollständiges Gebäudeensemble noch erhalten ist. Auch ist das Lager selbst noch durch Fundamente der Wachtürme, Latrine und Leichenhalle im Gelände wahrnehmbar. Alle Baulichkeiten stehen deshalb unter Denkmalschutz. Diese Liegenschaft befand sich in Bundesvermögen und wurde zum 1. Oktober 2000 durch die Treuhand an einen privaten Investor verkauft. Die entstandene Rechtslage erforderte seitens des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt völlig neue Überlegungen, um die Gedenkstätte weiter als öffentliche Einrichtung zu erhalten.

Im März 2001 hat sich der Kreistag Saalfeld-Rudolstadt per Beschluss weiterhin als Träger der öffentlichen Einrichtung bekannt. Mit dem Eigentümer der Immobilie wurde ein Nutzungsrecht vertraglich geregelt. Die finanziellen Konsequenzen für die Jahre nach 2001 sind noch zu bestimmen.

Einen neuen Betreiber hat das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt in dem CJD/Berufshilfe Weimar gefunden, dieser Träger ist bereits vor Ort im Schieferpark Lehesten seit längerem erfolgreich tätig.

Öffnungszeiten sind jeden 1. und 3. Mittwoch, Samstag und Sonntag im Monat von 15-17 Uhr, an gesetzlichen Feiertagen sowie nach vorheriger Vereinbarung. Während der Sommermonate soll die Öffnungszeit an Wochenenden erweitert werden. Für Gruppen ist die telefonische Anmeldung zu empfehlen: Tel. 0174/8260517